Archiv für Juli, 2008

Verfasst von Philip am 27 Jul 2008

Kochen für Kinder

Auch im Leben von Babys und Kindern gibt es gute und schlechte Tage. Die schlechten Tage sind einschlägiger Gesprächsstoff wenn leidgeprüfte Mütter sich zu Kaffee und Kuchen treffen. Über die guten verliert kaum wer ein Wort. Aber es gibt sie: Die richtig guten Tage! Das sind, aus der Sicht meiner Mama, dann meist die Tage wo ich am Vorabend schnell und ohne murren einschlafe, die ganze Nacht durchschlafe, brav esse und den ganzen Tag nur sonniges Gemüt unter Beweis stelle. So geschehen gestern. Daher heute: Terror! 

Schon früh bin ich drauf gekommen, dass man Eltern und im speziellen Mamas ganz leicht zur Verzweiflung bringen kann, wenn man einfach nichts isst. Gesagt – getan. Angefangen hab ich damit am frühen Morgen. Erstes Highlight: Brei verweigert. Natürlich nicht einfach nur verweigert, sondern das volle Programm: Schreien, Brei ausspucken, Mamas Pullover anpatzen, Löffel auf den Fußboden werfen – ein Mordsspaß! In erster Linie für mich.  

Keine Stunde später: Zweiter Anlauf von Mama. Dieses Mal soll ich einen Apfel verdrücken. Ich aber hab ihn nur zerdrückt, ein wenig am Fußboden der Küche verteilt und bin mit meinen Spielsocken fest drauf gestiegen. Ja, ja – an apple a day… 

Da ich ja nun schon den ganzen Vormittag nichts gegessen hatte, war meine Mami tunlichst bemüht, mir was ganz tolles als Mittagstisch zu servieren. Sie hat dann auch 20 Minuten am Herd herum hantiert, mir dutzende Male Dinge wie „heiß“ oder „nein“ zugerufen, bis das Essen fertig war. Kurzum: Mir hat es nicht geschmeckt. Fazit: Mama kurz vor der Krise. Damit der Tag auch für meine Mami ein versöhnliches Ende findet, hab ich dann am Nachmittag ein ganzes Gläschen von meinem Lieblingsbrei vertilgt, zwei Reiscracker verspeist und in rauen Mengen dazu getrunken.  

Aber ein Phänomen fällt, mir was das Essen betrifft, zusehends auf. Bei mir, aber auch bei Altersgenossen. Kochen für Kinder scheint für Mamas und Eltern eine never ending story zu sein. Scheinbar ist es Eltern nicht genug, wenn man seine fünf bis sechs Lieblingsgerichte als Baby hat. Nein, es muss ständig herum experimentiert werden. Und es darf offensichtlich kein Gericht zwei Mal hinter einander geben. Das erzürnt einen als Baby natürlich schon ganz ungeheuerlich. Dank fehlendem sprachlichen Talent führt dies dann unwiderruflich zu oben beschriebenen Attacken, wie Essen ausspucken, Löffel wegwerfen und Co.  

Also Mamis dieser Welt: Kochen für Babys ist einfach. Gebt uns doch die Dinge die wir gerne essen und wir sind Freunde. Ich darf daher an alle, so genannten, Erziehungsberechtigte appellieren: Weg mit den Babykochbüchern – hin zu mehr Mitsprache bei der Babykost durch die Betroffenen selbst. Den Kleinkindern! Andernfalls müssen wir wieder mühsam Eltern erziehen und dass ist auch für uns Babys nicht lustig. Versprochen!  

Übrigens: Morgen hätte ich gerne Pommes Frites. Mahlzeit!

Verfasst von Andrea am 27 Jul 2008

Die ersten Kindsbewegungen

Es ist völlig unterschiedlich, wann eine Frau die ersten Bewegungen ihres Babys spürt. Ich habe schon von Frauen gehört, die bereits in der 14. SSW Kindsbewegungen wahrnahmen, bei anderen Frauen dauert es länger. Auch wie die Kindsbewegungen gespürt werden ist von Frau zu Frau verschieden. Zweitgebärende können die Bewegungen ihres Kindes meistens schon früher wahrnehmen, da sie schon wissen, wie sie sich anfühlen.
 
