Archiv für März, 2008

Verfasst von Susann am 31 Mrz 2008

Der Blockwart

Täglich grüßt eine Zeit, die man wohlwollend als “intensiv” bezeichnen könnte. Sie beginnt etwa gegen 16.30 Uhr und dauert zwei Stunden, bis langsam Frollein fürs Bett fertig gemacht wird. In dieser Zeit wird Nika müde: Selber spielen ist zu anstrengend, sportliche Aktivitäten enden in fiesen Stürzen und überhaupt ist das Leben um diese Zeit eigentlich nur auf dem Arm zu ertragen. Was aber tun, wenn der Arm lahm ist?

Man nutzt die ungünstige Anordnung der Wickelkommode, um sie als Ausguck zu nutzen. Und so verbringen Frollein und Muddi täglich die eine oder andere Stunde mit Blockwart-Tätigkeiten. Unseren wachsamen Augen entgeht nichts:Blockwart 1 und 2 Kein Dackel kann unerkannt auf den Gehweg pupen, kein italienischer Nachbar mit fragwürdigen Einparkmanövern andere Autos in Gefahr bringen, und dass neulich eine Gruppe Jugendlicher noch vor Sonnneuntergang (um genauer zu sein: vor zwölf Uhr mittags) vor unserer Haustür ein Wodka-Gelage begann, haben wir natürlich auch notiert. Während sich Nika am Alltagsleben der Nachbarn kaum satt sehen kann, fehlt es Muddi hingegen manchmal an Enthusiasmus für das Leben der anderen …

Verfasst von Philip am 31 Mrz 2008

Mein erster Wellness-Urlaub

Der Begriff „Urlaub“ leitet sich vom alt- bzw. mittelhochdeutschen Wort für „erlauben“ her. So fragten im Hochmittelalter Ritter ihren Lehnsherren um „urloup“, also „Urlaub“, um in eine Schlacht zu ziehen. Ich hab Mama und Papa gefragt, ob wir nicht mal in ein tolles Hotel für Babys fahren könnten. An eine Schlacht hab ich erst gedacht, als ich gesehen hab was die für drei Tage Wellness so alles eingepackt haben. Unglaublich. Offensichtlich war man der Meinung, ich möchte auch in den Ferien auf keine meiner gewohnten Utensilien verzichten. 

Philip auf Wellness-UrlaubZiel unserer Reise war ein „Babyhotel“ in der Nähe von Kitzbühel. Spätestens fünf Minuten nach unserer Ankunft war meinen Eltern klar, dass Sie so einiges völlig umsonst mitgebracht haben. Kinderwägen, Wickelauflagen, Tragetücher, usw. – all das und vieles mehr war schon vor Ort. Und auch viele andere Babys mit ihren Eltern und viele Pärchen, die dort offensichtlich Urlaub in der Schwangerschaft verbrachten. Ich für meinen Teil, angesteckt durch die Erfolge von Markus Rogan und Co, war kaum mehr aus dem Wasser zu bringen. Babyschwimmen im deutlich über 30 Grad warmen Wasser ist genial. Spritzen, kreischen und plantschen lässt das Herz eines jeden Babys gleich höher schlagen. Ich liebe Baby-Wellness!

Aber die vielleicht tollste Errungenschaft dort im Hotel nennt sich „Kinderbetreuung“. Was ich eigentlich nicht ganz verstehe, denn eigentlich sollte das doch „Erwachsenenbetreuung“ heißen. Denn wenn ich das richtig verstanden habe, dann müssen Mama und Papa mich mal für ein, zwei Stunden in Frieden lassen und werden anderweitig beschäftig. Ha! Im Gegenzug durfte ich mit anderen Babys und Kindern in einem eigenen Spielzimmer herum tollen. Völlig anderes Spielzeug als daheim und Gedankenaustausch mit Gleichaltrigen – kurzum eine feine Sache! Und ganz sicher ein tolles Geschenk für meinen anstehenden ersten Geburtstag! Wellnesshotel mit Erwachsenenbetreuung, ich komme wieder!

