Archiv für August, 2008

Verfasst von Martina am 28 Aug 2008

Eigenes Gitterbett oder Familienbett

Ich stolpere in letzter Zeit immer wieder über den Begriff „Familienbett“. Betreiben es doch einige unserer Bekannten genauso wie oft beschrieben: Kindlein fein kommt mit ins Bettchen der Eltern mit rein.

Ich bin mir da nicht so sicher ob ich diese Art des Schlafens bevorzugen würde, bin ich doch eher ein Schläfer, der sehr viel Platz um sich herum braucht und kann beispielsweise auch nur sehr schlecht schlafen wenn mir meine bessere Hälfte zu sehr auf die Pelle rückt und ein Bett mit 160cm Breite ist für mich schier undenkbar. Aber als erwachsenen Mann kann ich meinem Herrn schon mal einen Rempler in die richtige Richtung geben und gut ist es.

Bei einem Baby bin ich mir da nicht so sicher, hätte ich doch vermutlich immer Angst, dass ich das kleine Schmuckstück zerdrücke. Die meisten Mamis haben dieser Sorge zwar bis jetzt vehement widersprochen, da man doch anscheinend Muttergefühle entwickelt und dann alles für den kleinen Liebling tut und ihn natürlich auch über Nacht sogar während des Schlafens beschützt und behütet.

Vorteile Familienbett
Auch gibt es natürlich immense Vorteile, wenn man es so sehen will. Man muss nicht mehr aufstehen wenn das kleine Knuddelmonster mal schreit und muss auch nicht aus den Federn wenn es mal Hunger hat. Aber was ist mit der Partnerschaft. Muss man wirklich alles abdrehen „nur“ weil ein neuer Erdenbürger heranwächst?

Bis jetzt kann ich dazu leider noch keine Stellung nehmen aber ich denke, dass bei mir soviel Mutterglück nicht eintreten wird und wir ein Familienbett haben, da ich doch ein sehr realistisch denkender Mensch bin.

Meine Meinung: eigenes Bett, eigenes Zimmer
Ich gehe ja momentan sogar in die Richtung, dass mein Baby von Anfang an mal in seinem Bettchen schlafen soll und vielleicht sogar in seinem eigenen Zimmer. Bei diesen Überlegungen werde ich zwar von Rabenmutter bis zum Baby-Nichtversteher alles genannt, aber bei mir war es damals auch so, dass ich von Anfang an mein eigenes Reich hatte und ich denke, dass es mir und der Beziehung meiner Eltern, die im Übrigen bereits über 35 Jahre verheiratet sind, nicht geschadet hat.

Aber wie jetzt immer: ich werde berichten sobald ich selbst mal in die Verlegenheit komme ein kleines Krümelchen großzuziehen.

Verfasst von Karin am 27 Aug 2008

Gebärhocker

Seit Jahrtausenden ist bekannt, dass eine Geburt in aufrechter Position natürlicher und komplikationsärmer ist, als in liegenden Gebärhaltungen.

Die Geschichte des Gebärhockers
Schon die Ägypterinnen bekamen ihre Kinder im Sitzen auf Gebärstühlen, wie auf vielen bildlichen Darstellungen zu sehen und somit beweisbar ist. Die Geburt im Liegen wurde in Europa erst ab dem 17.Jahrhundert aktuell, denn bis dahin war die halbsitzende Stellung im Bett oder die sitzende Position üblich, durchaus auf dem normalen Stuhl. Ab dem 15.Jahrhundert wurde zum ersten Mal der so genannte Gebärstuhl beschrieben und zwar im ersten gedruckten Hebammenlehrbuch von Eucharius Roesslin (1513). Bis zum Ende des 17.Jahrhunderts wurde der Gebärstuhl durch ein anderes Modell ausgetauscht, das wiederum im Laufe der Zeit vielfach von verschiedenen Geburtshelfern weiterentwickelt wurde. Mit der Verlegung der Geburt in sog. Gebäranstalten gerieten die Vorteile der aufrechten Gebärhaltungen in Vergessenheit und die Rückenlage „state of the art“.

Der moderne Gebärhocker kommt aus der Schweiz
Um 1950 herum wurde wieder über alternative Gebärpositionen und so auch über den Gebärstuhl gesprochen. Schweizer Hebammen und Liselotte Kuntner entwickelten den so genannten Maia-Hocker. Nun im 2. Jahrtausend ist der Hocker ein beliebtes Hilfsmittel bei der Geburt im Sitzen. Bei der Geburt im Hocken, Sitzen oder Hängen (Seil) hilft nämlich die Schwerkraft mit den Druck auf die Gebärmutter zu erhöhen, wodurch die Wehen effektiver ausgenutzt werden können. Viele Naturvölker bringen ihre Kinder ebenfalls in aufrechten Positionen zur Welt. Oft verspüren Frauen bei dieser Art der Geburt zudem weniger Schmerzen.

