Verfasst von Karin am 27 Aug 2008 um 10:16 am
Gebärhocker
Seit Jahrtausenden ist bekannt, dass eine Geburt in aufrechter Position natürlicher und komplikationsärmer ist, als in liegenden Gebärhaltungen.
Die Geschichte des Gebärhockers
Schon die Ägypterinnen bekamen ihre Kinder im Sitzen auf Gebärstühlen, wie auf vielen bildlichen Darstellungen zu sehen und somit beweisbar ist. Die Geburt im Liegen wurde in Europa erst ab dem 17.Jahrhundert aktuell, denn bis dahin war die halbsitzende Stellung im Bett oder die sitzende Position üblich, durchaus auf dem normalen Stuhl. Ab dem 15.Jahrhundert wurde zum ersten Mal der so genannte “Gebärstuhl“ beschrieben und zwar im ersten gedruckten Hebammenlehrbuch von Eucharius Roesslin (1513). Bis zum Ende des 17.Jahrhunderts wurde der Gebärstuhl durch ein anderes Modell ausgetauscht, das wiederum im Laufe der Zeit vielfach von verschiedenen Geburtshelfern weiterentwickelt wurde. Mit der Verlegung der Geburt in sog. Gebäranstalten gerieten die Vorteile der aufrechten Gebärhaltungen in Vergessenheit und die Rückenlage „state of the art“.
Der moderne Gebärhocker kommt aus der Schweiz
Um 1950 herum wurde wieder über alternative Gebärpositionen und so auch über den Gebärstuhl gesprochen. Schweizer Hebammen und Liselotte Kuntner entwickelten den so genannten Maia-Hocker. Nun im 2. Jahrtausend ist der Hocker ein beliebtes Hilfsmittel bei der Geburt im Sitzen. Bei der Geburt im Hocken, Sitzen oder Hängen (Seil) hilft nämlich die Schwerkraft mit den Druck auf die Gebärmutter zu erhöhen, wodurch die Wehen effektiver ausgenutzt werden können. Viele Naturvölker bringen ihre Kinder ebenfalls in aufrechten Positionen zur Welt. Oft verspüren Frauen bei dieser Art der Geburt zudem weniger Schmerzen.
Was ist ein Gebärhocker eigentlich?
Dies ist ein kleiner Stuhl ohne Lehne mit einer Aussparung für das Kind. Bei seiner Entwicklung haben Hebammen mit viel Erfahrung mit geholfen. Die Frau sitzt in aufrechter Position, und kann sich vor und zurück bewegen. In einigen Krankenhäusern besteht die Option, sich während des Pressen, zusätzlich an einem an der Decke befestigten Seil festzuhalten. Die Aussparung bietet zudem ein wenig Orientierung wohin „gepresst“ werden soll. Die Hebamme kniet vor dem Hocker auf einer Matte um das Neugeborene nach Abschluss der Austreibungsphase in Empfang zu nehmen. Der Arzt die Ärztin hält sich meist seitlich auf und bleibt im Hintergrund, wenn alles normal verläuft. Die Gebärende kann somit stets in Augenkontakt mit Hebamme und Arzt bleiben.
Vorteile und Nachteile einer Geburt am Gebärhocker
Die aufrechte Haltung unterstützt Wehentätigkeit und Geburtsfortschritt und kann die Atmung der Gebärenden optimieren. Bei der Nutzung des Gebärhockers hat die Begleitperson der werdenden Mutter die Möglichkeit zum direkten Körperkontakt. Der Rücken kann massiert oder einfach nur gestützt werden, auch empfinden manche Frauen bereits die bloße Umarmung als beruhigend. Bei dem Bedürfnis nach mehr Freiheit kann ebenfalls umgehend für Abstand gesorgt werden. Ein Nachteil kann sein, dass die Hebamme auf Grund der Nähe zum Boden den Damm nicht so gut im Blick hat, wie bei einer Geburt in erhöhter Position. Auch kann der Hocker auf Dauer zum Teil als hart empfunden werden. Oft beginnen die Schamlippen ödematös anzuschwellen, weswegen empfohlen wird, nur in der Endphase der Geburt, also zum pressen, auf dem Hocker sitzen zu bleiben. Bei Hockergeburten kommt es zu deutlich weniger Dammschnitten, aber dafür vermehrt zu Dammrissen, wo unter anderem auch die Durchtrittsgeschwindigkeit des Köpfchens eine wichtige mitverursachende Rolle spielt.


BABYBLOG der New Life Hotels » Der Pezziball - ein Hilfsmittel in der Schwangerschaft am 15 Sep 2008 um 14:44 #
[...] auf diese Weise optimal genutzt und erleichtert das erste Stadium der Geburt. Ähnlich wie beim Gebärhocker, kann die Entbindende vom werdenden Vater unterstützt werden, der die Frau von hinten halten kann, [...]
Schidlowski am 23 Dez 2008 um 11:05 #
Sehr geehrte Damen und Herren.
Ich bin auf der Suche nach einem Gebärhocker, der kein Holz enthält.
Wenn das bei Ihrem Modell so sein sollte, würde ich mich über einen Kontakt sehr freuen.
MfG D. Schidlowski