Verfasst von Monika Siller am 19 Mai 2008 um 08:09 am
Kaiserschnitt-Narbe
Eines muss einmal ganz deutlich hervorgehoben werden: Der Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation, die nicht nur eine oberflächliche Hautnarbe an der Schamhaargrenze, sondern auch Narben an der Gebärmutter und dem Gewebe zwischen dieser und der Haut hinterlässt. Von den vielen Frauen und Kindern, die auch ein seelisches Problem damit verbinden, ganz zu schweigen.
Die Frauen mit einem Kaiserschnitt, haben oft das Gefühl, nicht zu einer Rückbildungsgruppe zu passen, da der Beckenboden ja scheinbar kein „Problem“ abbekommen hat. Sehr viele dieser Frauen haben aber ein „Bauch-Narbenproblem“: sie spüren den Bereich rund um die Narbe taub oder gar nicht; es ist ihnen unangenehm, wenn das Baby die Narbe beim Herumtragen mit den Füßchen berührt. Die Narbe brennt oder kann sich nicht dehnen, wie die übrige Haut. Manche Frauen haben auch dubiose Rücken- oder Leistenprobleme, die sich über die Arbeit an der Narbe sehr schnell beeinflussen lassen. Oft sieht man auch noch lange nach der Kaiserschnitt-Entbindung eine Schwellung unter der Narbe oder Einziehungen derselben.
Ich habe mich mit diesen Narben intensiv auseinander gesetzt und habe begonnen, alle Frauen, die bei mir Hilfe diesbezüglich suchten, gleich nach der Naht- oder Klammerentfernung, mit einem Kinesio-Tape zu kleben, nachdem ich sie angeleitet habe, die Narbe jeden Tag mit einer speziellen Salbe einzuschmieren und weich zu bewegen. Auch hat sich die manuelle Lymphdrainage und energetische Arbeit an der Narbe sehr gut bewährt. Um die Problematik der inneren Schichten zu verbessern, eignen sich aus meiner Sicht vor allem viscerale und fasziale Techniken sowie spezifische Lagerungen.
Nicht zu vergessen ist aber in jedem Fall, dass alle diese Frauen nach dem Kaiserschnitt ebenso, wie eingangs erwähnt, eine Rückbildungsarbeit brauchen – schwanger waren sie ja alle und der Bauch und die Beckenbodenmuskulatur arbeiten immer zusammen!
Wenn Sie selbst davon betroffen sind oder Ihre Bauchnarbe Probleme macht, ich freue mich auf Ihre Anfragen!


Esther am 11 Okt 2008 um 22:19 #
Hallo, mein KS ist jetzt 14 Wochen her. Seit einer Woche brennt meine Narbe mehr als sonst, rot war sie eigentlich die ganze Zeit. Außerdem hat sich ziemlich viel Kollagen gebildet, so dass sie immer wulstiger wird. Ich massiere sie immer wieder mit Öl (Schwangerschafts- oder Arnikaöl) nach dem Duschen oder am Abend. Danach tut sie oft erst recht weh. Sollte ich damit zum Frauenarzt gehen oder besser zum Hautarzt oder kann ich selbst was machen? Massieren soll ja eigentlich gut sein, aber kann ich da was falsch machen? Wo finde ich Spezialisten auf dem Gebiet? (Raum Rhein-Main, Mainz, Wiesbaden)
Viele Grüße - Esther
Monika Siller am 13 Okt 2008 um 23:46 #
Hallo Esther!
Die Kaiserschnittnarbe ist leider nicht “nur” eine Hautnarbe. Beim Kaiserschnitt werden auch Hautnerven abgetrennt, die sich jetzt durch das Brennen bemerkbar machen. Manche Frauen neigen auch zur Kelloidbildung, das ist überschießendes Kollagen.
Ich habe in der Behandlung der Kaiserschnittnarben sehr gute Erfahrungen mit dem Narbenöl nach I. Stadelmann (zu beziehen über die Bahnhofsapotheke in Kempten). Das Auftragen nach dem Duschen macht auf jeden Fall Sinn, da die Substanzen dann mehr in der Tiefe aufgenommen werden. Gegen das Brennen könnte man auch noch einen Versuch mit dem Rosenhydrolat von der Bahnhofsapotheke in Kempten starten. Also: Duschen, Rosenhydrolat
aufspritzen und dann das Narbenöl sanft auftupfen. Manche Frauen schwören auch auf die Rescue-Salbe aus der Apotheke (Bachblütensalbe)… - Die Homöopathie bietet bei solchen Problematiken auch sehr effiziente Hilfe an.
Meine “Kaiserschnitt-Frauen” versorge ich immer mit einem Kinesio-Tape. Das ist ein elastischer Klebeverband, der durch die gitterförmige Anlage, die lymphatische Situation verbessert. Da wenden Sie sich am besten an einen Physiotherapeuten in Ihrer Nähe. Die Physiotherapeuten wissen mit dem Begriff des Kinesio-Tapes in der Regel was anzufangen und schicken Sie bestimmt zu einem Kollegen bzw. einer Kollegin, die die Ausbildung dafür
gemacht hat.
Die ganze Narbe wirkt laut Ihrer Beschreibung auch energetisch entgleist. Da könnte man einen zusätzlichen Versuch mit Akupunkt-Massage starten. Auch da erfragen Sie die Fachpersonen über die Physiotherapeuten. Dazu cremen Sie mit der APM-Salbe. Diese Salbe ist so mild, man könnte sie auch im Mund anwenden…Das macht eigentlich immer Sinn!