Was ist ein Gebärhocker eigentlich?
Dies ist ein kleiner Stuhl ohne Lehne mit einer Aussparung für das Kind. Bei seiner Entwicklung haben Hebammen mit viel Erfahrung mit geholfen. Die Frau sitzt in aufrechter Position, und kann sich vor und zurück bewegen. In einigen Krankenhäusern besteht die Option, sich während des Pressen, zusätzlich an einem an der Decke befestigten Seil festzuhalten. Die Aussparung bietet zudem ein wenig Orientierung wohin „gepresst“ werden soll. Die Hebamme kniet vor dem Hocker auf einer Matte um das Neugeborene nach Abschluss der Austreibungsphase in Empfang zu nehmen. Der Arzt die Ärztin hält sich meist seitlich auf und bleibt im Hintergrund, wenn alles normal verläuft. Die Gebärende kann somit stets in Augenkontakt mit Hebamme und Arzt bleiben.

Vorteile und Nachteile einer Geburt am Gebärhocker
Die aufrechte Haltung unterstützt Wehentätigkeit und Geburtsfortschritt und kann die Atmung der Gebärenden optimieren. Bei der Nutzung des Gebärhockers hat die Begleitperson der werdenden Mutter die Möglichkeit zum direkten Körperkontakt. Der Rücken kann massiert oder einfach nur gestützt werden, auch empfinden manche Frauen bereits die bloße Umarmung als beruhigend. Bei dem Bedürfnis nach mehr Freiheit kann ebenfalls umgehend für Abstand gesorgt werden. Ein Nachteil kann sein, dass die Hebamme auf Grund der Nähe zum Boden den Damm nicht so gut im Blick hat, wie bei einer Geburt in erhöhter Position. Auch kann der Hocker auf Dauer zum Teil als hart empfunden werden. Oft beginnen die Schamlippen ödematös anzuschwellen, weswegen empfohlen wird, nur in der Endphase der Geburt, also zum pressen, auf dem Hocker sitzen zu bleiben. Bei Hockergeburten kommt es zu deutlich weniger Dammschnitten, aber dafür vermehrt zu Dammrissen, wo unter anderem auch die Durchtrittsgeschwindigkeit des Köpfchens eine wichtige mitverursachende Rolle spielt.

Verfasst von Martina am 25 Aug 2008

Rosa oder Himmelblau – Junge oder Mädchen

An sich bin ich ja kein typischer Rosa- oder Himmelblau-Käufer aber in den letzten Jahren in denen meine Fast-Angeheiratete-Nichte wächst und gedeiht musste ich immer wieder feststellen, dass es gar nicht einfach ist einmal etwas Nicht-Rosarotes zu kaufen, das man auch noch anziehen kann. Klar kann man zwischen den Abstufungen von blassrosa bis violett wählen, aber im Allgemeinen ist die Farbe der Kinderbekleidung immer eindeutig geschlechtsbestimmend.

Einkaufen in der Jungenabteilung
Aber wenn man diesen Aspekt einfach mal weglässt und allen Mut aufbringt mal aus der Norm zu fallen und beispielsweise einen Strampelanzug in der Jungenabteilung kaufen würde und diesen einem Mädchen anziehen, kann man gewiss sein, dass aus dem Mädchen ganz schnell ein Junge wird. So eingebrannt hat sich diese Farbenzuweisung in die Köpfe unserer Mitmenschen.

Das haben wir sogar am eigenen Leibe erlebt. Saßen wir gemeinsam mit den Eltern und Großeltern „unserer“ Nichte im Cafe. Damals war sie grade mal so am Dahinhampeln und äußerst aufgeweckt und freundliche zu allen sich bewegenden „Dingen“. Angefangen von Menschen, Hunden, Katzen aber auch ferngesteuerte Autos und Holzwurliwürmer waren in der Wertung ganz oben. Also kann man sagen: sie hat einfach jeden angelächelt.

So auch die älteren Damen gleich am Nebentisch. Unser Mädel natürlich in rosalichen Tönen gekleidet wurde auch sofort als solches erkannt und begeistert mit den Worten „Du bist aber ein süßes Mädchen“ begrüßt. Einige Momente später hatte es unser weiblicher “Allerwelts”-Smiley dann geschafft und hatte sämtlichen Apfelsaft über sich ergossen. Das hatte zur Folge, dass Mama geschwind mal in der Toilette verschwand und das rosalich gekleidete Mäuschen in ein grünlich gekleidetes Mäuschen verwandelte. Sie bekam nämlich ein hellgrünes Leibchen und eine Jeanslatzhose verpasst.

So, völlig neu ausgestattet und ideal getarnt für neue Abenteuer schlich sich wohlgemerkt das gleiche Mäuschen wieder zum Nachbartisch und fing erneut an zu flirten. Sofort waren natürlich wieder alle älteren Damen begeistert und unterstrichen dies mit den Worten: „Du bist aber ein ganz ein Lieber“… hm…? … Wir lösten dann das Rätsel auf und erklärten, dass wir nur die Kleidung auf der Toilette getauscht hatten und nicht etwa das ganze Kind, aber so recht wollte man es wohl doch nicht glauben.

Also, nicht so einfach mal etwas aus der Norm zu fallen. Mal schauen, wie mutig wir in der Beziehung sein werden…

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