Archiv für Dezember, 2008

Verfasst von Karin am 18 Dez 2008

Verhütung nach der Geburt

Eigentlich gibt es ja unheimlich viele Arten zu verhüten, in der Praxis beschränkt es sich aber meist auf einige wenige, wie die Pille, die Spirale, die Hormonspritze, das Kondom usw.

Nach einer Geburt sollte man die Verhütung gut überdenken, bzw. mit seinem Frauenarzt besprechen, denn die Pille zum Beispiel ist für stillende Frauen nicht geeignet. Dass das Stillen vor Schwangerschaft schützt ist eine falsche und daher auch gefährliche Annahme, denn obwohl das Stillen einen hohen Empfängnisschutz bietet, führt schon eine kleine Unregelmäßigkeit dazu, dass man sich darauf nicht mehr verlassen kann.

Wie nach der Geburt verhüten?
Was eignet sich also am besten? Das Kondom eindeutig, auch Diaphragma und Verhütungskappen haben keine negativen Wirkungen auf die Milchproduktion und den Säugling. Durch die körperlichen Veränderungen müssen Diaphragma und Portiokappen allerdings nach der Geburt neu angepasst werden und das geht erst zwei Monate nach der Geburt. Die Pille ist wie gesagt nicht geeignet, jedoch wäre die Minipille eine Möglichkeit: Sie enthält nur das Hormon Gestagen und wirkt sich nicht auf die Milchproduktion, die Dauer des Stillens und die Zusammensetzung der Muttermilch aus. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt sollte man aber mit der Einnahme warten. Die Minipille muss täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden damit sie sicher wirkt.

Bestens geeignet sind sowohl Kupfer- als auch Hormonspiralen da sie auch nur Gestagen enthalten. Das Hormon ist in der Muttermilch nachweisbar, schadet dem Kind aber nicht.

Welche Methoden der Verhütung nach einer Geburt nicht zu empfehlen sind
Depotspritze, Hormonstäbchen und Verhütungspflaster sind ebenso wie die Pille nicht geeignet. Am Unkompliziertesten und sichersten wie gesagt ist das Kondom aber es gibt anfangs noch eine viel wirksamere Verhütung, nämlich die geringe Lust am Sex, die Frauen eine Weile nach der Geburt verspüren. Sie brauchen eine Regenerationsphase. Hormonelle Umstellungen müssen ebenso bewältigt werden wie die körperlichen Rückbildungsprozesse. Aber das pendelt sich wieder ein, irgendwann wird auch wieder abgestillt und alles ist wie früh.

Verfasst von Karin am 16 Dez 2008

Käseschmiere

Babys haben eine beneidenswert schöne, weiche Haut. Verantwortlich dafür scheint die Käseschmiere zu sein, die die Haut der Neugeborenen entweder ganz oder teilweise bei der Geburt bedeckt. Es handelt sich dabei um ein weißes Talgdrüsensekret. Im Mutterleib dient sie als Schutzschicht, schützt vor der Austrocknung im Fruchtwasser und fungiert bei der Geburt als Gleitmittel. Nach der Geburt schützt die Schicht der Käseschmiere den winzigen Körper des neugeborenen Babys vor dem Auskühlen und fungiert außerdem als Schutz vor bakteriellen Hautinfektionen. Früher wurde diese Schichte sofort abgewaschen, heute ist man dazu übergegangen, sie intakt zu lassen. Es gibt definitiv keine bessere Salbe für die kleinen Winzlinge – die Haut wird nach Einziehen dieser ganz besonderen Salbe rosig und in der Folge enthält die Haut der Babys deutlich mehr Wasser, ist weniger schuppig und zeigt eine bessere Einstellung ihres pH-Wertes. Außerdem fördert die Käseschmiere die Wundheilung, reinigt und wirkt gegen Infektionen.

Bei Babys die „übertragen“ werden, merkt man, dass sie fast keine Käseschmiere mehr am Körper haben, sie wurde sozusagen aufgebraucht und das Baby ist ausgereift genug um selbst dafür zu sorgen, dass es zu schnell auskühlt. Sie wird sozusagen nicht mehr gebraucht.