Verfasst von Monika Siller am 27 Mrz 2008

Plattfußindianerin

Kommt doch eben heute eine ganz junge Mutter (Klein-Luca ist gerade erst 5 Monate alt…) zu mir in die Praxis mit der Überweisung an mich, ich solle mir doch die Inkontinenz der Patientin einmal genauer ansehen und Hilfestellung anbieten. Nachdem ich eine sorgfältige Anamnese (Befragung der Patientin) vorgenommen und mir ein erstes Bild über ihr Problem gemacht habe, beginne ich mit ihr, die ersten Spürübungen für die Beckenbodenmuskulatur zu erarbeiten. Während sie da ganz konzentriert meine Instruktionen umzusetzen versucht, schaue ich routinemäßig auf ihre Fußsohlen. Dabei fällt mir auf, dass sich die Füße sehr breit präsentieren und sich das Fußgewölbe nur schwer zu erkennen gibt. 

Als wir dann die Beckenbodenaufgabe als erledigt ansehen, bitte ich sie noch rasch darum, kurz stehen zu bleiben – und siehe da, vor mir steht eine Plattfußindianerin. Als die Patientin dann bei dem Begriff loslachen muss, erzählt sie mir noch, dass ihre Füße während der Schwangerschaft mit Luca ziemlich gewachsen seien und sie einige ihrer alten Schuhe kaum mehr tragen könne…. 

Das Phänomen kennen einige junge Mütter und hat damit zu tun, dass durch die doch relativ rasche Gewichtszunahme in einer Schwangerschaft, das Fußgewölbe durchgedrückt werden kann. Abhilfe kann hier eigentlich nur aktives Training schaffen. Die Übungen fürs Fußgewölbe sollten aber genau durchdacht sein; dabei helfen Physiotherapeuten mit ihrem umfangreichen Wissen. Auch die Art einer eventuellen Schuheinlage sollte diskutiert werden, das bedarf aber zuerst einer individuellen Analyse des Gewölbes! Die meisten Einlagen schaden nämlich eher, als dass sie nutzen könnten… 

Und ein funktionstüchtiges Fußgewölbe hat, nebenbei erwähnt, einiges mit einer kräftigen Beckenbodenmuskulatur zu tun. Ich bleib da bei der Mama von Luca dran….

Verfasst von Gerlinde Remsing am 25 Mrz 2008

Soll ich einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen?

Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an. Diese Form der Vorbereitung auf die Geburt gibt es noch gar nicht so lange, früher haben sich Frauen mit Hebammen getroffen um Schwangerengymnastik zu machen. Heute würde dies zu wenig weit greifen. Wir leben kaum mehr im Familienverband, wo jungen Mädchen auf ganz natürliche Weise Schwangerschaft und Geburt nahe gebracht wurde.

In der Geburtsvorbereitung geht es der Hebamme darum, die Frau in ihrem vertrauensvollen Verhältnis zum Ereignis Geburt zu stärken. Ziel dieser Kurse ist, egal wie die Themen aufbereitet sind, Frauen/Paare gestärkt in eine eigenständige Geburt gehen zu lassen. Frauen sollen selbst spüren, was ihnen gut tut und sich sicher sein, dass ihr Körper das kann. Besucht der Partner auch diesen Kurs, wird er seiner Frau während der Geburt eine wertvolle Stütze sein.

Wenn Frauen und Männer über das bevorstehende Ereignis, durch die Worte einer Hebamme Bescheid wissen, können sie gemeinsam über Grenzen gehen. Hebammen sind direkte Ansprechpartnerinnen. Sie können nur gewinnen. Haben Sie das auch erlebt?

Verfasst von Philip am 25 Mrz 2008

Jung, ledig sucht…

Da ich ja jetzt immerhin schon ganze 11 Monate alt bin, schien es mir an der Zeit, mich mal ein wenig eingehender mit dem anderen Geschlecht zu befassen. Schon kurz nach der Geburt im Krankenhaus ist mir aufgefallen, dass es da wohl zwei Kategorien von Babys geben muss. Die hellblauen Babys und die rosa Babys. Jetzt, fast ein Jahr später, weiß ich warum man hier so penibel trennt. Nur so wissen Eltern offensichtlich, ob Sie in Puppen oder Fußbälle investieren müssen.

Philip und seine JuliaTja, wo setzt man seinem Single-Dasein als Baby am leichtesten ein Ende? Richtig! In der Mutter-Kind-Gruppe. Da ich ja schon viele Gespräche von Erwachsenen belauschen durfte, wusste ich natürlich, dass ich mir eine jüngere suchen muss. Gesagt – getan! Meine Eroberung und erste Freundin heißt Julia. Sie war weniger von meinen blauen Augen, als von der Tatsache beeindruckt, dass ich schon krabbeln kann. Sie ist ein Monat jünger als ich und muss daher früher schlafen gehen als ich, aber sonst sind wir ein super Team.

