Archiv für Juli, 2008

Verfasst von Andrea am 28 Jul 2008

Kann jede Frau stillen?

Das Stillen war etwas, worauf ich mich in meiner Schwangerschaft unheimlich freute. Ich war auch hundertprozentig davon überzeugt, dass das ohne Probleme bei mir klappen würde und so deckte ich mich kurz vor der Geburt meiner Tochter mit Stillzubehör ein. Stilleinlagen, Salbe, unheimlich teure Still BH´s usw. Dann kam der große Moment, ca. eine halbe Stunde nach Jana´s Geburt per Kaiserschnitt wurde sie das erste Mal von der Hebamme angelegt. Sie machte das auch sehr gut und die Hebamme war sehr zufrieden mit unserer Kleinen.

Stillberatung durch erfahrene Hebammen 
Ich brauchte sehr viel Hilfe von den Hebammen - den es stellte sich heraus, dass die Kleine ihren anfänglichen Fleiß nicht beibehalten wollte. Sie musste so kräftig saugen und das war ihr einfach zu anstrengend. Man erklärte mir, dass bei großen Brüsten die Milchseen so verzweigt wären und dass das Baby es wirklich schwer hatte. Wenn sie merkte, dass da gar nichts weiterging, schlief sie einfach wieder ein ohne zu trinken. Das funktionierte auf Dauer natürlich nicht und ganz schnell war die Kleine unterzuckert und musste zugefüttert werden. Dass das mit dem Fläschchen viel leichter ging, ist meinem kleinen Faulpelz natürlich nicht entgangen und mir war dann natürlich wichtiger, dass sie überhaupt etwas trank. Trotzdem versuchten die Hebammen unaufhörlich ihr Glück, ich bewundere heute noch die Geduld die sie alle aufgebracht haben.

Die Milchpumpe 
Es lief dann aber doch auf die Milchpumpe hinaus. Erst anlegen versuchen, dann pumpen und dann füttern. Aufgrund ihrer Unterzuckerung das ganze alle 2 Stunden rund um die Uhr. Man kann sich denken wie anstrengend das war und wie enttäuscht ich war, dass meine Stillträume zerplatzten… - Bald durfte ich mein Baby dann endlich schlafen lassen bis sie von selbst nach Milch verlangte, ein paar Schlucke von der Brust und den Rest pumpte ich wie eine Verrückte - das Ergebnis war eher mager - ich musste immer zufüttern.

Abstillen 
Ich hielt diesen Modus ca. 8 Wochen durch, die Muttermilch wurde immer weniger und als ich schließlich 3 Mal Pumpen musste um eine Mahlzeit für meine Kleine zusammen zu haben, ließ ich es sein. Ich musste nicht mal abstillen - ich hörte auf und das war es. Als ich die Pumpe wieder zurück gab hatte ich einerseits ein schlechtes Gewissen meiner Kleinen gegenüber, wollte ich doch, dass sie möglichst lange die hochwertige Muttermilch bekam, andererseits ließ bei mir so eine riesengroße Anspannung nach und eine unbändige Freude am “Mama sein” machte sich breit. Ich denke, das war für uns alle noch viel wertvoller als die Muttermilch.
 
Jana liebt ihr PRE Flascherl nach wie vor, ist gesund und munter und meine Brust beäugt sie noch heute mit gerunzelter Stirn….

Verfasst von Philip am 27 Jul 2008

Kochen für Kinder

Auch im Leben von Babys und Kindern gibt es gute und schlechte Tage. Die schlechten Tage sind einschlägiger Gesprächsstoff wenn leidgeprüfte Mütter sich zu Kaffee und Kuchen treffen. Über die guten verliert kaum wer ein Wort. Aber es gibt sie: Die richtig guten Tage! Das sind, aus der Sicht meiner Mama, dann meist die Tage wo ich am Vorabend schnell und ohne murren einschlafe, die ganze Nacht durchschlafe, brav esse und den ganzen Tag nur sonniges Gemüt unter Beweis stelle. So geschehen gestern. Daher heute: Terror! 

Schon früh bin ich drauf gekommen, dass man Eltern und im speziellen Mamas ganz leicht zur Verzweiflung bringen kann, wenn man einfach nichts isst. Gesagt – getan. Angefangen hab ich damit am frühen Morgen. Erstes Highlight: Brei verweigert. Natürlich nicht einfach nur verweigert, sondern das volle Programm: Schreien, Brei ausspucken, Mamas Pullover anpatzen, Löffel auf den Fußboden werfen – ein Mordsspaß! In erster Linie für mich.  

Keine Stunde später: Zweiter Anlauf von Mama. Dieses Mal soll ich einen Apfel verdrücken. Ich aber hab ihn nur zerdrückt, ein wenig am Fußboden der Küche verteilt und bin mit meinen Spielsocken fest drauf gestiegen. Ja, ja – an apple a day… 

Da ich ja nun schon den ganzen Vormittag nichts gegessen hatte, war meine Mami tunlichst bemüht, mir was ganz tolles als Mittagstisch zu servieren. Sie hat dann auch 20 Minuten am Herd herum hantiert, mir dutzende Male Dinge wie „heiß“ oder „nein“ zugerufen, bis das Essen fertig war. Kurzum: Mir hat es nicht geschmeckt. Fazit: Mama kurz vor der Krise. Damit der Tag auch für meine Mami ein versöhnliches Ende findet, hab ich dann am Nachmittag ein ganzes Gläschen von meinem Lieblingsbrei vertilgt, zwei Reiscracker verspeist und in rauen Mengen dazu getrunken.  

