Ach wie war ich doch froh – keine Übelkeit, kein Erbrechen – ich konnte mich über den Beginn meiner Schwangerschaft wirklich nicht beschweren. Während meine Kollegin - zeitgleich mit mir schwanger – jeden Tag eine andere Grünschattierung ihres Gesichtes präsentierte, erfreute ich mich bester Gesundheit und bester Laune.  

Plötzlich in der zweiten Hälfte meiner Schwangerschaft war er dann da – ein brennender Schmerz hinter meinem Brustbein – schlimmer als ich es für möglich gehalten hätte. Wie immer wenn eine kleine Unsicherheit bei mir auftrat, fing ich auch diesmal an, generalstabsmäßig Internet und Bücher durchzuackern. Was ich da erfuhr brachte meinen Frohsinn nicht gerade auf Vordermann, denn eines wurde mir bei meinen Recherchen gleich klar: Wenn es da ist, wird es dich bis zur Geburt begleiten. Der Grund dafür ist, dass der Mutterkuchen während der Schwangerschaft  das Hormon Progesteron produziert. Es dient der Entspannung der Uterusmuskeln. Es entspannt aber auch den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre. Dadurch gelangt nun Magensäure in die Röhre und löst das unangenehme Gefühl des Sodbrennens aus. Progesteron verlangsamt auch die wellenartigen Kontraktionen des Magens, wodurch die Verdauung verlangsamt wird. Gegen Ende der Schwangerschaft braucht das wachsende Baby in der Bauchhöhle so viel Platz, dass es die Magensäure nach oben drückt.  

Ich hatte das völlig verstanden und war nun gewillt, alles zu tun um meine Beschwerden sofort zu lindern. Na ja fast alles.

Kein gewürztes Essen, keine Schokolade, keine Zitrusfrüchte, keinen Alkohol und keinen Kaffee
. Soweit so gut, die Sache hatte nur einen Haken: Ich konnte in meiner Schwangerschaft unmöglich ohne meine superscharfen chinesischen Instantsuppen leben – ich hab es versucht – UNMÖGLICH!

Mehrmals kleine Mahlzeiten sind einer großen vorzuziehen
– das hab ich ziemlich gut hingekriegt,  außer dass die kleinen Mahlzeiten nicht wirklich klein waren

Gründlich kauen
– kein Problem – ich hab es nur meistens vergessen, aber theoretisch hätte ich es gekonnt!

Während den Mahlzeiten nicht zu viel trinken
– super, mir war jede Ausrede recht – das mit dem Trinken fiel mir ohnehin sehr schwer

Mindestens eine Stunde nach den Mahlzeiten nicht hinlegen
ja aber ich war nach dem Essen müde und ich hatte Zeit  – das hat also nicht funktioniert  

Mit erhöhtem Kopfteil schlafen – wie ungemütlich! Sehr störend beim kuscheln –  nein danke!

Somit  mussten also die Hausmittelchen helfen: Mandeln kauen, Milch trinken, Senf schlucken, Pfefferminztee trinken – ohne Erfolg. Ein Apotheker gab mir dann den Rat rote Beete und Kartoffeln zu essen. Ich muss sagen, es hat wirklich am besten geholfen, aber noch immer weit entfernt von Wohlbefinden! Mein Frauenarzt hat mich schlussendlich mit Kautabletten versorgt, die ich unbedenklich bei Bedarf einnehmen durfte und dazu einen Saft der die Magenschleimhaut geschützt und gestärkt hat.

Es ging mir viel besser – trotz meiner scharfen Speisen und anderen Marotten. Und ein bisschen hab ich mich wohl auch daran gewöhnt im Wissen, dass ich die wichtigsten Maßnahmen nicht befolgt hatte.  

Fast 5 Monate ist meine Kleine nun alt und seit ihrer Geburt ist mein Sodbrennen wieder Geschichte – genauso wie meine scharfen Suppen. IGITT!