Archiv für Physiotherapie Blog

Verfasst von Biogena Wissenschaftsteam am 25 Nov 2008

Schnellesser werden leichter dick

Menschen, die ihr Essen hinunterschlingen, sind verstärkt von Übergewicht bedroht. Das haben Wissenschaftler der Universität Osaka herausgefunden, als sie die Essgewohnheiten von fast 3.000 Menschen unter die Lupe nahmen.

Schnell essen macht übergewichtig
Die Forscher um Prof. Hiroyasu Iso untersuchten den Zusammenhang zwischen Essgeschwindigkeit, Sättigungsgefühl und Übergewicht. Fast die Hälfte der 3.000 freiwilligen Probanden gab an, eher schnell zu essen. Im Vergleich mit jenen, die sich bei den Mahlzeiten Zeit lassen, waren männliche Schnellesser um 84 Prozent eher übergewichtig. Bei den Frauen war die Wahrscheinlichkeit etwas mehr als doppelt so hoch. Kam zum schnellen Essen noch die Neigung hinzu, bis zur Sättigung zu essen, war die Quote sogar drei Mal so hoch wie bei den bedächtigen Essern.

Einem begleitenden Kommentar der australischen Wissenschaftlerinnen Elizabeth Denney-Wilson und Karen Campbell zufolge dürfte der Mechanismus, der uns heutzutage fett werden lässt, früher ein Evolutionsvorteil gewesen sein: War das Nahrungsangebot knapp, wurde einfach schnellstmöglich so viel Essen wie möglich hinuntergeschlungen (Quelle: Ärztliche Praxis online).

Verfasst von Monika Siller am 22 Nov 2008

Geburt – was ist das?

In meiner Praxis sind nicht nur Mütter und Schwangere, sondern auch immer wieder einmal Geschwisterkinder, zu Besuch. Da stellt sich natürlich dann schon für die kleinen „Großen“ die Frage, warum denn die Mama überhaupt zu mir kommt mit dem „dicken Bauch“. Ja, wie kommt denn eigentlich ein Baby da hinein und wie denn wieder heraus?

Da Frauen in meinen Geburtsvorbereitungskursen auf das „Gebären aus eigener Kraft“ vorbereitet werden, sollte es für die Kinder auch eine Information in diese Richtung sein. Ich habe zwei wunderbare Bücher für die Kinder entdeckt, mit denen ich meine Ansicht zum selbstbestimmten Gebären unbedingt teile. Gebären darf Kindern nicht Angst machen, soll aber der Realität des Gebärens ganz nahe kommen und aus der Sicht der großen Geschwisterkinder beschrieben werden….

Meine Buchempfehlungen dazu:

Fisch und Schokolade
Autorinnen: I.Meyer, D.Struck, B.Wille
Elwin Staude Verlag

Runas Geburt
Autoren: U.Spillmann, I. Kamieth
Eigenverlag, ISBN: 3-00-007551-8
www.Runas-Geburt.de

Beide Bücher sind für Kinder ab 5 – 6 Jahren geeignet. Beide Bücher sind sehr schön gezeichnet und das Leben ist darin so dargestellt, wie es eben ist. Da und dort liegt einmal etwas herum, die Mama liegt mit den Wehen in der Badewanne, die Hebamme ist eine ganz besondere Familienbegleiterin und der Vater hat auch seine Rolle in der Geburtsarbeit. Zu meiner großen Freude werden die Kinder nicht in der mütterlichen Rückenlage zur Welt gebracht.

Runas Geburt hat mehr Bilder und eignet sich meiner Meinung nach schon für Kinder im Kindergarten, während „Fisch und Schokolade“ eher für etwas ältere Kinder gedacht ist. Die Zusammenhänge sind hier etwas komplexer und der Text länger.

