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Susann

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Im SandWie vielleicht der eine oder andere schon vermutet hat, waren wir im Urlaub. Frolleins erste Flugreise – natürlich nach Mallorca, wie sich das für eine Jungfamilie gehört! Mit uns an Bord waren ungefähr noch 20 andere Kleinkinder und Babys, die sich wie in einem Mini-Bambini-Club vornehmlich gegenseitig bespaßt haben. Als der Flieger zur Startbahn rollte, zückten alle Eltern ihre Flaschen, um sie zum Steigflug ihrem Nachwuchs zum Druckausgleich ins Gesicht zu drücken – ein herrlicher Anblick, und nebenbei eine effektive Maßnahme, jedenfalls hat niemand gebrüllt. Frollein ist zur Verzückung unseres Sitznachbarn sogar eingeschlafen, der konnte sein Glück gar nicht fassen – als er den Flieger betrat, war er ein wenig weiß um die Nase, als er sah, dass er von potenziellen Brüllbacken umzingelt war.

Malle selbst war der Knaller. Eine Fülle von ersten Erfahrungen für Nika: Strand, Meer, Pool, Liege – Eimer und Schäufelchen, ständig beide Eltern in der Nähe … großartig! Auch ihren Eltern hat sie einige neue Erfahrungen gegönnt: Erste Anwandlungen von Trotz inklusive auf den Boden schmeißen, Futterneid und nachdrückliche Forderungen, auch am Frühstücksbaguette beteiligt zu werden, um dann den einen oder anderen Klumpen unter die elterlichen Flipflops zu kleben bzw. Zwieback in den Joggingschuhen zu vestecken, erste Laufversuche an der Hand inklusive wüstem Gemecker, wenn nach 20 Minuten der Erziehungsberechtigte aufhören und den Versuch unternehmen will, seinen Rücken wieder zu begradigen … mit anderen Worten: Es war herrlich! Also, wirklich herrlich! Wie oft haben wir da gesessen und diesem Nika zugeguckt, die mit Freuden den Balkon mit dem Strandeimer voll Wasser geflutet hat, und haben gedacht: “Meine Güte, ist das abstrakt. Als wir das letzte Mal hier waren, war sie noch im Bauch. Und jetzt ist das unser Kind, und das ist auch schon so groß, wie konnte denn das passieren???”

NackigMit Papa

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Täglich grüßt eine Zeit, die man wohlwollend als “intensiv” bezeichnen könnte. Sie beginnt etwa gegen 16.30 Uhr und dauert zwei Stunden, bis langsam Frollein fürs Bett fertig gemacht wird. In dieser Zeit wird Nika müde: Selber spielen ist zu anstrengend, sportliche Aktivitäten enden in fiesen Stürzen und überhaupt ist das Leben um diese Zeit eigentlich nur auf dem Arm zu ertragen. Was aber tun, wenn der Arm lahm ist?

Man nutzt die ungünstige Anordnung der Wickelkommode, um sie als Ausguck zu nutzen. Und so verbringen Frollein und Muddi täglich die eine oder andere Stunde mit Blockwart-Tätigkeiten. Unseren wachsamen Augen entgeht nichts:Blockwart 1 und 2 Kein Dackel kann unerkannt auf den Gehweg pupen, kein italienischer Nachbar mit fragwürdigen Einparkmanövern andere Autos in Gefahr bringen, und dass neulich eine Gruppe Jugendlicher noch vor Sonnneuntergang (um genauer zu sein: vor zwölf Uhr mittags) vor unserer Haustür ein Wodka-Gelage begann, haben wir natürlich auch notiert. Während sich Nika am Alltagsleben der Nachbarn kaum satt sehen kann, fehlt es Muddi hingegen manchmal an Enthusiasmus für das Leben der anderen …

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Gilt es eigentlich, wenn das Kind hingebungsvoll “Mama” sagt – und dabei den Mülleimer anguckt?

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Momentan werde ich an ungefähr jeder Plakatwand ans Frollein erinnert. “Horton hört ein Hu” heißt der Film, der so kräftig beworben wird – und was soll ich sagen: Ein ähnlich lautender Blockbuster wurde erst vor kurzem in unserer Wohnung abgedreht und läuft seitdem als Daily Soap. Hier einige Auszüge aus dem Skript:

Morgengrauen, zwischen sechs und sieben Uhr. Frollein erwacht in ihrem Bett. Sie orientiert sich.