Ich war mir in der 19. SSW sicher zum ersten Mal mein Baby wirklich gespürt zu haben. Ich war gerade bei meiner internen Untersuchung und plötzlich spürte ich den Schmetterling in meinem Bauch flattern, genauso fühlte es sich an. Ein wunderschönes Erlebnis. Natürlich wurden die Bewegungen immer mehr, allerdings dank einer Vorderwandplazenta und einem faulen Baby hielten sie sich bis zum Ende in Grenzen. Nicht einmal, dass ich einen unangenehmen Tritt bekommen hätte wie so oft von schwangeren Frauen beschrieben.
Während sich der Bauch meiner Freundin ständig auswölbte und ihr kleiner Sohn unaufhörlich Klopfzeichen von sich gab, konnte man auf meinem Bauch bis zur Geburt nicht die klitzekleinste Bewegung sehen. Sehr frustrierend für den Papa, der von seinen Freunden immer hörte wie toll es sich anfühlte das Baby von außen zu spüren. 2 Tage vor der Geburt sahen wir wenigstens ein leichtes Zucken, als Madame von heftigem Schluckauf geplagt wurde. Mehr gab es nicht. 

Nachts war totale Ruhe, und dieses Verständnis für die Nachtstunden hat sich glücklicherweise bis heute gehalten. Es ist also wirklich sehr unterschiedlich, jede Frau empfindet es anders und jedes Baby ist anders. Kein Grund zur Sorge wenn es mal ein bisschen ruhiger ist, das Baby hat ja auch Wachstumsschübe. Viele Ärzte raten schwangeren Frauen, ab Mitte des dritten Trimesters sich jeden Tag zur gleichen Zeit hinzulegen, am besten wenn das Kind am aktivsten ist. Innerhalb einer Stunde sollte man 10 Bewegungen spüren, falls nicht etwas essen und noch mal versuchen und wenn man eine Stunde nichts spürt den Arzt anrufen. Das ist meiner Meinung nach Unfug und Panikmache, egal mit wem ich gesprochen habe, das funktioniert so nicht. Natürlich muss man bei fortgeschrittener Schwangerschaft auf die Regelmäßigkeit der Bewegungen achten, aber man sollte sich nicht verrückt machen (lassen). Ich habe ab dem 7. Schwangerschaftsmonat darauf geachtet dass ich nicht über 8 bis 10 Stunden trotz entsprechender Aufmerksamkeit keine Kindsbewegungen gespürt habe. Das war glücklicherweise nie der Fall.

Achtung: Die Kindsbewegungen werden in den letzten Wochen vor der Geburt auch im Normalfall schwächer, weil das Kind in der Gebärmutter kaum noch Platz hat.

Das eigene Bauchgefühl ist in der Schwangerschaft immer das Beste und in diesem Fall ist das sogar wortwörtlich richtig.

Verfasst von Karin am 27 Jul 2008

Geburtsschmerz positiv erleben

Was ist die Zukunft der modernen Geburtshilfe? Muss sich eine Frau heute noch Schmerzen bei der Geburt aussetzen? Es gibt viele offene Fragen zu den Errungenschaften der modernen Medizin, um die wir alle froh sind, dass es sie gibt, wenn wir sie brauchen. 

Da die Geburt mit Schmerz verbunden ist, möchte ich auch dem Thema Geburtsschmerz einige Zeilen widmen. Ich bin der Meinung, dass jede Frau durch Information und Vorbereitung auf das nahende Ereignis die Geburt schaffen kann, aus eigener Kraft und mit Hilfe einfühlsamer Unterstützung durch Partner und Hebamme. Ich möchte Frauen Mut machen und sie motivieren, sich mit ihren Vorstellungen und Gefühlen auseinanderzusetzen, ihre Ängste zu verbalisieren und sich mitzuteilen, sich die Unterstützung zu organisieren die sie brauchen, um die Geburt gut begleitet und beschützt meistern zu können.  

Hierzu ein Interview mit der Hebamme Verena Schmid, die vor kurzem das Buch Der Geburtsschmerz – Bedeutung und natürliche Methoden der Schmerzlinderung im Hippokrates Verlag herausgegeben hat. 

