Meine Mama hatte neulich irgendwie einen melancholischen Tag. Sie hat meine Schränke ausgeräumt und die alten Sachen aussortiert. Ständig hat sie mir klitzekleine Pullis angehalten und so komische Hosen bei denen die Füße eingesperrt sind, undenkbar, so was anzuziehen. Immer wieder schaut sie mich an und macht hmmmm, so klein warst Du mal. Ja und… ich bin doch schon groß, laufe herum und erzähle den ganzen Tag von meinem Traktor und meinem Freund, dem Kuschelmann.

Aber nun also Zeit, für das erste große Lebens-Resümee. Wenn die Mama schon so komisch tut. Naja und dann sagt Sie: Ach wäre das interessant, wenn Du mir erzählen könntest, wie die Geburt für Dich war. Also ich sag mal so, alles erzähl ich nun nicht, jeder hat sein Recht auf Geheimnisse.

Die Geburt aus Sicht eines Babys
Also zuerst mal wurde ich ja durch eine grobe Räumungsklage aus meiner, zugegeben nicht mehr ganz so gemütlichen, Einraumwohnung geworfen. Das Fruchtwasser hat nicht mehr gut geschmeckt. Durch den ganzen Stress, den ihr mir verursacht habt, ist eine Verunreinigung entstanden. Ja und dann hab ich gespürt, wie es der Mama gar nicht mehr so gut ging, kommt ja auch bei mir an, hat da mal einer drüber nachgedacht, he? Nun wurde ich also mit voller Wucht einfach rausgeschmissen. Au, sag ich da nur. Und die Krönung, nachdem ich durch so einen voll engen Tunnel musste, die Frau da hat mich fast vom Tisch fallen lassen. Ja und sofort war es schweinekalt. Und grell und lauter so komische Gesichter rund herum. Wenn’s nach mir gegangen wäre, also ich hätte sofort umdrehen und zurückgehen wollen. Danach haben die mir so einen eigenartigen Schlauch in den Hals gestopft, echt unangenehm. Das einzig positive war das Bad, das ich nehmen durfte, ja und mein Papa hat mich dann eine ganze Weile herumgetragen. Puh ich war ganz schön k.o. Daher hab ich erst mal geschlafen, so ca. 2 Tage durch. Aber Alpträume hatte ich total viele, hab immer wieder an die Strapazen denken müssen. Wach war ich immer nur ganz kurz, wenn mich die komischen Figuren rund herum geärgert haben, mehrfach wurde mir sogar Blut abgenommen. He, was sollte das denn? Und übel war mir auch immer wieder. Dieses furchtbare, grüne Wasser wollte nicht so richtig aus meinen Lungen heraus.

Am Ende, ja muss ich sagen, haben wir es alle gut überstanden und wenn es nicht so anstrengend gewesen wäre, könnte ich immer noch lachen, wie meine Mama sich am Anfang angestellt hat, mich anzuziehen. Das war eine Prozedur!