Nika: *Raschelraschel*. Der bettinterne Bewegungsmelder verzeichnet starke Schwingungen des Stillkissens. Frollein orientiert sich.

“Hu!”

Schweres Atmen. Die Decke wird weggestrampelt.

“Eeeeh. Heh heh”

*Raschelraschel*. Der Betthimmel schwankt.

“Aheeee. Uh, uh!”

*Kratzkratz*. Frollein Nika dreht sich im Bett und beginnt den Aufstieg zum Rand des Gitterbetts. Sie erreicht ihr Ziel und sieht ihre Erziehungsberechtigten.

“Hu! Ha! Ahiiiii!”

(Interne Ermittlungen haben ergeben, dass dieser Ausruf folgendes bedeutet: “Los, aufstehen ihr alten Säcke! Schlafen könnt ihr im Sarg noch genug – holt mich jetzt hier raus!”)

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Es hat lange gedauert, bis es in meinem Kleinhirn angekommen ist, aber jetzt weiß ich es. Mom und Dad sind keinesfalls englische Begriffe. Der Ursprung ist höchst international und kommt aus des Babys Mund. Und irgendwann haben dann ungeduldige Eltern, die endlich eine persönliche Anrede von ihrem Nachwuchs haben wollten, beschlossen, dass die “Momomom”- und “Dädädäd”-Laute “Mama” und “Papa” bedeuten. So war das nämlich.

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Es ist, hm, sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig. Seit gestern ist Muddi wieder im Dienst. Halbtags, aber immerhin wieder im Job. Und das Gefühl ist sehr, sehr merkwürdig. Ich würde mich selbst jetzt nicht in die Kategorie “Übermutter” oder “Ich wollte ja schon seit zehn Jahren Kinder, aber mein Mann ist ja nicht in die Puschen gekommen” einsortieren, aber trotzdem sorgte die Tatsache, dass ich jetzt mein persönliches Projekt zur Auslotung der Work-Life-Balance-Umsetzungsmöglichkeiten als Muddi gestartet habe, für einen dicken, fetten Kloß im Hals. Ich saß auf dem Sofa und fühlte mich schlecht.

Wenn man ein Jahr lang Vollzeit-Bootzi/Schnuppe/Schnulle/Süßbiene/Sabbermaus gemacht hat, kriecht doch tatsächlich ein klitzekleiner Zeitgenosse namens “Schlechtgewissen” über die Schulter. Von dort aus winkt er wahrscheinlich Herrn Fremdel zu und die beiden kniepen sich einmal an nach dem Motto: “Die Alte kochen wir weich, bis die direkt ein zweites Kind will.” Nix da, meine Lieben. Es gilt immer noch: Vorher das Schlafdefizit abbauen. Und dieser Status Quo ist nach wie vor noch lange nicht erreicht. Momentan schläft Frollein bevorzugt in Hockstellung ein, damit man beim ersten Auftauchen aus der Tiefschlafphase sofort den Autopiloten in Richtung Bettgitter anstellen kann. Aber das nur nebenbei, zum Thema Schlaf werde ich – sollten keine weiteren Katastrophen passieren, die dringend der Mitleidheischerei bedürfen – nix mehr sagen, bis Frollein sich bequemt, das zu tun, was ihr alle anderen Babys, die ich kenne, voraus haben: Durchschlafen nämlich. Ach ne Moment, das sage ich natürlich auch nicht, weil dann ja sofort das Gegenteil eintritt.

Was aber wirklich pestig ist: Die Kleine hat offenbar ganz furchtbar kickelige Hände (also sie jucken), und sie schubbert und schubbert damit rum – wenn also jemand in der virtuellen Welt eine zündende Idee hat, wie man einen Juckreiz auf Babyhaut eindämmt, dann her damit!!! Wir sind für alle sachdienlichen Hinweise sowas von dankbar!