Der Geburtsschmerz
In unserem Kulturkreis ist Schmerz negativ besetzt. Wir versuchen körperliche Schmerzen in der Regel mit Hilfe von Medikamenten zu vermeiden. Auch bei der Geburt spielen Betäubung und Kaiserschnitt eine immer größere Rolle. “Es ist heute für Frauen schwierig geworden den Schmerz der Geburt zu akzeptieren, da er in unserer Gesellschaft nicht wertgeschätzt wird”, erläutert die freiberufliche Hebamme Monika Schmid aus Stuttgart. Im Gespräch mit ihrer in Italien praktizierenden Kollegin Verena Schmid diskutiert sie in der aktuellen Ausgabe “Die Hebamme” (Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2005) über die Bedeutung des Geburtsschmerzes.

Natürliche Methoden der Schmerzlinderung bei der Geburt
Die Wahl zwischen einer schmerzhaften und einer vermeintlich schmerzfreien Geburt, vor die sich viele Frauen gestellt sehen, sehen die Expertinnen kritisch. Denn auch wenn sich die werdenden Mütter für eine Betäubung entscheiden, müssen sie eine Zeit lang die Wehenschmerzen ertragen. Indem sie den Schmerz innerlich ablehnen und ein Gegenmittel erwarten, können sie nicht auf die Wehen reagieren und empfinden diese als noch schmerzhafter. Auch ein Kaiserschnitt verläuft keineswegs ohne Schmerzen, sie treten lediglich später auf. “Durch die fehlende Hormonausschüttung der physiologischen Geburt bleibt der Schmerz bei einem Kaiserschnitt viel stärker im Gedächtnis haften”, erklärt Verena Schmid, die eine Weiterbildungsschule für Hebammen in Florenz leitet und auch in Deutschland Fortbildungen anbietet. Dass viele Frauen danach keine weiteren Kinder mehr wollen, ist demnach kein Zufall. Die wenigsten Mütter sind jedoch darüber informiert. Eine vermehrte Auseinandersetzung mit dem Geburtsschmerz in der Hebammenarbeit ist daher dringend erforderlich. Fördert er doch die Produktion verschiedener Hormone. Diese begünstigen unter anderem die Bindung zwischen Mutter und Kind und stellen den Stoffwechsel des Neugeborenen auf ein Leben außerhalb des Mutterleibs ein. Frauen, die ohne Betäubung entbinden, empfinden oft ein Gefühl der Stärke und Überwältigung, nicht unbedingt Schmerz. 

Interview mit Verena Schmid: Die Bedeutung des Geburtsschmerzes für Mutter und Kind - ein Interview mit Verena Schmid Die Hebamme 1/2005: 11-12

Verfasst von Andrea am 26 Jul 2008

Geruchsempfindlichkeit in der Schwangerschaft

Besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten führen die Hormone zu einer höheren Empfindlichkeit gegenüber manchen Düften. Nicht nur unangenehme Gerüche können dabei bei Schwangeren Übelkeit auslösen sondern auch bisherige Lieblingsdüfte. Manche Speisen schmecken einfach nicht mehr so wie früher, das liegt daran, dass der Speichel anders zusammengesetzt ist. Auf diese Art und Weise hat die Natur wohl dafür gesorgt, dass die werdende Mutter ein besseres Gefühl dafür bekommt, was für sie und ihr Baby schädlich sein kann. So berichten viele Schwangere, dass sie den Geruch von Kaffee, Wein, Bier und Zigarettenrauch nicht mehr ertragen konnten. Auch verdorbene Speisen werden viel schneller erkannt. 

Ich roch alles weiterhin gleich gerne oder ungern nur um ein vielfaches stärker, was mir zuhause den Namen “Spürhund” einbrachte. Mein Mann meinte, dass ich jedem Drogenhund Konkurrenz machen würde. So erklärte ich ihm z. b. bei einem Waldspaziergang allen Ernstes, dass hier wohl irgendwo eine faule Pflanze sei. Ich weiß nicht wie oft er diesbezüglich den Kopf geschüttelt hat, jedoch hat er sich damit abgefunden, dass bei uns dauernd gelüftet wurde. Ich war übrigens hauptsächlich in der kalten Jahreszeit schwanger und das “Supernasen” Syndrom blieb mir bis zu Entbindung. Fazit: Er fror. Ich nicht - ich hatte ja meine Hitzewallungen (das ist aber eine andere Geschichte…)
 
Meine Supergeruchssinn ist wieder weg, das hat wohl auch die Natur eingerichtet, im Hinblick auf volle Windeln, usw.