Die Öle, die Sie derzeit verwenden, sind von der Wirksubstanz im Moment vielleicht noch etwas zu heftig und lösen eine überschießende Reaktion aus.
Halten Sie mich doch bitte auf dem Laufenden - bin gespannt, wie die Narbe wird….
Alles Gute einstweilen und liebe Grüße!
Monika
Katja am 06 Nov 2008 um 13:35 #
Hallo,
bei mir ist die Entbindung leider nicht so gut verlaufen: Notkaiserschnitt, da sich das Baby nicht ins Becken eingedreht hatte, dann beim Fertigmachen zur OP ist es aber doch runtergerutscht und die Ärzte haben es “oben” nicht mehr herausbekommen, so dass sie es schließlich per Dammschnitt und Saugglocke holen mussten. Habe also große Narben im Scheidenbereich und unter dem Bauch. Nach Anstrengung und Rückbildungsübungen tut es schon noch weh, die Dammschnittnarbe spannt und der Bereich um die Kaiserschnittnarbe fühlt sich auch noch taub an. Meine zwei Fragen sind:
Wie lange kann denn die Wiederherstellung des Gefühls in diesen Bereich noch dauern oder kommt es vielleicht nie wieder zurück?
Welche Salbe ist denn für die Dammnaht geeignet? Schließlich ist dieser Bereich nicht so trocken wie am Bauch.
Vielen Dank für eine Antwort, herzliche Grüße
Katja
Monika am 06 Nov 2008 um 23:04 #
Hallo Katja!
Das klingt nicht nach der “Norm” und ich denke, dass so etwas in jedem Fall mit einem Spezialisten besprochen werden muss.
Physiotherapeutinnen, die spezialisiert sind im Bereich Gynäkologie, sind da die kompetenten Ansprechpartnerinnen.
Die Narbe klingt, als ob sie energetisch nicht einwandfrei “fließt”. Vermutlich muss da etwas später entstört werden. Wie lange ist denn die Entbindung her?
Taubheitsgefühl an der Kaiserschnittnarbe kann länger dauern, bis es wieder gut fühlbar ist. Schließlich müssen hier die Hautnerven wieder einsprossen…
Zur Behandlung der Dammnarbe, kann auch bei der Kaiserschnittnarbe sehr gut verwendet werden, empfehle ich die APM-Creme aus der Apotheke. Das ist eine energetische Salbe, die die Barriere Narbe überbrückt und den energetischen Fluss anregt. Die Salbe ist vollkommen Schleimhautverträglich. Meinen PatientInnen empfehle ich die Anwendung auch im Mundbereich bei Narben…
Wenn ich weiß, wo Sie zuhause sind, kann ich überlegen, ob ich eine kompetente Kollegin in ihrer Gegend kenne, zu der ich Sie weiter vermitteln kann. Da brauchen Sie dringend Hilfe!!
Ganz liebe Grüße!
Monika
Katja am 07 Nov 2008 um 19:07 #
Liebe Monika,
vielen Dank für die rasche Antwort! Unsere Lilly wurde am 01.08.2008 geboren.
Was bedeutet eigentlich “energetisch nicht einwandfrei fließen”?
Die Gynäkologin meinte, ich solle die Dammschnittnarbe mit Ringekblumensalbe oder einer anderen Feuchtigkeitscreme eincremen. Bis jetzt hatte ich Bepanthen Roche genommen, was zwar beim heilen, jedoch nicht so sehr beim Spannungsgefühl geholfen hat.
Ich komme aus Leipzig, von auf Gynäkologie spezialisierte Physiotherapeuten habe ich hier aber noch nicht gehört.
Viele Grüße
Katja
Monika am 07 Nov 2008 um 20:32 #
Hallo Katja!
Also, vom Geburtstermin her, ist noch nichts aus der Zeit. Nach 4 Monaten muss noch nicht alle Sensibilität rund um die Narbe wieder da sein.
Das mit dem “Fließen der Energie” muss man sich so vorstellen, als ob die Narbe eine Staumauer wäre, die den Fluss der Energie von unten nach oben blockiert. Manchmal ist das sogar sichtbar, wenn die Narbe unterhalb so etwas wie gestaut und geschwollen wirkt.
Würde einmal in der Apotheke fragen, ob sie die APM-Salbe haben oder bestellen können…(das ist eine Salbe, die mit kleinsten Metallteilchen angereichert ist) und damit als “Transportmittel der Energie” über die Narbe (Staumauer) helfen. Das nimmt dann auch das Spannungsgefühl. Kannst du auch für die Dammnarbe verwenden (ist Schleimhautverträglich).
In Leipzig - Umgebung bin ich schlecht informiert bezüglich Kolleginnen, die das könnten. Am besten gehst du einmal über den Verband der Physiotherapeuten: Suche nach Physio mit Spezialisierung in Gynäkologie oder zumindest mit Spezialisierung in einer energetischen Technik (Akupunktmassage nach Penzel z.B.).
Hoffe, das hilft dir jetzt wieder ein bisschen weiter! Wärest du irgendwo im Süden Deutschlands, da hätte ich genügend Adressen….. leider!
Liebe Grüße!
Monika