Wir treffen uns jeden Montag und wenn es unsere Zeit und Eltern zulassen, auch mal unter der Woche und führen dann unsere Mamas spazieren. Ich durfte zwischenzeitlich auch schon mal bei Julia schlafen und Sie auch schon bei mir. In getrennten Betten versteht sich – aber immerhin……

Verfasst von Elfriede Seiwald am 24 Mrz 2008

Miteinander statt jeder für sich - Aktiver Urlaub mit dem Baby

Arbeiten, das Baby und den Haushalt versorgen, Termine wahrnehmen – das Miteinander kommt im Alltag oft viel zu kurz. Besonders im Urlaub hat die junge Familie Zeit für gemeinsame Aktivitäten. „Im babymio haben die Eltern zahlreiche Möglichkeiten, die Zeit mit ihrem Baby gemeinsam zu nutzen“, berichtet Michael Seiwald, Inhaber des babymio, „im Gegensatz zu manch anderen Kinderhotels werden bei uns die Babys nicht bei der Kinderbetreuung abgegeben, sondern erleben den Urlaub aktiv mit ihren Eltern.“

Hotel Babymio In der Spiel- und Krabbelgruppe lernen die Eltern gemeinsam mit ihrem Kind kreative Spiel- und Bewegungsideen, die zu Hause leicht nachgemacht werden können. Im Babyaktivraum sammeln die Kleinen erste Sinneseindrücke und entdecken beim Babyschwimmkurs mit Mama und Papa das Element Wasser. Bei der Babymassage erlernen die Eltern einfache Massagetechniken und genießen entspannende Momente gemeinsam mit ihrem Schützling. „Das Bedürfnis des Babys nach Nähe zu den Eltern wird auch im Tragetuchkurs sensibilisiert“, erläutert Elfriede Seiwald, Leiterin der babymio-Hebammenambulanz, „hier erfahren die Eltern alles über die Möglichkeiten des Tragens am Körper und erlernen verschiedene Bindetechniken.“ In der babymio-Stillgruppe treffen sich stillende Mütter mit ihren Babys. Gemeinsam mit einer Stillberaterin oder einer Hebamme werden Erfahrungen ausgetauscht und Fragen geklärt.

„Mit dem Standort des babymio direkt in den Kitzbüheler Alpen stehen der jungen Familie natürlich auch zahlreiche Aktivitäten im Freien offen“, sagt Michael Seiwald, „ein Ski- und Wanderparadies wartet direkt vor der Haustür.“

Verfasst von Philip am 22 Mrz 2008

Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten

Philip bei der ArbeitDieser weise Spruch stammt nicht etwa von mir, sondern von einem gewissen Michail Gorbatschow. Ein fürchterlicher Name. Keine Chance für mich als Dreikäsehoch den auch nur ansatzweise richtig auszusprechen. Aber egal. Der mit dem komplizierten Namen meint also, man soll fleißig sein. Na, dann will ich mich natürlich auch nicht lumpen lassen.

Und so hab ich heute Papa mal im Büro besucht. Und ich muss sagen, ein Büro ist aus meiner Sicht viel toller als jeder Spielplatz. Unmengen an Kabel, Schreibtische voller Spielutensilien und lustige Maschinen aus denen Papier kommt. Ein Paradies! Lästig sind, wie meistens, nur die Erwachsenen. Kaum hab ich ein Handy, eine Tastatur oder eine Kaffeetasse im Visier, schon bringen sie alles in Sicherheit.

Schlussendlich hab ich aber dann doch noch etwas recht Spaßiges gefunden. Einen Sessel der sicht dreht! Das macht vielleicht Spaß. Auch sonst könnte ich mich an so einen Chefsessel ganz gut gewöhnen. Ich bin ja bei uns im Haus sozusagen der Junior-Chef. In dieser Funktion bin ich dann mal den einen oder anderen Aktenberg durchgegangen. Und weil jemand der sich was leisten möchte, auch sparen muss, hab ich bei der Gelegenheit auch gleich mal den Rotstift gezückt. Da ich ab sofort sicher öfter mal im Büro vorbei schauen werde, freu ich mich natürlich auch über Eure Kommentare und Nachrichten zu meinem Blog und werde diese umgehend beantworten…

Verfasst von Susann am 22 Mrz 2008

Susa hört ein Hu!

