Kommt doch eben heute eine ganz junge Mutter (Klein-Luca ist gerade erst 5 Monate alt…) zu mir in die Praxis mit der Überweisung an mich, ich solle mir doch die Inkontinenz der Patientin einmal genauer ansehen und Hilfestellung anbieten. Nachdem ich eine sorgfältige Anamnese (Befragung der Patientin) vorgenommen und mir ein erstes Bild über ihr Problem gemacht habe, beginne ich mit ihr, die ersten Spürübungen für die Beckenbodenmuskulatur zu erarbeiten. Während sie da ganz konzentriert meine Instruktionen umzusetzen versucht, schaue ich routinemäßig auf ihre Fußsohlen. Dabei fällt mir auf, dass sich die Füße sehr breit präsentieren und sich das Fußgewölbe nur schwer zu erkennen gibt. 

Als wir dann die Beckenbodenaufgabe als erledigt ansehen, bitte ich sie noch rasch darum, kurz stehen zu bleiben – und siehe da, vor mir steht eine Plattfußindianerin. Als die Patientin dann bei dem Begriff loslachen muss, erzählt sie mir noch, dass ihre Füße während der Schwangerschaft mit Luca ziemlich gewachsen seien und sie einige ihrer alten Schuhe kaum mehr tragen könne…. 

Das Phänomen kennen einige junge Mütter und hat damit zu tun, dass durch die doch relativ rasche Gewichtszunahme in einer Schwangerschaft, das Fußgewölbe durchgedrückt werden kann. Abhilfe kann hier eigentlich nur aktives Training schaffen. Die Übungen fürs Fußgewölbe sollten aber genau durchdacht sein; dabei helfen Physiotherapeuten mit ihrem umfangreichen Wissen. Auch die Art einer eventuellen Schuheinlage sollte diskutiert werden, das bedarf aber zuerst einer individuellen Analyse des Gewölbes! Die meisten Einlagen schaden nämlich eher, als dass sie nutzen könnten… 

Und ein funktionstüchtiges Fußgewölbe hat, nebenbei erwähnt, einiges mit einer kräftigen Beckenbodenmuskulatur zu tun. Ich bleib da bei der Mama von Luca dran….