Verfasst von Biogena Wissenschaftsteam am 16 Okt 2008 um 04:31 pm
Immer mehr XXL- Babys in aller Welt
Winzig, zart und feingliedrig sind die meisten Säuglinge - doch immer häufiger werden Müttern im Kreißsaal regelrechte Brocken in die Arme gelegt. Nicht nur viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind zu dick, auch bei Fötus und Neugeborenem zeigt sich ein Trend zum Übergewicht. In Deutschland bringen inzwischen acht bis zehn Prozent aller Neugeborenen 4000 Gramm und mehr auf die Waage, sagt Prof. Klaus Vetter, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
Aktueller Trend: Übergewichtige Babys
In der Kölner Klinik für Frauenheilkunde habe jüngst ein 5,7 Kilo schwerer Säugling das Licht der Welt erblickt, erinnert sich Direktor Prof. Peter Mallmann. Auch in anderen Ländern ist diese Tendenz zu beobachten. Ein fast acht Kilo schweres Riesenbaby sorgte 2007 in Mexiko für Aufregung. Anfang 2008 brachte in Russland ein neugeborener Junge 6,1 Kilo auf die Waage, bei einer ungewöhnlichen XXL-Länge von 63 Zentimetern. In Polen kam ein Sieben-Kilo-Baby zur Welt. Hauptgründe für die Riesen-Babys sind nach Mediziner-Angaben das zunehmende Alter und wachsende Übergewicht der Mütter.
Mehr übergewichtige Mütter – mehr übergewichtige Babys
Jede vierte Schwangere in Deutschland über 35 Jahre alt und ebenfalls etwa jede vierte Schwangere ist zu dick. Für ältere und übergewichtige Mütter steigt das Risiko in der Schwangerschaft an Diabetes zu erkranken, was wiederum die Wahrscheinlichkeit eines Riesenbabys erhöht, wie Professor Vetter erklärt.
Schwangerschaftsdiabetes gehört zu den häufigsten Komplikationen bei werdenden Müttern. Viele überdimensionierte Neugeborene sind zwar kerngesund. Für die „Sumo-Säuglinge” könnten sich aber durch die so genannte fetale Makrosomie auch gesundheitliche Schäden ergeben. „Makrosome Kinder bekommen zu viel Insulin, das ist ein Wachstumshormon. Es führt zu Gewichtszunahme und kann auch die Körperkomposition verändern”, erklärt Vetter.
Riesenbaby ab 4.000 Gramm
Ein Übermaß an Blutzucker der Mutter gelangt zum Fötus, der mit einer erhöhten Insulin-Produktion reagiert. Da die Plazenta aber nicht für Insulin durchlässig ist, kann das Hormon den kindlichen Körper nicht verlassen. Bei den Riesenbabys werden auch die Knochen dicker, mitunter ist der Kopfumfang übergroß, der Hals kurz und wuchtig sowie die Breite der Schultern ungewöhnlich. „Ein voraussichtliches Geburtsgewicht ab 4.000 Gramm ist anzeigepflichtig, weil die Komplikationsgefahr steigt”, erklärt der Kölner Mediziner Mallmann. Die meisten Eltern entscheiden sich für Kaiserschnitt, denn für die Mutter wächst das Risiko von Geburtsverletzungen wie Darm- und Blasenschädigungen.
Oft sind die XXL- Ausmaße aber während Schwangerschaft nicht erkennbar. Eine Messung im Mutterleib über Ultraschall ist Gynäkologen zufolge extrem schwierig. Dicke Neugeborene werden häufig übergewichtige Kinder und Erwachsene, makrosome Babys neigen später eher zu Diabetes und den mit der Stoffwechselkrankheit verbundenen Spätschäden. Prof. Mallmann rät Frauen vor einer Schwangerschaft dringend, den „erheblichen Risikofaktor Übergewicht zu minimieren”. Das Abspecken und eine gesunde Ernährung seien die beste Vorbeugung. Einig sind sich alle Experten: Das früher gern propagierte neunmonatige „Essen für zwei” ist tabu. (Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de)

