Verfasst von Monika Siller am 02 Apr 2009
Steißbeinbeschwerden
Das Steißbein ist zwar ein sehr kleines Element der Wirbelsäule, befindet sich aber ganz am Ende und wird bei der Geburt vom kindlichen Kopf nach hinten weggedrückt. Es besteht aus echten Wirbeln, die gegeneinander beweglich sind, um bei der Geburt in einer natürlichen Gebärposition, wie etwa am Hocker, im Halbsitz, in der Bankstellung oder im Stand, nach hinten weichen zu können. Das bringt dem kindlichen Kopf 20 % mehr Raum und das ist bei der Geburt nicht zu unterschätzen.
Natürliche Gebärposition beugt Steißbeinbeschwerden vor
Warum hier die natürliche Gebärposition so wichtig ist, erklärt sich fast von selbst. Bei der natürlichen Gebärposition ist die Beckenbodenmuskulatur entspannt und dehnfähig. Das Steißbein wird von der Seite und von vorne von dieser Muskulatur in Position gehalten. Wird nun durch die Rückenlage der gebärenden Frau, der Beckenboden massiv unter Spannung gehalten, kann auch das Steißbein nicht weichen und den Raum freimachen. Nicht selten ist so ein Steißbein bei der Geburt schon gebrochen oder hat zumindest eine Fehlstellung erlitten. Auch das Ableiten der Spannung des Steißbeines Richtung Damm mit den damit verbundenen Verletzungen (Dammrisse und –schnitte) ist eine logische Konsequenz des Körpers.
So eine Fehlstellung muss so schnell als möglich nach der Geburt von Physiotherapeuten korrigiert werden. Schließlich hängt die Möglichkeit des Anspannens der Beckenbodenmuskulatur daran und die hat nicht nur in der Rückbildungszeit eine wichtige Aufgabe für die Sicherung der Lage der Organe und der Gewährleistung der Kontinenz.
Ich weiß, dass es viele Frauen gibt, die seit der Geburt Steißbeinbeschwerden haben. Ihnen kann in den meisten Fällen relativ einfach geholfen werden!


