Verfasst von Susann am 13 Apr 2008 um 07:44 am
Schlaf-Trainingslager
Es ist soweit: Frollein und ich liefern uns nächtliche Kämpfe um den Schlaf. Ich bin von fast neun Monaten mindestens drei Mal aufstehen (um zwölf, um drei, um sechs) inzwischen so porös, dass ich mein persönliches “Nika will jetzt schlafen lernen”-Programm schon für meinen nächsten Besuch bei Schnuffoma auf die Tagesordnung geschrieben habe. Aber mit Kindern kommt es ja immer anders als geplant, und so hat uns Frollein vor einigen Tagen einen fiesen Magen-Darm-Infekt beschert - natürlich just, als ich zu einem zweitägigen Workshop musste (Sie hat eben ihre ganz eigene Art, mir zu zeigen, dass sie keinen Bock darauf hat, dass ich mich vor Ablauf meiner Erziehungszeit mit der Arbeit befasse).
Da jede Flasche sofort unten wieder ankam und sofortige Wickelmaßnahmen erforderte, um den Erstickungstod aller Anwesenden zu vermeiden, wurden die nächtlichen Mahlzeiten also abrupt abgesetzt, dafür gab es in den Schreiphasen regelmäßig mütterliche Streicheleinheiten. Damit keiner denkt, ich sei eine Rabenmuddi: Nika war bis auf die vorübergehende Umwandlung zum Durchlauferhitzer schon wieder ausgesprochen gut gelaunt und fit, als wir angefangen haben. Leidet mit mir:
Nacht 1 (Donnerstag):
21:15 h: Aufwachen, Gezeter auf auf Muddis Arm/im Bett/auf Muddis Arm bis 22.40. Ein paar Schlückchen Wasser gegen den trockenen Schrei-Hals.
1:00 h: Zeter und Mordio bis 1:45 h.
3:00 h: Wüster Protest bis 4:30 h. Nix geht. Arm nicht, Bett nicht, sogar Brust nicht. Weiterschuckeln, ablegen, Schuckeln, ratlos sein. Am Ende kurzer Brust-Trost, weil beide Parteien mit der Kraft am Ende sind.
7:00 h: Frollein steht quietschvergnügt am Gitter. Muddi wollte eigentlich um 6.30 aufstehen, um Schnuffoma gemütlich zum Flughafen zu fahren. Nun muss es etwas schneller gehen. Schnell noch Streichölzer für die Augenlider. Muddi todmüde. Frollein unbeeindruckt.
Nacht 2 (Freitag):
Muddi ist wild entschlossen. Nach dem Motto: “Sie ließen sich nicht täuschen, weiter gings” wird weitergekämpft.
Start: Halb neun ins Bett.
23:30 h: Frollein wacht auf, als wir ins Bett gehen. Dr. G beruhigt das schimpfende Kind bis 23:50 h.
1:00 h: Gemecker im Bett bis 1:30 h.
2:20 h: Zetern bis 2:40 h.
3:10: Schon wieder wach. Grmpf! Gemaule im Bett bis 3:30 h.
4:30 h: Weiter gehts bis 5:00 h.
6:30 h: Good-morning-Schluck an der Brust.
7:30 h: Good-morning-”Hu” am Bettgitter.
Nacht 3 (Samstag)
21:00 h: Heia.
1:20 h: Geschimpfe, aber nur zehn Minuten und mit nur zweimal Aufstehen im Bett. Muddi frohlockt.
3:30 h: Kurzes Geschimpfe, s. o.
4:15 h: Geschimpfe bis 4:20 h. Sensationell kurz - doch das war nur kurzes Kraft schöpfen. Um 4:30 h geht es weiter bis 5:15 h, allerdings immer mal mit fünf Minütchen Schlaf zwischendrin. Ich lege mich auch immer wieder hin.
6:00 h: Kurzer Morning-Snack an der Brust. Ich finde, das haben wir uns verdient.
7:20 h: Morggggääään! Frollein ist wieder mal gut gelaunt und wach. Mal sehen, wie wir den Tag rumbringen. Dr. G hat Dienst und kann keine Schlafinseln für Muddi schaffen.
Bin sehr gespannt, wie die nächste Nacht wird. Fakt ist, dass ich wieder einige Freundinnen würgen könnte, wenn sie erzählen: “Wir haben die nächtliche Mahlzeit abgesetzt, und es war sooo schlimm. Wir hatten zwei gaaaanz furchtbare Nächte, ich bin echt am Stock gegangen.” Auf nähere Nachfragen, wie lange der Filius denn gebrüllt habe, wird dann geantwortet: “In der ersten Nacht eine halbe Stunde”. Grmpf!!!!

