Archiv für Juli, 2008

Verfasst von Karin am 27 Jul 2008

Geburtsschmerz positiv erleben

Was ist die Zukunft der modernen Geburtshilfe? Muss sich eine Frau heute noch Schmerzen bei der Geburt aussetzen? Es gibt viele offene Fragen zu den Errungenschaften der modernen Medizin, um die wir alle froh sind, dass es sie gibt, wenn wir sie brauchen. 

Da die Geburt mit Schmerz verbunden ist, möchte ich auch dem Thema Geburtsschmerz einige Zeilen widmen. Ich bin der Meinung, dass jede Frau durch Information und Vorbereitung auf das nahende Ereignis die Geburt schaffen kann, aus eigener Kraft und mit Hilfe einfühlsamer Unterstützung durch Partner und Hebamme. Ich möchte Frauen Mut machen und sie motivieren, sich mit ihren Vorstellungen und Gefühlen auseinanderzusetzen, ihre Ängste zu verbalisieren und sich mitzuteilen, sich die Unterstützung zu organisieren die sie brauchen, um die Geburt gut begleitet und beschützt meistern zu können.  

Hierzu ein Interview mit der Hebamme Verena Schmid, die vor kurzem das Buch Der Geburtsschmerz – Bedeutung und natürliche Methoden der Schmerzlinderung im Hippokrates Verlag herausgegeben hat. 

Der Geburtsschmerz
In unserem Kulturkreis ist Schmerz negativ besetzt. Wir versuchen körperliche Schmerzen in der Regel mit Hilfe von Medikamenten zu vermeiden. Auch bei der Geburt spielen Betäubung und Kaiserschnitt eine immer größere Rolle. “Es ist heute für Frauen schwierig geworden den Schmerz der Geburt zu akzeptieren, da er in unserer Gesellschaft nicht wertgeschätzt wird”, erläutert die freiberufliche Hebamme Monika Schmid aus Stuttgart. Im Gespräch mit ihrer in Italien praktizierenden Kollegin Verena Schmid diskutiert sie in der aktuellen Ausgabe “Die Hebamme” (Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2005) über die Bedeutung des Geburtsschmerzes.

Natürliche Methoden der Schmerzlinderung bei der Geburt
Die Wahl zwischen einer schmerzhaften und einer vermeintlich schmerzfreien Geburt, vor die sich viele Frauen gestellt sehen, sehen die Expertinnen kritisch. Denn auch wenn sich die werdenden Mütter für eine Betäubung entscheiden, müssen sie eine Zeit lang die Wehenschmerzen ertragen. Indem sie den Schmerz innerlich ablehnen und ein Gegenmittel erwarten, können sie nicht auf die Wehen reagieren und empfinden diese als noch schmerzhafter. Auch ein Kaiserschnitt verläuft keineswegs ohne Schmerzen, sie treten lediglich später auf. “Durch die fehlende Hormonausschüttung der physiologischen Geburt bleibt der Schmerz bei einem Kaiserschnitt viel stärker im Gedächtnis haften”, erklärt Verena Schmid, die eine Weiterbildungsschule für Hebammen in Florenz leitet und auch in Deutschland Fortbildungen anbietet. Dass viele Frauen danach keine weiteren Kinder mehr wollen, ist demnach kein Zufall. Die wenigsten Mütter sind jedoch darüber informiert. Eine vermehrte Auseinandersetzung mit dem Geburtsschmerz in der Hebammenarbeit ist daher dringend erforderlich. Fördert er doch die Produktion verschiedener Hormone. Diese begünstigen unter anderem die Bindung zwischen Mutter und Kind und stellen den Stoffwechsel des Neugeborenen auf ein Leben außerhalb des Mutterleibs ein. Frauen, die ohne Betäubung entbinden, empfinden oft ein Gefühl der Stärke und Überwältigung, nicht unbedingt Schmerz. 

Interview mit Verena Schmid: Die Bedeutung des Geburtsschmerzes für Mutter und Kind - ein Interview mit Verena Schmid Die Hebamme 1/2005: 11-12

Verfasst von Andrea am 26 Jul 2008

Geruchsempfindlichkeit in der Schwangerschaft

Besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten führen die Hormone zu einer höheren Empfindlichkeit gegenüber manchen Düften. Nicht nur unangenehme Gerüche können dabei bei Schwangeren Übelkeit auslösen sondern auch bisherige Lieblingsdüfte. Manche Speisen schmecken einfach nicht mehr so wie früher, das liegt daran, dass der Speichel anders zusammengesetzt ist. Auf diese Art und Weise hat die Natur wohl dafür gesorgt, dass die werdende Mutter ein besseres Gefühl dafür bekommt, was für sie und ihr Baby schädlich sein kann. So berichten viele Schwangere, dass sie den Geruch von Kaffee, Wein, Bier und Zigarettenrauch nicht mehr ertragen konnten. Auch verdorbene Speisen werden viel schneller erkannt. 

