Finnische Wissenschaftler haben entdeckt, dass das Klima auch das Geschlecht der Kinder beeinflusst. Demnach werden in warmen Jahren mehr Söhne geboren. Ein warmes Vorjahr hingegen begünstigt die Geburt von Töchtern. Die Wissenschaftler haben zur Erstellung der Studie die Temperaturen und die Geburtenregister der vergangenen 150 Jahre in Lappland untersucht. 

Bisher gab es zwar einige Studien über das Geschlechterverhältnis und Umwelteinflüsse, allerdings kaum welche bei Menschen. Keine der bisherigen Untersuchungen hatten klare Ergebnisse geliefert. Die Auswertung der Jahresmitteltemperaturen – zum Teil mussten die Wissenschaftler auf Temperaturrekonstruktionen zurückgreifen – und jene der demographischen Entwicklung der Samen kam zum Ergebnis, dass pro Grad Temperaturanstieg zwischen zwei Jahren rund ein Prozent mehr Buben geboren werden. Auch die Erhebung der Geburtenrate war nicht ganz einfach: Hier nahmen die Forscher Kirchenregistereinträge der Lutherschen Kirche aus den Jahren 1745 bis 1890 zur Hand. Um genau zu arbeiten, wurde auch Bedacht darauf genommen, dass die Zeugung und die Geburt nicht im gleichen Kalenderjahr liegen müssen. Daher wurde sowohl das Geburtsjahr als auch das Vorjahr mitberechnet.  

„Obwohl physiologische und ökologische Mechanismen den Trend stark mitbestimmten, ist doch ein Effekt der Temperatur auf das Geschlecht von Neugeborenen auszumachen“, erklären die Forscher. Unklar sei allerdings weiterhin, welche Mechanismen im Detail dafür verantwortlich sind, dass in wärmeren Jahren mehr männliche Nachkommen geboren werden. Um das zu klären, wären monatsgenaue Informationen nötig.  

Quelle: BabyExpress, Österreichs größte Familienzeitschrift (Ausgabe: 5/2008)