Verfasst von Monika Siller am 14 Jul 2008 um 03:05 pm
Das Becken in der Schwangerschaft
Eine häufige, äußerst lästige, aber unbedingt notwendige, Begleiterscheinung in der Schwangerschaft ist die Tatsache, dass sich die Bandverbindungen zwischen den einzelnen Beckenknochen etwas „erweichen“ und den schwangeren Frauen Probleme im Alltag bereiten. Allerdings geben nicht alle Frauen Beschwerden an. Die schwangeren Frauen bekommen dann die „Pauschaldiagnose“: Beckenringlockerung oder Iliosakralgelenks-Beschwerden von den Gynäkologen, die manchmal nicht wissen, dass die Physiotherapie Linderung oder Schmerzfreiheit bringen kann.
Grund für die Beschwerden ist meist die veränderte hormonelle Situation während der Schwangerschaft: Der veränderte Hormonstatus der schwangeren Frau sorgt dafür, dass alle Bindegewebsstrukturen (dazu gehören auch die Bänder) weicher und damit beweglicher werden. Was an der Bauchhaut während der Schwangerschaft für die Frauen sichtbar wird, … wie sich die Haut dort nämlich dehnt, damit das Kind „dahinter“ Platz bekommt, … das kann am Schambein oder am Iliosakralgelenk (Verbindung der Darmbeischaufeln zum Kreuzbein) ziemlich unangenehm werden. Viele schwangere Frauen klagen dann über Schmerzen beim Aufstehen oder beim langen Stehen und Gehen, manchmal sogar beim Liegen. Das „mehr“ an Beweglichkeit hat als Nebenwirkung „Stabilitätsverlust“. Die Muskulatur kann nicht mehr ausreichend stabilisieren und spezifische Nerven signalisieren dann dem Gehirn „Schmerz“.
Bei der Geburt ist dieses „mehr“ an Beweglichkeit an den Gelenken, zwischen den Beckenknochen, in der Wirbelsäule, an den Hüftgelenken, am Beckenboden… - aber unbedingte Notwendigkeit. Nur so kann die Frau ihr Kind auch durch das Becken gebären. Wenn während der Schwangerschaft (das gilt übrigens auch für die Rückbildungszeit) die Strukturen also zu viel Stress bekommen und die Stabilität nicht ausreichend gewährleistet wird, so kann es auch zu „Verschiebungen“ kommen, welche unbedingt physiotherapeutisch vor der Geburt behandelt werden müssen. Die Frauen bekommen dann einen Beckengurt. Diese Maßnahmen sollten Linderung, oder im Idealfall Schmerzfreiheit, rund ums Becken bringen.
Wenn ihnen derartige Beschwerden bekannt vorkommen, wenden sie sich an Physiotherapeuten, wir können bestimmt einiges für ihr temporär zu „weiches“ Becken tun und ihnen die Basics für eine dahingehend „gute Geburt“ liefern….

