Etwa fünf bis zehn Prozent aller Kinder leiden zumindest vorübergehend unter Verstopfung. Auch meine kleine Jana gehört dazu und das schon seit kurz nach ihrer Geburt.
Der Kinderarzt empfahl uns die Zugabe von Milchzucker, leider bekam Jana dadurch Blähungen. Eine Milchnahrung mit prebiotischen Ballaststoffen verbesserte es dann ein bisschen, trotzdem musste ich ihr manchmal einen Babyeinlauf verabreichen oder mit dem Fiebermesser etwas stimulieren um die Verdauung anzuregen. Ein Entkalkungsgerät für unser Wasser war dann auch eine sehr gute Anschaffung. Ich liess Jana viel ohne Windel strampeln und massierte ihren Bauch im Uhrzeigersinn um den Nabel wenn es zwickte.
Babys Stuhlgang fördern
Mit Einführung der Beikost wurde es etwas leichter, denn nun konnte ich stuhlauflockernde Nahrungsmittel füttern, wenn es wieder besonders arg wurde. Karotte ihr Lieblingsessen, musste leider ersatzlos vom Speiseplan gestrichen werden, dafür löffelt sie mit Begeisterung Apfelmus, geriebenen Apfel und das allein fördert einen guten Stuhlgang. Obwohl ich nicht viel von Säften halte, gebe ich ihr nun öfters Apfelsaft mit Wasser, davon trinkt sie sehr viel und auch das wirkt sich sehr gut auf die Verdauung aus. Man findet schon seinen eigenen Weg, es gibt ja einige wichtige Tipps, die dabei helfen.
Die häufigsten drei Ursachen für eine Verstopfung beim Baby
Zu wenig Bewegung, zu wenig Ballaststoffe in der Ernährung oder eine zu geringe Trinkmenge. Die Einführung von Beikost oder die Fütterung von Karotte oder Banane kann zu leichter Verstopfung führen. Auch klappt es im Rahmen der Sauberkeitserziehung vorübergehend nicht mehr so recht mit dem Stuhlgang. In hartnäckigen Fällen braucht Ihr Kind Unterstützung durch sanfte Medikamente. Tritt die Verstopfung neu auf (insbesondere, wenn Ihr Kind noch ein Baby ist!) oder hält sie trotz der Hausmittel länger als 14 Tage an, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Leidet Ihr Kind zusätzlich unter starken Bauchschmerzen, rufen Sie bitte sofort den Arzt. Weitere Warnzeichen für eine ernsthaft Erkrankung, z. B. einen Darmverschluss, sind ein hart gespannte Bauch, heftige Bauchkrämpfe, gleichzeitiges Erbrechen oder die Tatsache, dass auch keine Winde mehr abgehen.
Behandelt kann Verstopfung wie gesagt mit Milchzucker werden, aber aufgepasst er kann zu Blähungen führen. Glyzerinzäpfchen aus der Apotheke erweichen den Stuhl, dann geht das Pressen leichter. Mit einem Fieberthermometer kann der Anusmuskel gereizt werden, aber sehr vorsichtig! Das unterstützt den Entleerungsreflex. Im Notfall der Minieinlauf, es gibt ihn fertig in der Apotheke.
Was größeren Kindern gegen Verstopfung hilft
Bei größeren Kindern sollte die erste Maßnahme immer eine Ernährungsumstellung sein, keine stopfenden Nahrungsmittel wie Kakao, Schokolade und andere Süßigkeiten, Weißmehlprodukte oder Fastfood sowie Bananen. Geben Sie Ihrem Kind mehr ballaststoffhaltige Lebensmittel, also viel Gemüse und Obst, ab dem zweiten Lebensjahr auch Vollkornprodukte, jedoch anfangs nicht in großen Mengen. Probiotische Joghurts können die Verdauung unterstützen. Dazu muss Ihr Kind allerdings täglich einen Becher davon essen. -Ihr Kind sollte viel trinken! Bieten Sie Ihrem Baby zusätzlich ungesüßten Tee an.
Auch Homöopathie hilft gegen Verstopfung bei Baby und Kleinkind
Lässt sich eine Verstopfung mit den oben genannten Maßnahmen allein nicht beheben, kann auch Homöopathie helfen:
- Sulfur C12 hilft bei erfolglosem Stuhldrang und Afterjucken
- Alumina D6 bei kleinkugeligem, trockenem Stuhl und sehr geringen Darmbewegungen
- Mercurialis comp: ½ bis 1 Zäpfchen abends wirkt heilend auf die Schleimhaut und fördert den Stuhlgang
Übrigens gestillte Säuglinge haben nicht unbedingt täglich Stuhlgang. Bis zu 3 Wochen kann es dauern, bis Stuhl abgesetzt wird. Sorge besteht nur bei Schreiattacken und fehlender Gewichtszunahme.