Ich roch alles weiterhin gleich gerne oder ungern nur um ein vielfaches stärker, was mir zuhause den Namen “Spürhund” einbrachte. Mein Mann meinte, dass ich jedem Drogenhund Konkurrenz machen würde. So erklärte ich ihm z. b. bei einem Waldspaziergang allen Ernstes, dass hier wohl irgendwo eine faule Pflanze sei. Ich weiß nicht wie oft er diesbezüglich den Kopf geschüttelt hat, jedoch hat er sich damit abgefunden, dass bei uns dauernd gelüftet wurde. Ich war übrigens hauptsächlich in der kalten Jahreszeit schwanger und das “Supernasen” Syndrom blieb mir bis zu Entbindung. Fazit: Er fror. Ich nicht - ich hatte ja meine Hitzewallungen (das ist aber eine andere Geschichte…)
 
Meine Supergeruchssinn ist wieder weg, das hat wohl auch die Natur eingerichtet, im Hinblick auf volle Windeln, usw.

Verfasst von Karin am 25 Jul 2008

Wissenswertes zu Noreia Blütenessenzen

Da ich ganz genau wissen wollte, woher der Name für die Blütenessenzen von Erika C. Pichler kommt, habe ich mich schlau gemacht, im Internet gesucht und auch interessante Dinge gefunden. Keltologie ist schon ein sehr spezielles Fachgebiet. Aber Wikipedia hilft auch hier. Besonders wissen wollte ich, wofür Noreia als Göttin zuständig war und wo ihre Heiligtümer, Anbetungsstätten waren, bzw. sind: 

Noreia (Göttin)
Noreia ist die Zusatzbezeichnung einer vorrömischen, keltischen Muttergöttin, bekannt aus Weiheschriften der römischen Kaiserzeit im Raum des heutigen Österreich. Ihr Name wird mit dem keltischen Stamm der Noriker in Verbindung gebracht, in dessen Siedlungsgebiet ihre Inschriften gefunden wurden. Sie wurde von den Römern mit der ägyptischen Göttin Isis gleichgesetzt und als Isis-Noreia verehrt. In Kärnten, in Hohenstein im Glantal und auf dem Ulrichsberg findet man noch heute ihre Heiligtümer, die mit Inschriften verziert sind. Noreia hießen auch zwei Orte im Stadtbereich von Virunum. 

Norei Tempel nebst Schloss Seggau in der Steiermark
Neben dem Schloss Seggau (Frauenberg bei Leibnitz), befindet sich das größte Heiligtum der Isis-Noreia außerhalb Ägyptens. Die Göttin Noreia, eine Erdgöttin, vergleichbar mit Artemis oder der “Göttlichen Mutter” wurde ab 1500 v. Chr. in einem Tempel am Frauenberg verehrt. Sie wurde als große Göttin im gesamten Gebiet des  heutigen Österreichs verehrt. Noreia war aber nicht nur eine Muttergottheit oder Landesgöttin, sondern auch Schützerin des Bergbaues. In der römischen Zeit wurde “Isis-Noreia” als Herrin des Schicksals, des Lebensglücks, der Fruchtbarkeit, des Bergsegens und der heilenden Kraft insbesondere des Wassers angesehen. 

Also war Noreia eine sehr mächtige, beindruckende Göttin mit einem großen Einsatzgebiet und Verantwortungsbereich. Um ihren Schutz und Beistand baten sicher auch Frauen vor und während der Geburt. Bestimmt brachten auch Schwangere und Frauen die schwanger werden wollten ihre Opfer der Isis-Noreia dar. Vielleicht war sie auch eine Ansprechperson für die Hebammen der damaligen Zeit? Ich denke schon. Wenn ich das nächste Mal in Kärnten unterwegs bin, möchte ich mir unbedingt die erhaltenen Heiligtümer dieser Göttin anschauen…auf Spuren vergangener Zeit…  

Noreia (Königreich Noricum)
Noreia war eine antike Stadt im östlichen Alpenraum, die Hauptstadt des Königreichs Noricum. Sie ist bis heute nicht eindeutig lokalisiert. Einige Forscher meinen, dass Noreia mit der ausgegrabenen keltisch-römischen Stadt auf dem Magdalensberg in Kärnten identisch sein könnte. Dies ist aber nicht gesichert. Des weiteren wird Noreia auch am Zollfeld in Kärnten und im Bereich von Liebenfels im Glantal vermutet. Eine andere Möglichkeit ist noch die Umgebung des Klopeiner Sees in Kärnten, dort wurden zahlreiche keltische Fürstengräber gefunden. Möglicherweise gab es auch mehrere Noreias. Dafür sprechen zwei gleichlautende Einträge in der Tabula Peutingeriana, einer spätrömischen Straßenkarte. Das ältere Noreia mit etwa 3,5 km im Durchmesser und eine neue gleichnamige Stadt mit den Ausmaßen von 7,5 mal 3,4 km könnten sich in der heutigen Steiermark befunden haben. In der Nähe des Orts siegten 113 v. Chr. Kimbern und Teutonen in der Schlacht bei Noreia über ein römisches Heer. Es ist aber nicht geklärt, ob der Ort der Schlacht mit der Hauptstadt des norischen Königreichs identisch ist. 

Kuriosum – Noreia ein Ort in der Steiermark?
Im Jahr 1929 wurde bei archäologischen Grabungen in St. Margarethen am Silberberg in der Steiermark das vermeintliche Noreia entdeckt. Daraufhin wurde der Ort im Jahr 1930 sogar offiziell in Noreia umbenannt. Im Laufe der Jahre verdichteten sich jedoch die Zweifel an der Echtheit der Fundstücke und es wurde nachgewiesen, dass es sich um Reste einer mittelalterlichen Siedlung handelte. Heute ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass die Funde am Silberberg nichts mit Noreia zu tun haben.

« Prev - Next »