Verfasst von Monika Siller am 06 Sep 2008 um 02:10 pm
Beckenboden und Kinderwagen
Der Beckenboden, als muskulärer Abschluss des knöchernen Beckens, hat die Aufgabe, für die Stabilität der inneren Organe zu sorgen. Für die Kontinenz von Harn und Stuhl zur Verfügung zu stehen und auch als energetisches Kraftzentrum zu fungieren.
Ich als Physiotherapeutin, lege bei meinen Frauen immer großen Wert darauf, dass sie den Beckenboden in „guter“ und „schlechter“ Haltung erfahren können, worauf viele Frauen ganz spontan erstaunt sind, wie viel eine aufrechte Haltung für den Beckenboden bedeutet. Er lässt sich in aufrechter Haltung besser anspannen und hält auch dem Druck des Hustens und Niesens besser stand.
Verbesserte Körperhaltung im Alltag
Kaum versuchen wir dann, in der Rückbildungsgruppe gemeinsam zu überlegen, wie wir die verbesserte Körperhaltung im Alltag besser einsetzen können, landen wir beim Thema „Kinderwagen schieben“, welches in aufrechter Haltung nur schwer möglich ist. Ich empfehle den jungen Müttern dann immer, einmal den Versuch zu starten, den Kinderwagen ab und zu hinter sich her zu ziehen. Da ist man dann gezwungen, seine Wirbelsäule aufzurichten. Da das „Kinderwagen-Ziehen“ etwas komisch aussieht und man das Kind dann leider nicht so gut betrachten kann, empfehle ich alternativ, ganz einfach zu versuchen, die Hände mit der Handinnenfläche von unten an die Lenkstange zu legen. Das Brustbein wird dann automatisch nach vorne oben geschoben und die Haltung verbessert sich entscheidend.
Seit diesen „Wirbelsäulen-Kinderwagen-Aufrichtungs-Experimenten“ meinerseits, ist es in meiner Heimatgemeinde keine Seltenheit mehr, dass der Kinderwagen zum Beckenbodentraining mal anders herum geschoben oder gezogen wird. Die Gemeinde hat sich wohl oder übel an das Bild der „alternativ-schiebenden“ Mütter und (!) Väter gewöhnen müssen!

