Auch im Leben von Babys und Kindern gibt es gute und schlechte Tage. Die schlechten Tage sind einschlägiger Gesprächsstoff wenn leidgeprüfte Mütter sich zu Kaffee und Kuchen treffen. Über die guten verliert kaum wer ein Wort. Aber es gibt sie: Die richtig guten Tage! Das sind, aus der Sicht meiner Mama, dann meist die Tage wo ich am Vorabend schnell und ohne murren einschlafe, die ganze Nacht durchschlafe, brav esse und den ganzen Tag nur sonniges Gemüt unter Beweis stelle. So geschehen gestern. Daher heute: Terror! 

Schon früh bin ich drauf gekommen, dass man Eltern und im speziellen Mamas ganz leicht zur Verzweiflung bringen kann, wenn man einfach nichts isst. Gesagt – getan. Angefangen hab ich damit am frühen Morgen. Erstes Highlight: Brei verweigert. Natürlich nicht einfach nur verweigert, sondern das volle Programm: Schreien, Brei ausspucken, Mamas Pullover anpatzen, Löffel auf den Fußboden werfen – ein Mordsspaß! In erster Linie für mich.  

Keine Stunde später: Zweiter Anlauf von Mama. Dieses Mal soll ich einen Apfel verdrücken. Ich aber hab ihn nur zerdrückt, ein wenig am Fußboden der Küche verteilt und bin mit meinen Spielsocken fest drauf gestiegen. Ja, ja – an apple a day… 

Da ich ja nun schon den ganzen Vormittag nichts gegessen hatte, war meine Mami tunlichst bemüht, mir was ganz tolles als Mittagstisch zu servieren. Sie hat dann auch 20 Minuten am Herd herum hantiert, mir dutzende Male Dinge wie „heiß“ oder „nein“ zugerufen, bis das Essen fertig war. Kurzum: Mir hat es nicht geschmeckt. Fazit: Mama kurz vor der Krise. Damit der Tag auch für meine Mami ein versöhnliches Ende findet, hab ich dann am Nachmittag ein ganzes Gläschen von meinem Lieblingsbrei vertilgt, zwei Reiscracker verspeist und in rauen Mengen dazu getrunken.  

Aber ein Phänomen fällt, mir was das Essen betrifft, zusehends auf. Bei mir, aber auch bei Altersgenossen. Kochen für Kinder scheint für Mamas und Eltern eine never ending story zu sein. Scheinbar ist es Eltern nicht genug, wenn man seine fünf bis sechs Lieblingsgerichte als Baby hat. Nein, es muss ständig herum experimentiert werden. Und es darf offensichtlich kein Gericht zwei Mal hinter einander geben. Das erzürnt einen als Baby natürlich schon ganz ungeheuerlich. Dank fehlendem sprachlichen Talent führt dies dann unwiderruflich zu oben beschriebenen Attacken, wie Essen ausspucken, Löffel wegwerfen und Co.  

Also Mamis dieser Welt: Kochen für Babys ist einfach. Gebt uns doch die Dinge die wir gerne essen und wir sind Freunde. Ich darf daher an alle, so genannten, Erziehungsberechtigte appellieren: Weg mit den Babykochbüchern – hin zu mehr Mitsprache bei der Babykost durch die Betroffenen selbst. Den Kleinkindern! Andernfalls müssen wir wieder mühsam Eltern erziehen und dass ist auch für uns Babys nicht lustig. Versprochen!  

Übrigens: Morgen hätte ich gerne Pommes Frites. Mahlzeit!