Aber ein Phänomen fällt, mir was das Essen betrifft, zusehends auf. Bei mir, aber auch bei Altersgenossen. Kochen für Kinder scheint für Mamas und Eltern eine never ending story zu sein. Scheinbar ist es Eltern nicht genug, wenn man seine fünf bis sechs Lieblingsgerichte als Baby hat. Nein, es muss ständig herum experimentiert werden. Und es darf offensichtlich kein Gericht zwei Mal hinter einander geben. Das erzürnt einen als Baby natürlich schon ganz ungeheuerlich. Dank fehlendem sprachlichen Talent führt dies dann unwiderruflich zu oben beschriebenen Attacken, wie Essen ausspucken, Löffel wegwerfen und Co.  

Also Mamis dieser Welt: Kochen für Babys ist einfach. Gebt uns doch die Dinge die wir gerne essen und wir sind Freunde. Ich darf daher an alle, so genannten, Erziehungsberechtigte appellieren: Weg mit den Babykochbüchern – hin zu mehr Mitsprache bei der Babykost durch die Betroffenen selbst. Den Kleinkindern! Andernfalls müssen wir wieder mühsam Eltern erziehen und dass ist auch für uns Babys nicht lustig. Versprochen!  

Übrigens: Morgen hätte ich gerne Pommes Frites. Mahlzeit!

Verfasst von Andrea am 27 Jul 2008

Die ersten Kindsbewegungen

Es ist völlig unterschiedlich, wann eine Frau die ersten Bewegungen ihres Babys spürt. Ich habe schon von Frauen gehört, die bereits in der 14. SSW Kindsbewegungen wahrnahmen, bei anderen Frauen dauert es länger. Auch wie die Kindsbewegungen gespürt werden ist von Frau zu Frau verschieden. Zweitgebärende können die Bewegungen ihres Kindes meistens schon früher wahrnehmen, da sie schon wissen, wie sie sich anfühlen.
 
Ich war mir in der 19. SSW sicher zum ersten Mal mein Baby wirklich gespürt zu haben. Ich war gerade bei meiner internen Untersuchung und plötzlich spürte ich den Schmetterling in meinem Bauch flattern, genauso fühlte es sich an. Ein wunderschönes Erlebnis. Natürlich wurden die Bewegungen immer mehr, allerdings dank einer Vorderwandplazenta und einem faulen Baby hielten sie sich bis zum Ende in Grenzen. Nicht einmal, dass ich einen unangenehmen Tritt bekommen hätte wie so oft von schwangeren Frauen beschrieben.
Während sich der Bauch meiner Freundin ständig auswölbte und ihr kleiner Sohn unaufhörlich Klopfzeichen von sich gab, konnte man auf meinem Bauch bis zur Geburt nicht die klitzekleinste Bewegung sehen. Sehr frustrierend für den Papa, der von seinen Freunden immer hörte wie toll es sich anfühlte das Baby von außen zu spüren. 2 Tage vor der Geburt sahen wir wenigstens ein leichtes Zucken, als Madame von heftigem Schluckauf geplagt wurde. Mehr gab es nicht. 

Nachts war totale Ruhe, und dieses Verständnis für die Nachtstunden hat sich glücklicherweise bis heute gehalten. Es ist also wirklich sehr unterschiedlich, jede Frau empfindet es anders und jedes Baby ist anders. Kein Grund zur Sorge wenn es mal ein bisschen ruhiger ist, das Baby hat ja auch Wachstumsschübe. Viele Ärzte raten schwangeren Frauen, ab Mitte des dritten Trimesters sich jeden Tag zur gleichen Zeit hinzulegen, am besten wenn das Kind am aktivsten ist. Innerhalb einer Stunde sollte man 10 Bewegungen spüren, falls nicht etwas essen und noch mal versuchen und wenn man eine Stunde nichts spürt den Arzt anrufen. Das ist meiner Meinung nach Unfug und Panikmache, egal mit wem ich gesprochen habe, das funktioniert so nicht. Natürlich muss man bei fortgeschrittener Schwangerschaft auf die Regelmäßigkeit der Bewegungen achten, aber man sollte sich nicht verrückt machen (lassen). Ich habe ab dem 7. Schwangerschaftsmonat darauf geachtet dass ich nicht über 8 bis 10 Stunden trotz entsprechender Aufmerksamkeit keine Kindsbewegungen gespürt habe. Das war glücklicherweise nie der Fall.

Achtung: Die Kindsbewegungen werden in den letzten Wochen vor der Geburt auch im Normalfall schwächer, weil das Kind in der Gebärmutter kaum noch Platz hat.

Das eigene Bauchgefühl ist in der Schwangerschaft immer das Beste und in diesem Fall ist das sogar wortwörtlich richtig.

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