Käseschmiere bald synthetisch produzierbar?
Mit großem Eifer wird geforscht, um Vernix bald synthetisch herstellen zu können, das wäre ein großer Durchbruch für die Kosmetikindustrie. Überraschenderweise enthält die Vernix mit 80 Prozent einen sehr hohen Wasseranteil, hinzukommen Fett und Proteine. Auch der Anteil an entzündungshemmendem Vitamin E ist Studien zufolge sehr hoch. Beispielsweise Menschen mit sehr empfindlicher Haut oder Neurodermitis könnten den Ärzten zufolge von der Schmiere profitieren. Weitere Untersuchungen legen nahe, dass die Vernix auch eine antimikrobielle Wirkung hat, weil sie bestimmte Proteine Bakterien, Viren und Pilze unschädlich macht.

Käserschmiere für Frühgeborene?
Noch wichtiger als für die Kosmetikindustrie wäre die Nutzung für ganz kleine Frühgeborene. Eine synthetisch erzeugte Käseschmiere könnte bei der oft noch nicht abgeschlossenen Hautentwicklung helfen. Man nimmt an, dass die Käseschmiere viel besser wäre als die bisher verwendete Vaseline.

Verfasst von Karin am 15 Dez 2008

Verhütung während des Stillens

Nach Abklingen des Wochenflusses ist es mehr als ratsam schwangerschaftsverhütende Massnahmen zu ergreifen. Durch den hohen Prolaktinspiegel wird zwar der Eisprung unterdrückt, man darf sich aber keinesfalls darauf verlassen, denn diese Wirkung lässt bereits nach, wenn man beispielsweise eine Nacht lang nicht stillt.

Pille während der Stillzeit kann Muttermilch negativ beeinflussen
Die Pille – vor allem die Kombinationspille – ist während der Stillzeit nicht zu empfehlen. Der hohe Anteil an Östrogen bewirkt einen Rückgang der Milchbildung und somit nimmt das Baby langsamer an Gewicht zu. Zwar wird vom Frauenarzt meist eine Pille verschrieben, die statt Östrogen nur Progesteron enthält, doch auch diese Pille verändert die Zusammensetzung der Muttermilch. Es ist noch nicht ausreichend erforscht welche Auswirkungen Progesteron und Östrogen auf die Muttermilch hat – auf jeden Fall wäre es sehr zu empfehlen, zumindest die ersten acht Wochen pillenfrei zu bleiben denn eine Vermännlichung weiblicher Babys und vergrößerte Brustdrüsen bei männlichen Babys scheinen die Folge zu sein.

Möglichkeiten der Verhütung in der Stillzeit
Wenn sich die Gebärmutter völlig zurückgebildet hat und die Schleimhaut der Gebärmutter sich wieder regeneriert hat, wäre das Einsetzen einer Spirale eine Möglichkeit. Sie ist aber nicht ohne Nebenwirkungen, Schmerzen, Schmierblutungen, Gewichtszunahme, Lustlosigkeit und Zysten können die Folge sein. Basaltemperaturmessung ist sicher nicht sicher. Und auch das Einsetzen eines Diaphragmas könnte problematisch sein, nach einer vaginalen Entbindung muss man sich meist ein neues Diaphragma anpassen lassen. Es kann nach einer Geburt bis zu sechs Monaten dauern, bis es wieder angewandt werden kann. Am einfachsten ist es auf das Kondom zurück zu greifen. Es hat keinerlei negative Auswirkungen auf den Körper und auch nicht auf das Kind. Es kann bei Bedarf eingesetzt werden und ist obendrein noch sehr zuverlässig.

Es gibt ja den etwas fragwürdigen Ausspruch, dass ein warmer Ofen schnell wieder eingeheizt sei – wenn auch die Formulierung zu wünschen übrig lässt – die Aussage ist nicht falsch. Schon vor der ersten Menstruation nach der Geburt findet ein Eisprung statt! Denken Sie also daran, dass das Stillen kein Verhütungsmittel sondern die Muttermilch ein Nahrungsmittel für das Baby ist.

« Prev - Next »