Die Frage nach der „richtigen“ Atmung ist immer wieder ein brisantes Thema für die Frauen, die einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Es scheint immer noch in den Köpfen der Menschen zu sein, dass man Atmen für die Geburt „lernen“ muss. In Wirklichkeit sollte man sie „beobachten“ lernen im eigenen Körper und dann abrufen können bei der Geburt selbst.

Atmen und Wehen
Wenn man bei Geburten mit dabei gewesen ist, dann kann man die Intensität der Wehen an der Intensität der Atmung „hören“. Frauen, die sich für die Geburt öffnen können, reagieren natürlich mit einer vertieften, seufzenden Atmung, auf den vermehrten „Zug“ der Wehe. Wenn am Schluss der so genannte „Pressdrang“ einsetzt, gelingt es Frauen, die auf ihre innere Stimme hören können, meist ohne Anleitung durch die Hebamme, den Mund in Gähnbereitschaft zu versetzen und schieben das Kind durch den gleichzeitig öffnenden Beckenboden durch sich hindurch.

Natürliche Gebärposition für natürliche Atmung während der Geburt wichtig
Voraussetzung für diese natürliche Atmung ist aber eigentlich die natürliche Gebärhaltung der Frau in der Austreibungsperiode. Glücklicherweise wird heutzutage jeder Gebärenden freigestellt, in welchen Positionen sie die Wehen besser „verarbeiten“ kann. Das kann die Bankstellung, das anlehnende Stehen oder das Anhängen am Geburtsseil sein. In Situationen, in denen sich das Kind noch nicht ideal ins mütterliche Becken eingestellt hat, kann es allerdings notwendig sein, dass die Hebamme zu gewissen Lagerungen anleitet.

Bauchatmung trainieren
Versuchen sie doch einmal am Abend, wenn es ruhig wird und sie im Bett liegen, ihre Hand auf den Bauch zu legen und sich vorzustellen, sie atmen „zum Kind hin“. Bald werden sie bemerken, dass sie sich gut entspannen, der Bauch bei der Einatmung in ihre Hand kommt und bei der Ausatmung wieder etwas weg geht. Ganz nebenbei beginnt dann das Baby gerne zu strampeln, weil es merkt, dass da Aufmerksamkeit zu ihm kommt und es wird sanft hin und her geschaukelt. Diese Bauchatmung ist für die Wehenverarbeitung bestens geeignet: Es gilt sich immer vorzustellen, dass man dorthin atmet, wo etwas geschieht und das ist bei der Wehe in dieser Region.