Ich habe beschlossen, dass unser Kind nicht getauft wird. Nika interessiert sich nämlich einen feuchten Kehricht für religiöse Vorkommnisse. In der Schöpfungsgeschichte ist doch eindeutig vermerkt, dass Gott am siebten Tag einen Ruhetag vorgesehen hat. Frollein hingegen hat sich gedacht, alles noch einmal auf Anfang zu drehen und hat mich in Frustration, Depresssion, Heulerei, Aggression und alles auf einmal gestürzt.

Dabei begann die Nacht vielversprechend: Ich vom Sport ausgeglichen und todmüde, Nika von Vaddi ohne Probleme um viertel nach Acht in die Heia gebracht. Um 2:30 Meldung aus dem Schlafzimmer - erst nach sechs Stunden, großartig! - und Muddi gelingt es auch scheinbar, ihren Nachwuchs mit warmen Worten und ein paar Streicheleinheiten zu beruhigen. Doch kaum liege ich wieder, geht erst die richtige Sirene an. Eine volle Stunde, in der ich froh bin, dass auch ich nicht getauft bin, denn um für all meine innerlich ausgesprochenen Beschimpfungen, Gedanken an Abgabe in der Babyklappe und mühsam gezügelten Aggressionen um Verzeihung zu bitten, müsste ich erst ein Jahr Vollzeit arbeiten, um für die Zeit im Beichtstuhl eine Tagesmutter finanzieren zu können.

Man fühlt sich derartig hilflos, wenn das Kind sich einfach nicht beruhigen lässt und sich, kaum dass man es hinlegt, sofort wieder aufrappelt und dabei hysterisch brüllt, sich dabei nicht die Bohne darum schert, ob man da ist oder nicht, das kann man gar nicht beschreiben. Irgendwann habe ich aufgegeben und sie an die Brust genommen, weil sie sich komplett eingeschrieen hatte und ich mir nicht mehr zu helfen wusste. Und dann liegt man da und hat Angst vor der nächsten Nacht, weil man darüber nachdenkt, ob man jetzt alles wieder ganz von vorne anfangen darf, erinnert sich an die ersten drei ganz schlimmen Nächte, zweifelt an seinem Instinkt und weint ein bisschen und überlegt sich, dass man sich das nicht noch mal zutraut. Scheiße!

Um fünf begann das Spiel übrigens von neuem - bis Dr. G sich einschaltete und mit ihr den Wippekasper machte, so dass sie nach einer Dreiviertelstunde an seiner Schulter einschlief.

Oh Mann, Entspannung, Ausgeglichenheit und gute Laune sind was anderes. Frollein ist übrigens wieder blendend gelaunt.