Verfasst von Karin am 21 Sep 2008 um 01:36 pm
Wassergeburt
Wo fühle ich mich wohl und geborgen? Was macht die Geburt leichter für mich? Die Antworten auf diese Fragen spielen bei der Entscheidung, wo das Kind zur Welt kommen soll, für schwangere Frauen heute eine entscheidende Rolle. Viele Kliniken haben investiert und das Angebot für werdende Eltern erweitert. Auf Grund steigender Nachfrage bieten heutzutage immer mehr Krankenhäuser die Unterwassergeburt an. Vor einigen Jahren wurde dieser Trend von der Medizin noch als gefährliche Mode-Torheit und sträflicher Leichtsinn verurteilt. Inzwischen haben die Mediziner ihre Ansichten gegenüber der Wassergeburt aber gründlich revidiert. Mittlerweile kann man auf langjährige positive Erfahrungen in der Durchführung von Unterwassergeburten zurückblicken.
Was ist eine Wassergeburt?
Bei einer Wassergeburt begibt sich die Gebärende in eine spezielle Geburtswanne, welche breit und tief genug sein muss, um möglichst viel Bewegungsfreiheit zu bieten. Matten und Haltegriffe sorgen für Sicherheit, um nicht abzurutschen. Eingebaute Heizungsregler erlauben rasche Temperaturänderungen. So wird kurz vor der Geburt die Wassertemperatur meist etwas zurückgenommen (nicht unter 32, aber nie über 37 Grad!). Vom warmen Wasser umhüllt und getragen, können sich viele werdende Mütter bei dieser Form der Entbindung deutlich besser entspannen. Im angenehmen Schwebezustand in der Wanne wird der gefürchtete Teufelskreis „Angst-Spannung-Schmerz“ durchbrochen. Die Abstände zwischen den Wehen werden länger und somit auch die Ruhepausen. In den Wehenpausen kann sich die Frau vom Wasser tragen lassen und neue Energie schöpfen. Das Gewebe wird im Wasser besonders weich, die Elastizität gefördert und der Damm geschont. Somit verringert sich die Geburtsdauer und es kommt weniger oft zu Dammschnitt oder Dammriss! Auch die Schmerzmittelgabe entfällt, oder verringert sich!
Wassergeburt – eine sanfte Alternative?
So manche Mutter wünscht sich eine „sanfte Geburt“, weil es für das Kind viel stressfreier ist,
direkt ins Wasser geboren zu werden. Das Baby wird vom Fruchtwasser ins Wasser geboren, von der Wärme in die Wärme, von der Schwerelosigkeit in die Schwerelosigkeit, dadurch wird der Geburtsschock für das Kind gemildert. Die Erfahrung zeigt, dass Babys eine Geburt im Wasser als besonders sanften Übergang erleben, da im Wasser die Geräusche gedämpft sind und die Schwerkraft noch nicht am zarten Körper zerrt. Das über Stunden eingepresste Köpfchen und die Gliedmaßen können sich im warmen Wasser schonender „entfalten“. Übrigens haben Babys einen „Tauch-Reflex“, das heißt, sie versuchen nicht, unter Wasser Luft zu holen. Die Versorgung des Neugeborenen zeigt bei der Wassergeburt dann keine Unterschiede zu den anderen Entbindungsformen.
Wann sollte man von einer Wassergeburt absehen?
Viele Frauen wünschen sich eine Wassergeburt – nicht immer ist sie zu befürworten. Frauen, bei denen ein Risiko in der Schwangerschaft bekannt ist oder bei welchen mit einer komplizierten Entbindung gerechnet werden muss sollten von einer Unterwassergeburt absehen. Zu den Nachteilen dieser Entbindungsform gehört eine erhöhte Infektionsrate für Mütter, Kinder und Personal. Außerdem lässt sich der Blutverlust während der Geburt nicht immer Abschätzen. So bleibt es in jedem Fall die Verantwortung werdender Eltern, das Für und Wider genau abzuwägen!