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Unerfreulicherweise muss ich ja bald wieder arbeiten gehen. Diese Erkenntnis trifft mich momentan täglich wie ein Brett vor dem Kopf, weil das grad überhaupt nicht in mein Konzept passt, aber gut. So ist es nun mal, und damit bedeutet das auch: Frollein muss zur Tagesmutter. Damit im günstigsten Fall nicht Muddi UND Kind bei der morgendlichen Übergabe heulen, sondern nur Muddi (Tipp der Tagesmutter: Zwei Minuten vor der Tür stehen bleiben, damit man hört, dass der eigene Spross wenn überhaupt nur kurz ein paar Tränchen vergießt), gehen wir jetzt also täglich zur Eingewöhnung.

Beim Thema Tagesmutter stellt man ja fest, dass es diverse Themen gibt, mit denen man sich in der Prä-Kind-Zeit noch nie auseinander gesetzt hat. Und plötzlich steht man da und überlegt: Was muss eine Tagesmutter eigentlich können? Ist es egal, wenn sie einem im Rock-Angel-T-Shirt mit kitschigen Turnschuhen die Tür aufmacht und einen Chihuahua tätsächlich als Hund bezeichnet? Ob sie “am Stress haben” ist, statt einfach getresst zu sein? Die Antwort lautet: Ja. Wenn sie ansonsten das Gefühl vermittelt, dass sie Lust auf Kinder hat, dass sie lieb mit ihnen umgeht, dass sie sich mit ihnen beschäftigt, dass sie souverän ist, auch wenn sie plärren, und wenn sie einen wogenden, voluminösen Busen hat, an den man sich bei Schmerz und Herzeleid total doll ankuscheln darf. All das macht et Marie, und von daher habe ich ein gutes Gefühl. Und so ein bisschen kölscher Lokalkolorit bei der Betreuung ist doch nicht verkehrt. Das mit der Grammatik lernt Nika dann eben am Nachmittag.

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Ich habe beschlossen, dass unser Kind nicht getauft wird. Nika interessiert sich nämlich einen feuchten Kehricht für religiöse Vorkommnisse. In der Schöpfungsgeschichte ist doch eindeutig vermerkt, dass Gott am siebten Tag einen Ruhetag vorgesehen hat. Frollein hingegen hat sich gedacht, alles noch einmal auf Anfang zu drehen und hat mich in Frustration, Depresssion, Heulerei, Aggression und alles auf einmal gestürzt.

Dabei begann die Nacht vielversprechend: Ich vom Sport ausgeglichen und todmüde, Nika von Vaddi ohne Probleme um viertel nach Acht in die Heia gebracht. Um 2:30 Meldung aus dem Schlafzimmer – erst nach sechs Stunden, großartig! – und Muddi gelingt es auch scheinbar, ihren Nachwuchs mit warmen Worten und ein paar Streicheleinheiten zu beruhigen. Doch kaum liege ich wieder, geht erst die richtige Sirene an. Eine volle Stunde, in der ich froh bin, dass auch ich nicht getauft bin, denn um für all meine innerlich ausgesprochenen Beschimpfungen, Gedanken an Abgabe in der Babyklappe und mühsam gezügelten Aggressionen um Verzeihung zu bitten, müsste ich erst ein Jahr Vollzeit arbeiten, um für die Zeit im Beichtstuhl eine Tagesmutter finanzieren zu können.

Man fühlt sich derartig hilflos, wenn das Kind sich einfach nicht beruhigen lässt und sich, kaum dass man es hinlegt, sofort wieder aufrappelt und dabei hysterisch brüllt, sich dabei nicht die Bohne darum schert, ob man da ist oder nicht, das kann man gar nicht beschreiben. Irgendwann habe ich aufgegeben und sie an die Brust genommen, weil sie sich komplett eingeschrieen hatte und ich mir nicht mehr zu helfen wusste. Und dann liegt man da und hat Angst vor der nächsten Nacht, weil man darüber nachdenkt, ob man jetzt alles wieder ganz von vorne anfangen darf, erinnert sich an die ersten drei ganz schlimmen Nächte, zweifelt an seinem Instinkt und weint ein bisschen und überlegt sich, dass man sich das nicht noch mal zutraut. Scheiße!

Um fünf begann das Spiel übrigens von neuem – bis Dr. G sich einschaltete und mit ihr den Wippekasper machte, so dass sie nach einer Dreiviertelstunde an seiner Schulter einschlief.

Oh Mann, Entspannung, Ausgeglichenheit und gute Laune sind was anderes. Frollein ist übrigens wieder blendend gelaunt.

