Ich habe jedenfalls noch keine „Schwangerschaft“ gesehen, die sich mit Gymnastik den Vormittag versüßt hat. Wenn überhaupt irgendjemand spezielle Gymnastik in der Schwangerschaft als aktuellen Lebensinhalt für die Zeit mit dem wachsenden Bauch ansieht, dann ist es die Schwangere selbst, welche von ihrem Umfeld fast dazu „verdonnert“ wird. 

In meiner Arbeit mit Schwangeren in der Gruppe oder auch in Einzelvorbereitung wird selbstverständlich sehr viel mit dem Körper gearbeitet, da handelt es sich allerdings weniger um schweißtreibende, akrobatische Turnübungen, sondern vielmehr um eine Reise durch den Körper, um diesen einmal von innen kennen zu lernen. Dem Weg der Atemluft zu folgen, den Beckenboden zu spüren, aber auch um milde Anregungen des Kreislaufs. Dazwischen gibt es immer wieder viel Information von mir, an gewissen Abenden selbstverständlich auch von einer Hebamme. Vor allem aber geht es darum, sich immer wieder in sich selbst zu vertiefen, damit dieses verschüttete Wissen um die Geburt, das in jeder Frau schlummert, wach zu rütteln, damit die Geburt dann möglichst natürlich und damit schonend für Kind und (!) Mutter abläuft. 

Deswegen spricht man in heutigen Zeiten eigentlich kaum mehr von „Schwangerschaftsgymnastik“, sondern verwendet den viel sinnvolleren Begriff der „Geburtsvorbereitung“. Geburtsvorbereitung heißt, mit viel Verantwortungsbewusstsein und Liebe an die Sache heranzugehen – Hebammen und speziell weitergebildete Physiotherapeutinnen sind darin Expertinnen.