Verfasst von Karin am 25 Jul 2008

Wissenswertes zu Noreia Blütenessenzen

Da ich ganz genau wissen wollte, woher der Name für die Blütenessenzen von Erika C. Pichler kommt, habe ich mich schlau gemacht, im Internet gesucht und auch interessante Dinge gefunden. Keltologie ist schon ein sehr spezielles Fachgebiet. Aber Wikipedia hilft auch hier. Besonders wissen wollte ich, wofür Noreia als Göttin zuständig war und wo ihre Heiligtümer, Anbetungsstätten waren, bzw. sind: 

Noreia (Göttin)
Noreia ist die Zusatzbezeichnung einer vorrömischen, keltischen Muttergöttin, bekannt aus Weiheschriften der römischen Kaiserzeit im Raum des heutigen Österreich. Ihr Name wird mit dem keltischen Stamm der Noriker in Verbindung gebracht, in dessen Siedlungsgebiet ihre Inschriften gefunden wurden. Sie wurde von den Römern mit der ägyptischen Göttin Isis gleichgesetzt und als Isis-Noreia verehrt. In Kärnten, in Hohenstein im Glantal und auf dem Ulrichsberg findet man noch heute ihre Heiligtümer, die mit Inschriften verziert sind. Noreia hießen auch zwei Orte im Stadtbereich von Virunum. 

Norei Tempel nebst Schloss Seggau in der Steiermark
Neben dem Schloss Seggau (Frauenberg bei Leibnitz), befindet sich das größte Heiligtum der Isis-Noreia außerhalb Ägyptens. Die Göttin Noreia, eine Erdgöttin, vergleichbar mit Artemis oder der “Göttlichen Mutter” wurde ab 1500 v. Chr. in einem Tempel am Frauenberg verehrt. Sie wurde als große Göttin im gesamten Gebiet des  heutigen Österreichs verehrt. Noreia war aber nicht nur eine Muttergottheit oder Landesgöttin, sondern auch Schützerin des Bergbaues. In der römischen Zeit wurde “Isis-Noreia” als Herrin des Schicksals, des Lebensglücks, der Fruchtbarkeit, des Bergsegens und der heilenden Kraft insbesondere des Wassers angesehen. 

Also war Noreia eine sehr mächtige, beindruckende Göttin mit einem großen Einsatzgebiet und Verantwortungsbereich. Um ihren Schutz und Beistand baten sicher auch Frauen vor und während der Geburt. Bestimmt brachten auch Schwangere und Frauen die schwanger werden wollten ihre Opfer der Isis-Noreia dar. Vielleicht war sie auch eine Ansprechperson für die Hebammen der damaligen Zeit? Ich denke schon. Wenn ich das nächste Mal in Kärnten unterwegs bin, möchte ich mir unbedingt die erhaltenen Heiligtümer dieser Göttin anschauen…auf Spuren vergangener Zeit…  

Noreia (Königreich Noricum)
Noreia war eine antike Stadt im östlichen Alpenraum, die Hauptstadt des Königreichs Noricum. Sie ist bis heute nicht eindeutig lokalisiert. Einige Forscher meinen, dass Noreia mit der ausgegrabenen keltisch-römischen Stadt auf dem Magdalensberg in Kärnten identisch sein könnte. Dies ist aber nicht gesichert. Des weiteren wird Noreia auch am Zollfeld in Kärnten und im Bereich von Liebenfels im Glantal vermutet. Eine andere Möglichkeit ist noch die Umgebung des Klopeiner Sees in Kärnten, dort wurden zahlreiche keltische Fürstengräber gefunden. Möglicherweise gab es auch mehrere Noreias. Dafür sprechen zwei gleichlautende Einträge in der Tabula Peutingeriana, einer spätrömischen Straßenkarte. Das ältere Noreia mit etwa 3,5 km im Durchmesser und eine neue gleichnamige Stadt mit den Ausmaßen von 7,5 mal 3,4 km könnten sich in der heutigen Steiermark befunden haben. In der Nähe des Orts siegten 113 v. Chr. Kimbern und Teutonen in der Schlacht bei Noreia über ein römisches Heer. Es ist aber nicht geklärt, ob der Ort der Schlacht mit der Hauptstadt des norischen Königreichs identisch ist. 