Momentan werde ich an ungefähr jeder Plakatwand ans Frollein erinnert. “Horton hört ein Hu” heißt der Film, der so kräftig beworben wird - und was soll ich sagen: Ein ähnlich lautender Blockbuster wurde erst vor kurzem in unserer Wohnung abgedreht und läuft seitdem als Daily Soap. Hier einige Auszüge aus dem Skript:

Morgengrauen, zwischen sechs und sieben Uhr. Frollein erwacht in ihrem Bett. Sie orientiert sich.

Nika: *Raschelraschel*. Der bettinterne Bewegungsmelder verzeichnet starke Schwingungen des Stillkissens. Frollein orientiert sich.

“Hu!”

Schweres Atmen. Die Decke wird weggestrampelt.

“Eeeeh. Heh heh”

*Raschelraschel*. Der Betthimmel schwankt.

“Aheeee. Uh, uh!”

*Kratzkratz*. Frollein Nika dreht sich im Bett und beginnt den Aufstieg zum Rand des Gitterbetts. Sie erreicht ihr Ziel und sieht ihre Erziehungsberechtigten.

“Hu! Ha! Ahiiiii!”

(Interne Ermittlungen haben ergeben, dass dieser Ausruf folgendes bedeutet: “Los, aufstehen ihr alten Säcke! Schlafen könnt ihr im Sarg noch genug - holt mich jetzt hier raus!”)

Verfasst von Monika Siller am 21 Mrz 2008

Die Schwangerschaft macht keine Gymnastik!

Ich habe jedenfalls noch keine „Schwangerschaft“ gesehen, die sich mit Gymnastik den Vormittag versüßt hat. Wenn überhaupt irgendjemand spezielle Gymnastik in der Schwangerschaft als aktuellen Lebensinhalt für die Zeit mit dem wachsenden Bauch ansieht, dann ist es die Schwangere selbst, welche von ihrem Umfeld fast dazu „verdonnert“ wird. 

In meiner Arbeit mit Schwangeren in der Gruppe oder auch in Einzelvorbereitung wird selbstverständlich sehr viel mit dem Körper gearbeitet, da handelt es sich allerdings weniger um schweißtreibende, akrobatische Turnübungen, sondern vielmehr um eine Reise durch den Körper, um diesen einmal von innen kennen zu lernen. Dem Weg der Atemluft zu folgen, den Beckenboden zu spüren, aber auch um milde Anregungen des Kreislaufs. Dazwischen gibt es immer wieder viel Information von mir, an gewissen Abenden selbstverständlich auch von einer Hebamme. Vor allem aber geht es darum, sich immer wieder in sich selbst zu vertiefen, damit dieses verschüttete Wissen um die Geburt, das in jeder Frau schlummert, wach zu rütteln, damit die Geburt dann möglichst natürlich und damit schonend für Kind und (!) Mutter abläuft. 

Deswegen spricht man in heutigen Zeiten eigentlich kaum mehr von „Schwangerschaftsgymnastik“, sondern verwendet den viel sinnvolleren Begriff der „Geburtsvorbereitung“. Geburtsvorbereitung heißt, mit viel Verantwortungsbewusstsein und Liebe an die Sache heranzugehen – Hebammen und speziell weitergebildete Physiotherapeutinnen sind darin Expertinnen.

Verfasst von Susann am 21 Mrz 2008

Wickeltisch-Kämpfe


Mit dem ersten Kind macht man immer Fehler. Man schafft Dinge an, die man absolut nicht braucht (in unserem Fall beispielsweise einen Maxi-cosi-Adapter für den Kinderwagen und diverse Schnuller), und trifft Entscheidungen, die auch nicht so schlau sind. Bei uns ist das konkret die Anordnung des Wickeltisches. Er steht nämlich halb vor dem Fenster. Und das führt dazu, dass Frollein Neugier sich beim Wickeln blitzschnell auf den Bauch dreht, um zu beobachten, was draußen vor sich geht. Währenddessen zieht sie beherzt am Band für das Rollo und taucht die Szenerie in ein Frollein Nika in der Horizontalen - das waren noch Zeiten!schummeriges Halbdunkel, so dass Muddi ganz genau hingucken muss, um vollständige Sauberkeit zu garantieren. Problem: Windeln anziehen ist in dieser Position nicht leicht. Klamotten auch nicht. Und schon gar nicht vollgepupte Windeln ausziehen, ohne alles mögliche in Mitleidenschaft zu ziehen.

Hinweise und Tipps, wie man den Nachwuchs bei der Grundreinigung ruhigstellt, sind jederzeit willkommen. Das Mobilé bringt es schon lange nicht mehr, Cremedosen und Rasseln sind nur vorübergehend eine Hilfe.

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