Archiv für November, 2008

Verfasst von Karin am 24 Nov 2008

Entbindung per Saugglocke

Bei der Saugglocke handelt es sich um ein geburtshilfliches Instrument zur Unterstützung der vaginalen Entbindung (Vakuumextraktion).

Die Gründe dafür könnten sein, dass der Herzschlag des Babys sich verschlechtert oder dass die Mutter schon zu erschöpft ist und auch wenn die Geburt zum Stillstand kommt. Eine PDA könnte auch der Grund dafür sein. Die Mutter spürt die Wehen nicht mehr und kann nicht mehr aktiv mitschieben. Es gibt auch Frauen die aus gesundheitlichen Gründen nicht mitschieben dürfen, auch hier kommt die Saugglocke zur Anwendung.

Wie schaut so eine Saugglocke eigentlich aus?
Die Saugglocke ist ein Apparat bestehend aus einer Pumpe, einer Vakuumflasche, dem Schlauchsystem, der Saugglocke in verschiedenen Größen und Materialien wie beispielsweise Silikon, Kunststoff oder Gummi. Saugglocken aus Metall werden nur mehr selten verwendet. Auch gibt es ein Handmodell, das sogenannte KIWI-Vakuum, welches seit einiger Zeit häufiger zum Einsatz kommt, nach meiner Erfahrung. Es besteht aus einer Saugglocke (Kunststoff), die durch einen stabilen festen Schlauch mit einer Handpumpe verbunden ist. Hier wird der Druck durch das Pumpen mit der Hand aufgebaut. Ich finde es für das Kind etwas atraumatischer durch die Kunststoff-Saugglocke und auch frauenfreundlicher, da es kleiner, leiser und handlicher ist, als der mechanische Apparat. Der Einsatz der Modelle variiert von Krankenhaus zu Krankenhaus, je nach Erfahrungen des dort arbeitenden Kreißsaal-Teams.

Wie funktioniert eine Saugglocken-Geburt?
Voraussetzungen für das Verwenden der Saugglocke sind, dass der Muttermund vollständig geöffnet ist, die Fruchtblase gesprungen ist oder künstlich gesprengt wurde und dass der Kopf schon tief genug im Becken ist. Die Saugglocke wird in den Scheideneingang eingeführt und am kindlichen Kopf angesetzt, wo ein Vakuum langsam aufgebaut wird. Danach wird mit einem wehensynchronen Probezug die Effektivität überprüft, d.h. ob das Köpfchen dem Zug nach „unten draussen“ folgt. Bei Bestätigung wird anschließend mit aktivem Schieben der werdenden Mutter und mit Hilfe weiterer wehensynchroner Züge das Köpfchen des Babys über den Damm geboren. Die Hebamme ist währenddessen für den Dammschutz zuständig und übernimmt die Anleitung meist während der Geburt des Kopfes bis das Baby ganz geboren ist.

Zusatzfaktoren einer Geburt mit Saugglocke
Natürlich bringt diese Art zu Entbinden einige zusätzliche Faktoren mit sich z.B. entsteht eine ödematöse Schwellung am Köpfchen des Babys, dort wo der Ansatzpunkt der Saugglocke war, die nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Auch Hämatome und Hautabschürfungen können sich zeigen. Bei der Mutter kann es zu Damm- und Scheidenrissen und/oder einem Dammschnitt kommen. Hier kann aber nicht sicher gesagt werden, ob es ohne Unterstützung durch die Saugglocke zu keinen Verletzungen an den Geburtswegen gekommen wäre.

Verfasst von Andrea am 23 Nov 2008

Menstruation nach der Geburt

Eines der überaus angenehmen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft – zumindest meinem Empfinden nach – ist, dass man monatelang keine Menstruation hat. Trotzdem als meine Tochter dann geboren war, begann ich mich auch wieder ein bisschen danach zu sehen, irgendwann möchte man einfach wieder eine normale Frau sein und keine schwangere Frau oder Frau im Wochenbett.

