Die Zeit des Wartens ist angebrochen und obwohl wir zugegebenermaßen selbst noch nicht wirklich betroffen sind, frage ich mich doch immer wieder, wie man wohl die Zeit rumbringt, bis der kleine Spross endlich das Licht der Welt erblickt.

Ich habe doch schon ein paar Schwangerschaften und Geburten aus der Ferne miterlebt und kann diese doch in ein paar sehr treffende Phasen einteilen.

Phasen der Schwangerschaft - aus Sicht einer Nicht-Schwangeren
Zuerst die “Frohe Botschaft” ein kleiner Zwerg kündigt sich an und wird nach raschen 9 Monaten das Licht der Welt erblicken. Alle freuen sich und sprechen Glückwünsche aus. Die Mutter freut sich auch, kann aber noch nicht wirklich eine Veränderung feststellen. Alles ist wie immer, nur dass der Arzt gesagt hat, dass da was wächst. Zugegeben, bei manchen Frauen verläuft diese Phase nicht ganz so entspannt und sie müssen sich neben ständigem Erbrechen, Schwindel und Co dran erinnern, dass es doch toll ist schwanger zu sein, aber grundsätzlich ist auch da für den Außenstehenden noch nichts zu bemerken.

Nach ein paar Wochen stellt zumindest die Mutter fest, dass die heißgeliebte Hose nicht mehr zuzukriegen ist und selbst drücken, schieben und “im Liegen zumachen” nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen. Spätestens jetzt ist also klar: es ist doch wahr - Baby im Anmarsch.

Danach vergehen Wochen in denen der Bauch wächst und irgendwann spürt die Mutter das erste Mal das Baby. Der Vater ist dadurch etwas verhärmt, der kann gar nichts spüren und auch sämtliche Freundinnen, Bekannte und Verwandte können das selige Kind-hat-sich-bewegt-Lächeln nicht teilen, weil es da selbst beim noch so geduldigen Handauflegen nichts zu fühlen gibt. Erst Wochen später meldet sich das Kind auch für die Außenwelt zu Wort und das Lächeln breitet sich auf allen Bauchanfasser-Gesichtern aus.

Zwischendurch werden noch diverseste Fotos vom neuen Erdenbürger geschossen und alle freuen sich mit den werdenden Eltern. - auch wenn man auf den ersten Blick genau gar nichts auf den Schwarz-Weiß-Portraits erkennen kann. Es wird aber bereits fleißig eingekauft, das Zimmer hergerichtet und, vielleicht noch etwas übertrieben, schon das erste Rennauto oder die erste Puppenküche angeschafft.

Aber dann kommt plötzlich alles zum Stillstand. Alles ist fertig, das rege Treiben um die Vorbereitungen hat ein Ende und selbst die Schenkenden wissen nicht mehr, was jetzt zu tun sein sollte. Das Geschenk ist gekauft, noch nicht eingepackt, damit es nicht ganz verstaubt, aber die Glückwunschkarte geschrieben und natürlich der E-Mail-Account auf Fotoerhalt eingestellt.

Die Eltern haben das Zimmer eingerichtet, sämtliche Klamotten für den Neuankömmling gewaschen und feinsäuberlich im Kasten verstaut, die Fläschchen sterilisiert und schon zum 100. Mal an der Babypuppe aus Kindertagen das Wickeln und Bekleiden einer so winzigen Person geübt. Jetzt kann er also kommen, der kleine Sonnenschein und was passiert? Nichts… Er lässt einfach auf sich warten bis es auch ihm genehm ist, einen Blick auf seinen neuen Wohnort zu werfen.

Die Tage vergehen und erst in diesen letzten Wochen vor der Geburt merkt man, wie lange eigentlich 9 Monate des Wartens sind.