Zum „Himmel hoch jauchzend“ und „Zu Tode betrübt“ – Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft. Kaum eine Frau kennt sie nicht.

Gerade in den ersten 12 Schwangerschaftswochen findet im Körper eine enorme Hormonumstellung statt. Verantwortlich sind in erster Linie die Hormone Progesteron und Östrogen, die in der Regel von den Eierstöcken produziert werden. Während einer Schwangerschaft übernimmt der Mutterkuchen nach und nach diese Funktion. Ab etwa dem fünften Monat ist dieser Prozess vollständig abgeschlossen. Zusätzliche Beschwerden wie Sodbrennen, Müdigkeit und ständiger Blasendruck können das Unwohlsein noch verstärken. Doch die Schwangerschaft ist auch eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Auch wenn Sie sich riesig auf das kommende Baby freuen, fragen Sie sich plötzlich was Ihnen da eigentlich gerade passiert. Man fragt sich, ob sich die Beziehung zum Partner verändern wird? Ist mit dem Baby alles in Ordnung, wird es gesund sein? Auch finanzielle Gedanken und die Frage ob man eine gute Mutter sein wird kreisen stets im Kopf herum. Solche Gedanken schicken Sie auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft ganz normal
Rund 10 % aller Schwangeren erleben leichte bis mittlere Depressionen. Wenn Sie sich häufig oder sogar ständig mies fühlen, könnten Sie zu dieser Gruppe gehören. Haben Sie jedoch das Gefühl, dass Ihre Gemütsschwankungen über das normale Maß hinausgehen, wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder den Arzt Ihres Vertrauens. Auch die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist für viele Frauen ein schwieriges Thema. Sie machen sich Gedanken, nicht mehr attraktiv zu sein. Doch eine Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ist völlig normal und auch nötig. Machen Sie sich von solch negativen Gedanken frei und bewundern Sie Ihren immer rundlicher werdenden Körper mit Stolz und genießen die Zweisamkeit mit Ihrem Partner in vollen Zügen.

Wie Sie Stimmungsschwankungen entgegenwirken können
Bei manchen Frauen ist es aber auch die Angst vor der Geburt und den damit einhergehenden Schmerzen. In vielen Fällen helfen hier Geburtsvorbereitungskurse und Gespräche mit anderen Schwangeren. Immer wieder das Wichtigste ist: Kommunikation. Reden Sie über den Ansturm Ihrer Gedanken und Gefühle mit Ihrem Partner, Ihrer besten Freundin, mit Ihrer Familie, Ihrer Hebamme. Unterstützung und Hilfe finden Sie auch in der Homöopathie, Pflanzenheilkunde, diverse Blütenessenzenbehandlung (Bachblüten, Noreia-Blüten-Essenzen), Akupunktur und Akupressur. Wichtig ist hierbei das beratende Gespräch mit einer fachkundigen Person, die sich mit alternativen Methoden auskennt. Auch im energetischen Bereich können Sie arbeiten um Spannungen und Blockaden aufzulösen und Entspannung und seelisches Wohlbefinden zu fördern– Osteopathie, Cranio-Sakral-Therapie, Reiki und vieles mehr. Yoga wirkt kräftigend und ausgleichend, tut gut zum Balance finden und stärkt zudem die Atmung und Konzentrationsfähigkeit. Gönnen Sie sich zudem Oasen der Erholung, gehen Sie nicht zu hart mit sich ins Gericht. Weinen Sie wenn Ihnen danach ist oder stellen Sie sich auf ein leeres Feld und schreien Sie was das Zeug hält, das wirkt sehr befreiend. Machen Sie Mittagsschlaf oder einen Spaziergang, planen Sie einen Kinobesuch mit Freunden. Auch der Aufenthalt in einem Wellnesshotel oder der klassische Gang zum Frisör kann die drohenden dunklen Gedanken vertreiben. Auch können Sie verschiedene Entspannungstechniken anwenden. Denken Sie stets daran, Sie sind nicht allein!

Bei anhaltenden starken Stimmungsschwankungen lieber zum Arzt
Lässt sich die Niedergeschlagenheit jedoch nicht mehr abschütteln, könnte es sein, dass bei Ihnen ein schwerer Fall von Schwangerschaftsdepression vorliegt, dies wird auch als pränatale Depression bezeichnet. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie alles herunterzieht und nichts Ihre Stimmung mehr heben kann und Sie die Vermutung haben, dass es sich um eine solche Depression handeln könnte, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. Dieser kann entscheiden ob Behandlungen bei einem Psychologen oder Psychiater erforderlich werden.