Kuriosum – Noreia ein Ort in der Steiermark?
Im Jahr 1929 wurde bei archäologischen Grabungen in St. Margarethen am Silberberg in der Steiermark das vermeintliche Noreia entdeckt. Daraufhin wurde der Ort im Jahr 1930 sogar offiziell in Noreia umbenannt. Im Laufe der Jahre verdichteten sich jedoch die Zweifel an der Echtheit der Fundstücke und es wurde nachgewiesen, dass es sich um Reste einer mittelalterlichen Siedlung handelte. Heute ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass die Funde am Silberberg nichts mit Noreia zu tun haben.

Verfasst von Martina am 25 Jul 2008

Babybettchen-Blues

Kinderzimmer-EinrichtungKinderzimmer einrichten ist wohl das Schönste!

Haben wir uns doch dazu entschlossen einfach mal umzuziehen und beim Einrichten noch keine Rücksicht auf etwaigen Nachwuchs zu nehmen gibt es doch immer wieder Prospekte, die ins Haus flattern, die dann doch den Wunsch nach „Nachwuchs“ eindeutig fördern.

Wir gehen ja bewusst in fast jedem Möbelhaus auch in die Babyabteilung und probieren dieses oder jenes einfach mal aus. So testen wir sämtliche Kinderwagen auf deren Wendigkeit, die Baby-Badewannen auf Standfestigkeit und die Kindersitze fürs Auto auf Komfort. Gerne lassen wir uns auch von den überaus motivierten Verkäuferinnen Ratschläge geben, den neuesten Katalog einpacken und auch schon mal die eine oder andere Info zur Kinderzimmer-Einrichtung geben.  

Aber bis jetzt war an sich noch nicht das Baby-Utensil dabei, das uns beide direkt ins Schwärmen geraten hätte lassen und so haben sich diese Besuche immer auf den Spaßfaktor beschränkt.

Letztens war es dann aber so weit. Wir hatten einen ultimativen Babykatalog mitbekommen und zu Hause blätterte ich mich dann genüsslich vom Baby-Strampler über Kinderwagen bis zur Kinderzimmereinrichtung durch und da stand es: das absolute „Traumzimmer“ für unseren kleinen Schatz. Es war einfach traumhaft schön und bot alles, was das Babyherz begehrt (denke ich einfach mal). Noch dazu würde es doch perfekt in unser jetziges Arbeitszimmer passen.

Meine bessere Hälfte teilte diese erste Euphorie zwar, aber hatte dann doch wieder die vernünftigeren Argumente gegen den jetzigen Kinderzimmer-Einkauf. Sollte man doch vielleicht zuerst das Baby dafür fertig haben. Aber wer weiß, vielleicht passiert es doch schneller als gedacht…

Verfasst von Andrea am 24 Jul 2008

Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

Im einen Moment zu Tode betrübt und im nächsten schon wieder himmelhoch jauchzend: Bei schwangeren Frauen schwanken die Gefühle häufig von einem Extrem ins Andere, kein Wunder, die Hormone wirken auch auf das seelische Wohlbefinden. Trotz großer Freude auf das Baby reagiert man sensibler und Tränen sind keine Ausnahme. Für den Partner kommen diese Ausbrüche mehr oder weniger grundlos, jedoch sollte es im zweiten Schwangerschaftsdrittel besser werden.

Abgesehen von großen Gefühlsausbrüchen beim Fernsehen, hab ich mich ganz gut gehalten. Nur von der 20. bis zur 22. Woche war ich am Boden zerstört. Ich war gereizt, weinerlich und machte mir über alles Sorgen. Eine Verspätung zum Mittagessen von genau 4 Minuten wurde meinem Schatz zum Verhängnis - was war ich empört! Allerdings war ich hautnah Zeuge bei meiner Freundin, die zuerst 15 Hemden bügelte um sie ihrem Mann dann zerknüllt vor die Füße zu werfen. Aktionen wie diese lieferte sie am laufenden Band und konnte selbst nicht verstehen was in sie gefahren sei.
 
Man sollte darauf achten, dass die Stimmungsschwankungen nicht überhand nehmen und das ganze Leben bestimmen. Meiner Freundin und mir hat es geholfen, etwas zu unternehmen, das uns ein gutes Gefühl gab. Natürlich hatten wir den großen Vorteil komplett zeitgleich schwanger zu sein und so immer jemandem zum Reden zu haben.
 
