Verfasst von Susann am 30 Mai 2008
Wie denkt man ein Nichts?
Ich liege im Bett. Gedanken prasseln auf mich ein, ich kann nicht schlafen. “Versuch, einfach Nichts zu denken”, rät der Ehemann, der natürlich kein Einschlafproblem hat.
Nichts also. Wie sieht Nichts aus? Auf jeden Fall nicht wie ein einarmiger Bandit, der im Sekundentakt neue Gedanken ausspuckt.
Rattazong! Habe ich eigentlich die Karre in den Keller gestellt? Bingbing! Wann wird die Kleine wohl wieder wach? BWWWWT! Hoffentlich macht sie nicht wieder so ein Theater. Tschung! Meine Güte, ist mir warm. FFFFFT! Was muss ich noch alles für unseren Urlaub einkaufen? Dading! Wann packe ich denn den Kram am besten ein? Tüdelüdel! Scheiße, ich müsste dringend mal schlafen. RRRRSSS! Was wollte ich den Kinderarzt alles fragen? Zong! Irgendwie fühle ich mich grad überfordert und mental leer. DSSCHT! Mist, ich muss noch drei Rechnungen begleichen.
…. und während ich noch grübele, wird aus dem Schlafzimmer nebenan Meldung gemacht. Die nächste Stunde darf ich mich wieder mal mit ganz irdischen Dingen befassen. Dann, endlich, kommt es: Das große Nichts. Bei mir sieht es erst so aus wie Propellerflügel, die ganz schnell rotieren und dann irgendwann eine graue, undefinierte Masse werden.
Das sieht auch viel attraktiver aus als ein roter, dicker Hals, den man bekommt, wenn die beknackten Nachbarn, die mit großer Vorliebe mit Heidenlärm Tischfußball spielen oder lautstark “Joana” intonieren, sich über nächtliches Babygeschrei beklagen. Es gibt ja so Sachen, die man nicht braucht. Sowas gehört eindeutig dazu. Was soll ich machen: Das Kind knebeln? Man mag es kaum glauben, aber für mich, die direkt neben dem Geschrei steht, ist der Lärmpegel noch lauter. Und auch ich würde lieber schlafen. Nika übrigens auch, aber et fluppt halt nicht. Grummel!
P. S.: Ebenfalls in die Kategorie “Was keine Muddi braucht” gehören zivilcouragierte Menschen, die mit bleicher Miene in der Gemüseabteilung des Supermarkts auf einen zustürzen und sagen: “Ihr Kleines versucht gerade, den Spargel runterzureißen.” Rein zufällig versucht Frollein, alles runterzureißen, was in ihrer Reichweite ist. Wenn ich jedoch den Kinderwagen weit genug von der Auslage wegstelle, kommt postwendend die Beschwerde: “Frollein, ihr Wagen steht im Weeeeeg!”. Wie mans macht ….





