Verfasst von Karin am 23 Okt 2008 um 12:23 am
Vergesslichkeit in der Schwangerschaft und Stillzeit
Wer guter Hoffnung ist, neigt zu Vergesslichkeit. Fast alle Schwangeren beklagen sich darüber. Und das scheint keine Einbildung zu sein. Forscher haben Hinweise dafür gefunden, dass die Hirnmasse von Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel etwas „schrumpft“ – nach der Entbindung aber wieder zunimmt. Aus psychologischen Studien ist schon lange bekannt, dass Schwangere eine reduzierte Wahrnehmung haben und sowohl ihr Kurz- als auch Langzeitgedächtnis und ihre Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt sind.
Geschlecht des Kindes beeinflusst Vergesslichkeit in der Schwangerschaft
Eine Meta-Analyse besagt, der Gedächtnisabbau, den viele Frauen während und nach einer Schwangerschaft erleben, entspricht ungefähr dem Unterschied beim Erinnerungsvermögen, den wir zwischen einer 20- und einer 60-jährigen Frau feststellen können. Wie sehr die Hirnleistung leidet, hängt offenbar aber auch vom Geschlecht des Kindes ab! Der bislang unbekannte Stoff, der das Gedächtnis von Schwangeren so unterschiedlich beeinflusst, ist nach der Vermutung der Wissenschafter das so genannte „humane Chorion-Gonadotropin“ (hCG). Frauen, die mit einer Tochter schwanger sind, haben deutlich höhere hCG-Werte, als Frauen, die einen Sohn erwarten. Da dieser Stoff leicht ins Hirn eindringen kann und dort in Arealen wirkt, die für das Gedächtnis zuständig sind, könnten Veränderungen des hCG-Spiegels zu den unterschiedlichen Gedächtnisleistungen führen, vermuten die Forscher.
Was aber sind die Ursachen für das Phänomen der verstärkten Vergesslichkeit?
Es gibt verschiedene Ansätze zur Erklärung der plötzlich auftretenden Gedächtnislücken. Eine der Thesen besagt, dass Mütter, ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Baby richten. Zudem müssen werdende Mütter sich erst an die völlig veränderte Situation gewöhnen, die ein Kind bedeutet. Dieser sogenannte „Brutpflege-Gedanke“ dominiert dann eindeutig. Auch die hormonelle Veränderung, die während der Schwangerschaft im Körper stattfindet, könnte ein Auslöser sein.
Schlafmangel während der Schwangerschaft als Auslöser?
Eine andere mögliche Erklärung wäre einfach Schlafmangel. Man hat im Schlaflabor nachgewiesen, dass die Gedächtnisleistung merklich nachlässt, wenn die Tiefschlafphasen regelmäßig von außen unterbrochen werden. Die Frage, wann Betroffene der Stilldemenz mit einer Besserung rechnen können, kann nicht eindeutig beantwortet werden. In den meisten Fällen jedoch legte sich die Vergesslichkeit, nachdem sich die Mütter an die neue Situation gewöhnt hatten, die Kinder dem Säuglingsalter entwuchsen und durchschliefen.


Monika am 23 Okt 2008 um 10:26 #
Hallo Karin!
Das klingt aber interessant! Danke für den schönen Artikel!
lg., Monika
Andrea am 23 Okt 2008 um 14:10 #
“Baby Brain” heisst dieses Phänomen in Amerika und wurde während meiner Schwangerschaft zu DEM Wort bei uns zuhause! Kein Wunder wenn man sein soeben zubereitetes Joghurt mit Früchten plötzlich nicht mehr findet und es erst am nächsten Tag in der Sockenschublade wieder auftaucht….. Schade, dass ein Mann es jetzt als Ausrede nicht mehr gelten lässt!