Apropos Reden: Der Partner versteht oft mehr als man denkt! Mit ihm zu reden, kann Ihre Beziehung stark intensivieren. Deshalb: Öffnen Sie sich anderen gegenüber und lassen Sie diese teilhaben. Sie werden sich wahrscheinlich um einiges besser fühlen, wenn Sie wissen, dass andere für Sie da sind.

Verfasst von Susann am 24 Jul 2008

Sprachforschung

Es hat lange gedauert, bis es in meinem Kleinhirn angekommen ist, aber jetzt weiß ich es. Mom und Dad sind keinesfalls englische Begriffe. Der Ursprung ist höchst international und kommt aus des Babys Mund. Und irgendwann haben dann ungeduldige Eltern, die endlich eine persönliche Anrede von ihrem Nachwuchs haben wollten, beschlossen, dass die “Momomom”- und “Dädädäd”-Laute “Mama” und “Papa” bedeuten. So war das nämlich.

Verfasst von Susann am 24 Jul 2008

Umziehen mit Kind

Ich habe wirklich keine Ahnung. Keine Ahnung, wie man eigentlich einen Umzug OHNE hilfreiche Eltern, dafür aber mit einem kleinen Kind, überleben soll. Dass Dr. G und ich noch nicht vor dem Scheidungsrichter stehen, liegt wirklich nur daran, dass unsere Eltern uns so famos geholfen haben und Nika sozusagen in einer Dauer-Tages- und Nachtfreizeit untergebracht war.

Ansonsten wüsste ich nicht, wie man auch nur eine Kiste einpacken soll, wenn Frollein sofort dazu kommt, um alles wieder rauszuräumen. Dazu natürlich die - ganz stark an Hunde erinnerende - Unruhe, dass man eventuell weggehen könnte, ohne sie mitzunehmen. Im Klartext heißt das: Nika will eigentlich die gesamte Zeit des Tages auf dem Arm verbringen (die Nächte übrigens auch, aber darüber wollten wir ja nicht mehr sprechen). Ich habs ausprobiert: Mit Kind im Arm packt es sich deutlich schwieriger. Von daher nur der Rat an alle junge Familien: Vor dem Umzug ein Au-Pair organisieren. Sonst wird das ne Katastrophe!

Verfasst von Karin am 24 Jul 2008

Kaiserschnitt (Sectio Caesarea) – per Schnitt ins Leben

Warum gibt es so viele Kaiserschnitte?
Die Schnittentbindung ist ein sehr kontroverses und vieldiskutiertes Thema. Gerade weil die Sectiorate so stark ansteigt, müssen wir uns intensiv mit dieser Geburtsart beschäftigen und sie hinterfragen. Wichtig ist ausführliche und genaue Information am besten schon im Vorfeld, damit die werdenden Eltern genügend Zeit haben und sich Gedanken machen, nachfragen können. Im Akutfall ist eine zeitintensive Aufklärung zur Schnittgeburt natürlich nicht möglich, da geht das Wohlbefinden des Kindes vor. Ich denke da eher an die Frauen, die sich aus anderen Gründen für einen Kaiserschnitt entscheiden z.B. psychische Komponenten, Wunschkaiserschnitt, Angst, etc. 

Um eine wichtige Entscheidung selbst bestimmt treffen und die Verantwortung dafür tragen zu können, braucht es Aufklärung und Auseinandersetzung mit dem Thema, egal worum es geht, denn die Folgen davon werden ein Leben lang präsent sein.

Zur Geschichte des Kaiserschnitts findet sich in Wikipedia folgendes: 

„Bereits das Römische Recht kannte die Verpflichtung, an einer im Sterben liegenden oder soeben verstorbenen Schwangeren einen Kaiserschnitt vorzunehmen, um möglicherweise das Kind zu retten oder es zumindest getrennt beerdigen zu können. Diese „lex caesarea“ wird in den Digesten als „lex regia“, also als Gesetz aus der Königszeit (753–510 v. Chr) bezeichnet und dürfte demnach sehr alt sein: 

Dig. XI.8.2: negat lex regia mulierem, quae praegnas mortua sit, humari, antequam partus ei excidatur. Qui contra fecerit, spem animantis cum gravida peremisse videtur.

Ein königliches Gesetz verbietet, dass eine Frau, die schwanger verstorben ist, beerdigt werde, bevor die Leibesfrucht aus ihr herausgeschnitten wurde. Wer dem zuwiderhandelt, setzt sich dem Vorwurf aus, ihre Hoffnung auf Überleben mit der Schwangeren getötet zu haben. 