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Ich habe wirklich keine Ahnung. Keine Ahnung, wie man eigentlich einen Umzug OHNE hilfreiche Eltern, dafür aber mit einem kleinen Kind, überleben soll. Dass Dr. G und ich noch nicht vor dem Scheidungsrichter stehen, liegt wirklich nur daran, dass unsere Eltern uns so famos geholfen haben und Nika sozusagen in einer Dauer-Tages- und Nachtfreizeit untergebracht war.

Ansonsten wüsste ich nicht, wie man auch nur eine Kiste einpacken soll, wenn Frollein sofort dazu kommt, um alles wieder rauszuräumen. Dazu natürlich die – ganz stark an Hunde erinnerende – Unruhe, dass man eventuell weggehen könnte, ohne sie mitzunehmen. Im Klartext heißt das: Nika will eigentlich die gesamte Zeit des Tages auf dem Arm verbringen (die Nächte übrigens auch, aber darüber wollten wir ja nicht mehr sprechen). Ich habs ausprobiert: Mit Kind im Arm packt es sich deutlich schwieriger. Von daher nur der Rat an alle junge Familien: Vor dem Umzug ein Au-Pair organisieren. Sonst wird das ne Katastrophe!

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Ich gestehe: Ich habe das öffentliche Feiern von Nikas erstem Geburtstag verschlampt! Das liegt daran, dass wir von der Welt des Netzes kurzfristig abgeschnitten waren. Dabei hätte ich anlässlich des ersten Jubiläums, das sie übrigens höchst gelassen hingenommen hat, doch wunderbar protzen können, was sie auf der Zielgerade zur Eins noch schnell gelernt hat.

Erstmal war ihr Geburtstag aber ein ganz komischer Tag für mich, denn man erinnert sich extrem stark an die Zeit vor einem Jahr: Wie man beim abendlichen Grillen mit Freunden schon wusste, dass es am nächsten Tag passiert, weil der Bauch sich so komisch angefühlt hat. Wie man dann ab ein Uhr die Wehen hat über sich rollen lassen, um am nächsten Morgen mit zwei-Minuten-Abständen in die Klinik zu fahren und zu hoffen, dass es jetzt alles ganz schnell geht. Wie man dann halb in Ohnmacht fiel, als der Doc einem sagte “Vor heute nachmittag wird das nix”. Und wie man später nach dem Anästhesisten brüllte (“Wann kommt denn der Arsch endlich???” … Arsch stand genau vor der Tür, ähem), um endlich eine PDA zu bekommen. Und wie man dann, lange 12 Stunden im Kreißsaal später, auf einmal dieses Wunder in den Armen halten konnte. Ein sehr rührseliger Tag – jedenfalls für mich.

Und jetzt guckt man auf die kleine Motte, die jetzt angefangen hat zu laufen und mit ihrem staksigen Schritt alle in Verzückung versetzt. Die jetzt mit großer Begeisterung beim Ausräumen der Spülmaschine hilft und einem die Löffel anreicht. Die – und das ist wirklich geil – einen pausenlos imitiert. Der Knüller war, als Schnuffoma sich mit einem Babygläschen abmühte, es nicht aufbekam und dabei also leicht pressende Geräusche von sich gab. Prompt nahm Frollein auch ein Glas und versuchte, unter Aufbietung aller Grimassen ihres aufzubekommen. Die mit großem Enthusiasmus Papas Werkzeugkasten umsortiert und versucht, mit einem Schraubenzieher das Schloss von einem alten Koffer zu knacken (keiner verrät ihr, dass es schon längst auf ist, das wäre ja langweilig).

Das Komische ist ja, dass du die ganze Zeit denkst, dass dein Kind ganz bestimmt das einzige ist, das all diese famosen Sachen kann. Und dann stehst du im Supermarkt und zuckst, weil du in irgendeinem Gang ein lautes “Dadada, bwwwww, aaaah” hörst und denkst: Moment, ich habe die Kleine doch gar nicht mitgenommen. In diesen Fällen wird man dann gottseidank wieder dran erinnernt, dass sie dann doch einfach nur normal ist. :-)

Und “normal” ist ein ganz wundervoller Zustand. Happy Birthday nachträglich, du Zaubermaus!