Wann kommt meine Periode zurück?
Wann die Periode zurück kommt ist von Frau zu Frau verschieden, ein großer Faktor dabei ist auch das Stillen. Bei einer stillenden Frau kann es leicht passieren, dass die Periode erst wieder nach dem Abstillen eintritt. Bei mir kam sie auf den Tag genau 6 Wochen nach Janas Geburt und ich weiß das deswegen so genau weil wir beide an diesem Tag ins Krankenhaus mussten um akut einen Leistenbruch bei Jana zu operieren. Zuerst dachte ich, dass mein Wochenfluss durch den Stress plötzlich wieder stärker wurde, aber dann erkannte ich es doch als Periode, allerdings als die stärkste die ich je hatte. Zu meinen Sorgen mit Jana kam nun auch noch dieses Phänomen, das mich anfangs total überforderte – es war wirklich um ein vielfaches stärker als ich es gekannt hatte.

Heute weiß ich, dass das nicht ungewöhnlich ist, es erging mir auch bei der zweiten Periode noch so, seither ist aber wieder alles beim Alten.

Erste Monatsblutung nach der Geburt
Die erste Periode beendete bei mir den Wochenfluss, der zu diesem Zeitpunkt nur mehr sehr schwach gewesen war. Allerdings darf man eines nicht glauben, dass man nicht fruchtbar ist wenn man noch keine Periode nach der Geburt hat und auch dass man während des Stillens nicht verhüten muss ist ein Ammenmärchen, dass sicher oftmals schuld an all zu kurzen Abständen zwischen 2 Geschwistern ist. Achtung, der ersten Monatsblutung nach der Geburt geht ein Eissprung voraus – Sie müssen unbedingt verhüten.

Verfasst von Monika Siller am 22 Nov 2008

Geburt – was ist das?

In meiner Praxis sind nicht nur Mütter und Schwangere, sondern auch immer wieder einmal Geschwisterkinder, zu Besuch. Da stellt sich natürlich dann schon für die kleinen „Großen“ die Frage, warum denn die Mama überhaupt zu mir kommt mit dem „dicken Bauch“. Ja, wie kommt denn eigentlich ein Baby da hinein und wie denn wieder heraus?

Da Frauen in meinen Geburtsvorbereitungskursen auf das „Gebären aus eigener Kraft“ vorbereitet werden, sollte es für die Kinder auch eine Information in diese Richtung sein. Ich habe zwei wunderbare Bücher für die Kinder entdeckt, mit denen ich meine Ansicht zum selbstbestimmten Gebären unbedingt teile. Gebären darf Kindern nicht Angst machen, soll aber der Realität des Gebärens ganz nahe kommen und aus der Sicht der großen Geschwisterkinder beschrieben werden….

Meine Buchempfehlungen dazu:

Fisch und Schokolade
Autorinnen: I.Meyer, D.Struck, B.Wille
Elwin Staude Verlag

Runas Geburt
Autoren: U.Spillmann, I. Kamieth
Eigenverlag, ISBN: 3-00-007551-8
www.Runas-Geburt.de

Beide Bücher sind für Kinder ab 5 – 6 Jahren geeignet. Beide Bücher sind sehr schön gezeichnet und das Leben ist darin so dargestellt, wie es eben ist. Da und dort liegt einmal etwas herum, die Mama liegt mit den Wehen in der Badewanne, die Hebamme ist eine ganz besondere Familienbegleiterin und der Vater hat auch seine Rolle in der Geburtsarbeit. Zu meiner großen Freude werden die Kinder nicht in der mütterlichen Rückenlage zur Welt gebracht.

Runas Geburt hat mehr Bilder und eignet sich meiner Meinung nach schon für Kinder im Kindergarten, während „Fisch und Schokolade“ eher für etwas ältere Kinder gedacht ist. Die Zusammenhänge sind hier etwas komplexer und der Text länger.

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