Immer wieder hört man, dass man sich gesund ernähren soll, Sport betreiben, nicht rauchen und vor allen Dingen nicht trinken. Erst Letztens habe ich das breite Spektrum an „Regeln“ kennen gelernt, das die Familienplanungspaare auch psychisch in der Thematik „Kinderplanung“ abzudecken haben.

Bei einem gut bekannten Pärchen war es so, dass sich der geplante Spross einfach nicht einstellen wollte und deshalb waren sie nach langem Hin und Her doch beim Spezialisten um einfach mal nachschauen zu lassen was es denn da haben könnte. Gott sei Dank oder Leider (je nachdem wie man es sehen möchte) konnte der Spezialist auf beiden Seiten nichts Auffälliges entdecken und gab an sich grünes Licht für die Bastelstunde. Allerdings war das ja nur die „gute“ Nachricht, die er parat hatte. Nach einem kurzen Seufzer der Erleichterung wurde Männlein und Weiblein mit einer schier unendlichen Liste an guten Ratschlägen zugetextet und dann mit guten Wünschen für die Kinderplanung entlassen. Die Worte: „gehen Sie es einfach entspannt an“ setzten dann der Kuriosität noch die Krone auf.

Hier ein paar Ratschläge zur Kinderplanung, die es doch (obwohl ja alles ok ist) zu bedenken gab:

  • Ernähren Sie sich gesund. Kochen Sie auch Ihrem Mann gesunde und ausgewogene Kost mit viel Gemüse.
  • bitte nicht zu viel Stress aussetzen und alles entspannter angehen
  • Auch Passivrauchen kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen
  • Zeigen Sie Ihrem Partner dass Sie ihn lieben auch währen der nicht-fruchtbaren Tage
  • machen Sie mehr Bewegung
  • bitte im Alkohol einbremsen

Das klingt ja auf den ersten Blick gar nicht so schlimm, aber wenn man diese Punkte einfach mal kombiniert klingt es nicht mehr so einfach und die Hoffnungen darauf bald einen kleinen Erdenbürger zu beherbergen schwinden doch erheblich.

Eine der unzähligen Kombinationen der Ratschläge und Ihre Auswirkungen:
Meine Bekannte stellte sich natürlich ab diesem Tag täglich an den Herd und kochte ausgewogene Kost aus einem Kochbuch, das Sie extra noch erstanden hatte. Nebenbei sei erwähnt, dass aufgrund der komischen Farben und Gestalten auf dem Teller jede Kocherei spätestens am Esstisch in eine Diskussion um komisch schmeckendes Gemüse (Ihr Mann ist wirklich kein Fan) und missglückten Rezepten ausbrach. Diese Diskussion endete meist im Streit, Unverständnis und für das Essen im Biomüll.

Gleichzeitig wurde meine Bekannte immer müder und unausgeglichener, fehlte Ihr doch durch die Kocherei die Stunde Mittagsschlaf (sie geht jeden Tag sehr früh arbeiten) und ganz nebenbei traute sie sich nicht mehr ihrem Mann nach einer gerauchten Zigarette zu zeigen, dass Sie ihn doch gerne hat. Passivrauchen ist ja schlecht.

Er im Gegenzug stellte das Rauchen etwas ein, war dafür noch angespannter und darüber hinaus immer hungrig. Das Glas Rotwein und die Kuschelstunde am Abend mussten auch weichen. Rotwein war ja tabu. Die Bewegung machten beide nur aus Gefälligkeit dem Anderen gegenüber und schon bald endeten die gut gemeinten Ratschläge einfach in Frust und Unlust der beiden.

Und zu allem Überfluss: Baby war nach weiteren 6 Monaten noch immer keines in Sicht.

Nach einem ernsten Gespräch über Kinderplanung und Beziehungsprobleme meinten dann beide, dass Sie mal einen netten Abend unter Freunden verbringen sollten.

Er zischte also los mit seinen Kumpels um eine Runde Fußball zu schauen und sie verabredete sich zum Mädelsabend in der Kneipe um die Ecke. Für beide wurde es ein feuchtfröhliches Ereignis. Am nächsten Morgen hatten beide einen richtigen Kater und beide einen Filmriss. Er wusste nicht mehr, wie er nach Hause gekommen war und sie nicht mehr, wie sie es ins Bett geschafft hatte.

Fest stand nur, nach 14 Tagen: Baby an Bord…

Seit dem sind wir auch fest überzeugt: man sollte doch alles locker angehen… wird schon werden.