Laut dem römischen Schriftsteller Plinius (nat. hist. 7, 47) leitet sich der Name “Caesar” daraus her, dass der erste Träger dieses Namens aus dem Mutterleib geschnitten wurde (von lat. „caedere“ = aufschneiden, herausschneiden). Da aus „Caesar“ der Begriff Kaiser entstand, wurde analog aus der sectio caesarea („cäsarischer Schnitt“) der Kaiserschnitt. Im englischen Sprachraum heißt der Eingriff noch heute „Caesarean section“. Dass Julius Caesar selbst durch Kaiserschnitt entbunden worden sei, ist hingegen mit Sicherheit eine Legende, da seine Mutter die Geburt überlebte. Dies kam zur damaligen Zeit praktisch nicht vor und hätte daher Eingang in die Geschichte gefunden. 

Der katalanische Heilige Raimund Nonnatus, Patron der Schwangeren, Ammen und Kinder, für eine glückliche Entbindung und gegen Wochenbettfieber, trug seinen Beinamen (lat. non natus = nicht geboren), weil er durch Kaiserschnitt zur Welt kam, da seine Mutter vor seiner Geburt starb. Bis in die Neuzeit war der Kaiserschnitt fast immer mit dem Tod der Mutter verbunden. Normalerweise wurde er daher nur an Toten vorgenommen, zum Beispiel um das Kind ordnungsgemäß bestatten zu können. Der erste bekannte erfolgreiche Kaiserschnitt an einer Lebenden wurde im Jahre 1500 in Siegershausen in der Schweiz von dem Schweinekastrierer Jacob Nufer vorgenommen. Seine Frau überlebte die Prozedur nicht nur, sondern brachte im nächsten Jahr auf natürlichem Wege Zwillinge zur Welt. In Deutschland erfolgte der erste Kaiserschnitt am 21. April 1610 in Wittenberg durch Jeremias Trautmann. 1769 wurde von Joachim Friedrich Henckel der erste Kaiserschnitt im Verlauf der Linea alba durchgeführt. inea alba heißt „weiße Linie“ und ist die senkrecht verlaufende Bindegewebsnaht in der Bauchmitte. Diese Linie färbt sich während der Schwangerschaft färbt dunkelbraun durch verstärkte Pigmentierung und wird somit sichtbar (Linea fusca). Im Gegensatz zu Schwangerschaftsstreifen verschwindet diese Verfärbung einige Zeit nach der Geburt wieder vollständig.  

Am 25. September 1881 wurde von Ferdinand Adolf Kehrer in Meckesheim der erste konservative klassische Kaiserschnitt durchgeführt. Diese Kaiserschnittmethode, bei der die Bauchdecke und die Gebärmutter nicht wie bisher üblich von oben nach unten, sondern quer aufgeschnitten werden und danach die Gebärmutter fest mit dem Bauchfellüberzug vernäht wird, war bahnbrechend und wird in der Modifikation nach Hermann Johannes Pfannenstiel, nach dem diese Technik auch benannt ist, auch heute noch überall angewendet. Im Jahre 1895 führte Alfred Dührssen den vaginalen Kaiserschnitt ein. Dank verbesserter Operationstechniken, der Einführung der Asepsis, Fortschritten in der Anästhesie, Bluttransfusionen und Antibiotika konnte die Müttersterblichkeit beim Kaiserschnitt, die in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts noch bei über 80 % lag, auf 0,04 ‰ (Deutschland 2000 lt. BZgA) gesenkt werden. In einigen Privatkliniken in Brasilien beispielsweise liegt die Kaiserschnittquote heute bei über 70 %.“ 

Kaiserschnitt – ja oder nein?
Also wie wir lesen konnten, wieder mal eine kleine Ungenauigkeit in der Überlieferung der Geschichte. Ich darf hiermit einen Mythos entkräften. Und zwar, dass der Name Kaiserschnitt nicht von Julius Caesar kommt, sondern von dem Wort „schneiden“ (lat. caedere)… was mir persönlich auch logischer erscheint. Die stark zunehmende Anzahl der Kaiserschnittgeburten wird sehr besorgt beobachtet, nicht nur von uns Hebammen. Diskussionen über vaginale Geburt versus abdominale Geburt werden uns wohl noch oft und lange beschäftigen.

« Prev - Next »