Verfasst von Monika Siller am 14 Feb 2009 um 02:35 pm
Kaiserschnitt und Inkontinenz
Das Thema „Kaiserschnitt oder vaginale Geburt – welche „Gebärmethode“ schützt den Beckenboden?“ wird eigentlich immer zugunsten des Kaiserschnittes diskutiert. Es stimmt natürlich, dass der Kaiserschnitt keine direkte Beckenbodenverletzung hervorrufen kann, da das Kind ja nicht über die Beckenbodenmuskulatur in die Welt geboren wird und damit keine Verletzung, ja nicht einmal eine physiologische Überdehnung, mit sich bringt.
Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass der Kaiserschnitt eine Bauch-Operation darstellt und damit auch viele Strukturen, die dem Beckenboden Halt geben, verletzt werden müssen. So wird etwa Haut, Unterhaut und Fasziengewebe durchtrennt, welches unter anderem für die Spannungsveränderungen in der gesamten Bauchkapsel verantwortlich ist.
Welche Folgen kann ein Kaiserschnitt haben?
Frauen nach Kaiserschnitten klagen immer wieder über Missempfindungen im Unterbauchbereich, auch über Senkungsbeschwerden. Und manchmal auch ziemlich bald nach der Kaiserschnitt-Entbindung über Inkontinenz. Frauen nach vaginalen Geburten geben Inkontinenzen und Senkungen meist schon im Spätwochenbett als vorübergehende oder bestehende Problematik an. Der Schluss vieler Experten liegt dann nahe, dass die Frauen nach der vaginalen Geburt ein schlechteres Beckenboden-Outcome haben müssen, als Frauen nach einem Kaiserschnitt.
In verschiedenen Untersuchungen von Frauen in späteren Lebensabschnitten gibt es aber übrigens keinen Unterschied mehr in der Häufigkeit von Inkontinenz bei Frauen, die vaginal geboren haben und Frauen nach einem Kaiserschnitt.
Wurde Ihnen aus Gründen des „Beckenboden-Schutzes“ ein Kaiserschnitt empfohlen? Schreiben Sie mir doch einen kleinen Kommentar…. Ich würde mich sehr freuen…


Jacki am 01 Dez 2010 um 17:54 #
Guten Tag,
Ihr Eintrag ist ja schon etwas älter, aber vielleicht habe ich ja Glück und mein Beitrag wird noch
gelesen…
Ich habe Multiple Sklerose, bin schwanger, der Stichtag ist am 2.1. Durch die MS liegt bei mir eine Dranginkontinenz vor. Meine Neurologin empfahl, um nicht alles noch unnötig zu verschlimmern, einen Kaiserschnitt. Meine Urologin wiederum meinte dazu, es handele sich ja um zwei verschiedene Formen der Inkontinenz. Sie würde bei mir kein höheres Risiko bzgl. der Schwangerschaft sehen, als bei allen anderen. Meist würde sich die Belastungsinkontinenz ja auch zurückbilden. Sie schreiben, dass ein Kaiserschnitt genauso zu Inkontinenz führen kann. Insofern scheint es mir eine Rechnung mit vielen Unbekannten zu sein und der Kaiserschnitt nicht unbedingt notwendig.
Vielen Dank für eine Antwort
New Life Hotels am 02 Dez 2010 um 09:38 #
Guten Morgen!
Ich würde mich der Meinung der Urologin anschließen. Ich würde auf jeden Fall eine Spontangeburt anstreben. die Belastungsinkontinenz gibt sich nach der Geburt, wenn der Druck nach unten nach lässt und die hormonelle Situation sich wieder normalisiert, meist von selbst. Das ist meine Erfahrung, auch bei Frauen mit MS.
Alles Gute
Gerlinde Remsing
Hebamme
Monika Siller am 10 Jan 2011 um 00:47 #
Liebe Jacki!
Ist ja sehr interessant, womit Ihnen Angst gemacht wird…
Hier hat es offensichtlich einige Verwirrung bezüglich der verschiedenen Inkontinenzformen gegeben…
Die Dranginkontinenz hat ja als solche Inkontinenzform nicht wirklich etwas mit dem Beckenboden als “Gebiet der Ursache” an sich zu tun, obwohl natürlich der Beckenboden in der Behandlung jeder Inkontinenz eine große Rolle spielt. Bei einer Belastungsinkontinenzform hätte ich die Argumentation vielleicht noch eher verstanden.
Ich sehe überhaupt keinen Zusammenhang, warum bei einer Dranginkontinenz, wenn ich das richtig verstanden habe, ein Kaiserschnitt diskutiert wird!
Ich schließe mich der Meinung Ihrer Urologin an!!
Ihnen alles Gute und liebe Grüße!
Monika Siller