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Kuhmilchallergie ist nicht Lactoseunveträglichkeit

Als Babette Körner (26) es bemerkte, badete sie gerade ihren fünf Monate alten Sohn Matti. Eine Nesselsucht hatte sich über seinen ganzen Körper ausgebreitet. Babette sah Quaddeln und Rötungen überall, zudem Schwellungen an seinen Ohren. Eine Stunde später musste Matti sich übergeben. Das war kurz nachdem Babette ihm erneut das Fläschchen gegeben hatte. Die junge Mutter fuhr sofort in die offene Sprechstunde ihres Kinderarztes undschilderte die Symptome. Der Arzt hatte eine Vermutung – bestätigte diese aber erst, nachdem er einen Blut-Test gemacht hatte. Danach stand die Diagnose fest: Matti hatte eine Kuhmilchallergie.

Sowie ihn, trifft es etwa zwei Prozent aller Säuglinge in Deutschland – zumindest vorübergehend. Die gute Nachricht: Bei allen ist die Chance groß, dass die Allergie auch wieder verschwindet. Typische allergische Reaktionen des Körpers auf das Milcheiweiß sind Durchfall, Erbrechen, Juckreizoder Quaddeln.

Wenn auch Ihr Kind nach einer Flaschenmahlzeit spuckt, schreit, die Beinchen anzieht, rot anläuft und eventuell Durchfall bekommt, sollten Sie zum Kinderarzt.

Ein häufiger Satz den Ärzte dann oft von betroffenen Eltern hören, ist: „Aber Muttermilch hat unser Kind doch immer vertragen?“ Das kann auch durchaus sein. Denn das auslösende Allergen in diesem Fall ist ein Milcheiweiß aus der Kuhmilch.

Kuhmilchallergie ist nicht Lactoseunveträglichkeit

Ist von einer Kuhmilchallergie die Rede, fällt oft auch der Begriff Laktoseunverträglichkeit. Doch Vorsicht: Das eine hat mit dem anderen nichts zutun. Kleine Merkhilfe: Eine Laktoseunverträglichkeit ist im Säuglings- und Kleinkindalter eher selten. Es handelt sich hierbei um eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker.Die Symptome zeigen sich über den Magen-Darm-Trakt und die Kinder haben dann Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Je älter die Kinder werden, desto häufiger kommt die Laktoseunverträglichkeit allerdings vor – und kann sich im Kleinkindalterbis zum Erwachsenen manifestieren.

Die Kuhmilchallergie dagegen wird bereits bei Säuglingen im Alter von fünfbis sechs Monaten diagnostiziert, weil dann der erste Brei oder die erste Flasche gegeben wird. Sobald die Diagnose „Kuhmilchallergie” feststeht, raten Ärzte zu einer „Auslassdiät“. Das bedeutet: Eltern streichen für 12 bis 18 Monate Milch undMilchprodukte aus dem Speiseplan des Kindes.

Was können Eltern tun um eine Mangelernährung zu vermeiden?

Aber Milch ist doch so wertvoll und voller Nährstoffe? Keine Sorge: Da Babys auf eine Ernährung mit Milch angewiesen sind, sorgt eine kuhmilchfreie Ersatznahrung (z. B. von Neocate) für eine sichere Versorgung Ihres Kindes während der Zeit der Auslassdiät – ganz ohne die Eiweiße aus der Kuhmilch. Diese Ersatznahrung enthält die kleinsten Eiweißbausteine, die Aminosäuren, und die können keine allergischen Reaktionen hervorrufen.

Die Idee Soja-, Schafs- oder Ziegenmilch als Alternative zu wählen, können Sie zunächst verwerfen. Grund: Auf Sojamilch reagieren viele Kinder ebenfalls allergisch, außerdem sind hier Pflanzenhormoneenthalten, deren Langzeitwirkung noch nicht ausreichend erforscht sind. Und Schafs- und Ziegenmilch sind im Aufbau der Protein- und Eiweißbausteine denen der Kuhmilch sehr ähnlich – deshalb sind sie für die Ernährung bei einer Kuhmilchallergie ebenfalls ungeeignet.

Erst wenn die Kinder, etwa 12 Monaten sind und bereits auf ein breiteres Nahrungsmittelangebot zugreifen und schon Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch etc. essen, können Sie auf diese Drinks zurückgreifen. Dann bestehen auchandere Quellen für Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe und die Drinks eignen sich zur Zubereitung von Speisen oder als zusätzliches Getränk.

Zuletzt sei gesagt: Die Prognose bei einer Kuhmilch Allergie ist gut. Ungefähr 80 Prozent der Kinder verlieren die Allergie bis zum Schulalter wieder. Deshalb macht der Arzt auch alle 12 bis 18 Monate einen Test, um zu sehen, ob dies vielleicht schon der Fall ist. Es gibt auch Kinder, die bereits nach 18 Monaten, drei oder vier Jahren die Kuhmilch Allergie verlieren.

Zum Weiterlesen: Die Hersteller von Spezialnahrung bieten im Internet weitere wichtige Infos für Eltern von Kindern, die unter einer Kuhmilchallergie leiden:
http://www.neocate.de/was-ist-kuhmilchallergie/symptome/