Ich weiß: Es ist eigentlich fies, über Väter zu lästern. Aber man muss anerkennen, dass sie immer wieder ausgesprochen lustige und/oder zur Verzweiflung treibende Beiträge zum Thema Umgang mit dem Nachwuchs leisten. Eine Zappingtour durchs Jungfamilien-Fernsehen.
Programm 1:
Muddi und Vaddi beim Mittagessen. Vaddi ist gerade aus seinem Home-Office-Büro erschienen. Muddi beklagt sich.
Sie: „Das Kind ist heute total quengelig.“
(Um diese These zu untermauern, mault Kind kräftig vor sich hin.)
Er: „Oh ja, ich sehe es. Ich bin dann gleich wieder am Schreibtisch.”
Sie: „Man kann ihm gar nichts recht machen. Alles ist doof und wird benörgelt.“
Er: „Hast du es schon mal mit Strenge versucht?“
Sie: „….?“ (Anmerkung der Redaktion: Das Kind ist fünf Monate alt)
Er: „Na, indem du sagst: NEIN, so geht das nicht!“ (Baut sich vor dem Baby auf. Baby guckt verständnislos, nörgelt um so lauter weiter)
Sie: „Klappt super.“
Programm 2:
Muddi und Vaddi beim Frühstück. Beide sind todmüde, das Kind hat sich in der Nacht ständig gemeldet.
Er: „So geht das nicht weiter, wir müssen jetzt mal dieses Schlafprogram durchziehen! Ich komme überhaupt nicht zum Schlafen!“ (Anmerkung der Redaktion: Was soll erst die Mutter sagen? Sie stillt nebenbei auch noch)
Sie: „Also, ich traue mir nicht zu, in der Nacht zwei Stunden das Kind zu beruhigen und konsequent zu bleiben.“ (denkt sich: Und du verlierst ja zu normalen Zeiten schon nach 20 Minuten die Geduld, wie willst du das erst hinkriegen?)
Er: „Na, um das zu schaffen, muss man natürlich ausgeruht sein.“
Sie: „Aha.“ (denkt sich: Sehr witzig. Das beißt sich in den Schwanz.)
Programm 3:
Muddi und Vaddi am Abend. Das Kind heult auf Vaddis Arm.
Er: „Das Kind weint.“
Sie: „Ich höre es.“
Er: „Nimm du sie mal.
Sie: „Warum?”
Er: „Na, weil sie zu dir doch eine viel engere Bindung hat. Bestimmt hört sie dann gleich auf.“
Sie: (denkt sich: Ein billiger Trick, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.)
Programm 4:
Vaddi kommt von der Arbeit. Muddi hat ihre Sporttasche schon gepackt und freut sich tierisch, nach dem langen Tag mit unausgeglichenem Kind endlich was für sich tun zu können.
Er: „Ohhh, ich mein Tag war sooooo anstrengend. Und ich habe solche Kopfschmerzen! Ich glaub, ich muss mich hinlegen.“
Sie: „Aber wir hatten doch besprochen, dass ich zum Sport gehe?! Ich freu mich schon den ganzen Tag darauf!“
Er: „Jaaa, aber mir geht es wirklich schlecht! Können wir das nicht auf morgen verschieben?“
Sie: (geht ins Schlafzimmer und heult dort eine halbe Stunde auf dem Bett)
Er: (denkt sich: Hysterische Kuh. Mein Tag war viel anstrengender als deiner!)