Verfasst von Monika Siller am 16 Nov 2008

Produkte von Ingeborg Stadelmann

Die Hebamme Ingeborg Stadelmann hat für uns alle, die mit Frauen rund um die Geburt zu tun haben, wunderbare natürliche Helfer geschaffen und scheut keinen Weg und keine Mühen, uns an ihrem großen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen. Die Originalen Mischungen sind nicht nur mit viel Fachwissen der Hebamme in der Aromatherapie und Geburtshilfe zusammengestellt, sondern auch mit höchster Qualität der Grundöle versehen, und absolut „apotheken-rein“ in der Bahnhofsapotheke in Kempten gemischt. Dabei achte man immer auf das Gütezeichen (Original IS).

Naturprodukte von Hebamme Ingeborg Stadelmann
Diese Naturprodukte sind wirklich gut und haben für mein Empfinden einen sensationell günstigen Preis. Die begrenzte Haltbarkeit spricht für die Natur ohne Konservierungsstoffe! Die Öle, mit denen ich gerne als Physiotherapeutin bei meinen (nicht nur Frauen) arbeite, sind folgende:

Damm-Massage-Öl
für die Vorbereitung bzw. Nachbehandlung des Dammes.

Narbenöl
für die hartnäckigen Fälle mit derben Narbensträngen am Damm oder auch nach Kaiserschnitt; ja sogar in der Narbennachbehandlung unfallchirurgischer Verletzungsbilder war mir das Narbenöl schon eine große Hilfe.

Rose-Teebaum-Essenz
Das „Erste-Hilfe-Mittel“ für Verletzungen aller Art. Meine Empfehlung an alle Frauen für Geburtsverletzungen am Damm. Gibt es doch immer wieder nicht gut heilende Dammschnitte oder -risse im Wochenbett. Darf als rein ätherisches Öl sogar pur, aber sparsam, auf die Wunde getröpfelt werden. In der Schwangerschaft hat sich das Öl, auf einen Tampon getröpfelt oder in ein Rosenhydrolat gemischt, gut im Kampf gegen die lästigenVaginalpilze bewährt.

Rosenhydrolat
als Empfehlung für die Wöchnerinnen als natürliches Parfum, zur Babypflege oder auch als Heilmittel für die Narben am Damm. In der Behandlung von Pilzerkrankungen hat es sich ebenfalls bewährt.

Die Fülle der Öle ist groß, das Angebot am Markt nicht unerheblich. Bestimmt gibt es auch andere gute Öle im Handel. Wenn man aber von Ingeborg Stadelmann genau erklärt bekommt, worauf es bei der Herkunft, Auswahl, Mischung und Abfüllung der Öle ankommt, dann wird man kritischer als Fachperson. Und schließlich soll für Schwangere, Wöchnerinnen und Kinder nur das Beste zur Verfügung stehen.

Wer sich ein genaueres Bild machen möchte: www.bahnhof-apotheke.de.

Verfasst von Monika Siller am 11 Nov 2008

Geburtsvorbereitungskurs – der soziale Aspekt

Manchmal frage ich mich als Geburtsvorbereiterin, warum denn wohl die Frau, die ihr 4. Kind bekommt und schon bei den ersten 3 Kindern einen Kurs zur Vorbereitung auf die Geburt besucht hat, sich wieder, und zwar sehr rechtzeitig, um einen der begehrten Plätze im Geburtsvorbereitungskurs „bewirbt“…. - Inzwischen habe ich eine mögliche Lösung gefunden:

Zu Beginn befrage ich meine Kursteilnehmerinnen immer auch nach der Motivation, warum sie also gekommen sind. Da heißt es bei den Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, häufig:

- „das wurde mir von meiner Freundin empfohlen … die war auch hier“
- „einmal sollte ich mir das schon anhören, kann ja nicht alles lesen …“
- „habe Fragen zur Wahl der Geburtsklinik und auch zu den Wehenpositionen …“

Bei den Mehrgebärenden kommen da aber, unter anderem, auch ganz andere Gründe:

- „einmal einen Abend für mich und das Baby im Bauch….“
- „und Frauen kennen lernen, die im selben Boot sitzen und über die ich Termine für das Baby-Schwimmen oder die neuen Angebote im Umkreis meines Wohnortes erfahren kann. Ich bin ja schon so weit weg … meine anderen Kinder sind ja schon größer …“
- „und dann habe ich noch eine Frage zur Geburt meines 3. Kindes damals …“

So ein Kurs ist halt eben, neben der Vermittlung relevanter Inhalte und Ausprobieren verschiedener Gebärpositionen zur Geburt, auch ein Treffpunkt von werdenden Müttern und den brauchen vor allem auch die Mütter, die ihr 4. Kind bekommen….

Einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen hat viele Gründe
Einstimmen auf die Geburt, den Körper spüren, Neues erfahren, sich in vielem bestätigt fühlen, gestärkt werden für diese kommende Geburt, das ist es, was ein guter Geburtsvorbereitungskurs vermitteln sollte.

Verfasst von Monika Siller am 04 Nov 2008

Eifersucht nach Geburt kleiner Geschwister

Wenn ein Baby zur Welt kommt, dann entzückt das nicht nur die Eltern selbst, sondern auch die Großeltern, Tanten, Nachbarn, Kollegen und Freunde. Leider stehen die größeren Geschwisterkinder dann für kürzere oder längere Zeit an zweiter Stelle.  Alle reißen sich um das Neugeborene und vergessen die bereits „weltgewandten“ Geschwister des Neugeborenen mit Aufmerksamkeit zu beschenken. Kein Wunder, dass sich dann Eifersucht einstellt oder der Wunsch nach „Rückgaberecht“ oder „Der Hund wäre mir lieber….“ ergibt. 

Das kleine Mitbringsel oder Geschenk für die „großen“ Kinder
Ich nutze in solchen Situationen immer die Gelegenheit bei einem solchen Baby-Besuch, die kleinen „Großen“ mit einer Kleinigkeit zu überraschen. Da ich selber ein großer Bücher-Fan bin, kommt bei mir ein Buch natürlich immer als geeignetes Geschenk in Frage; noch dazu kann ich das Büchlein dann auch gleich mit dem Kind lesen.  

Meine kleinen, aber feinen „Bücher-Lieblinge“ sind:

„Klopft da wer?“
 Autorinnen: I.Meyer, D.Struck, B.Wille
Elwin Staude Verlag
Dieses Büchlein ist eine kleine Version zu „Fisch und Schokolade“

„Süße Milch für Jules Bruder“
Herausgeber: Hebammenverband Baden-Württemberg
Autorinnen: B.Wollmann, S. Friese-Berg
Mabuse-Verlag
www.mabuse-verlag.de

„Was macht eigentlich eine Hebamme?“
Autorin: T.Franke
Mabuse Verlag
www.hebammenhandwerk.de

Jedes Büchlein kostet nicht mehr als eine Tafel Schokolade und ein paar Gummibärchen, bereitet aber viel länger und vor allem „individuell“ Freude.

Verfasst von Monika Siller am 28 Okt 2008

Atmung für die Geburt

Die Frage nach der „richtigen“ Atmung ist immer wieder ein brisantes Thema für die Frauen, die einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Es scheint immer noch in den Köpfen der Menschen zu sein, dass man Atmen für die Geburt „lernen“ muss. In Wirklichkeit sollte man sie „beobachten“ lernen im eigenen Körper und dann abrufen können bei der Geburt selbst.

Atmen und Wehen
Wenn man bei Geburten mit dabei gewesen ist, dann kann man die Intensität der Wehen an der Intensität der Atmung „hören“. Frauen, die sich für die Geburt öffnen können, reagieren natürlich mit einer vertieften, seufzenden Atmung, auf den vermehrten „Zug“ der Wehe. Wenn am Schluss der so genannte „Pressdrang“ einsetzt, gelingt es Frauen, die auf ihre innere Stimme hören können, meist ohne Anleitung durch die Hebamme, den Mund in Gähnbereitschaft zu versetzen und schieben das Kind durch den gleichzeitig öffnenden Beckenboden durch sich hindurch.

Natürliche Gebärposition für natürliche Atmung während der Geburt wichtig
Voraussetzung für diese natürliche Atmung ist aber eigentlich die natürliche Gebärhaltung der Frau in der Austreibungsperiode. Glücklicherweise wird heutzutage jeder Gebärenden freigestellt, in welchen Positionen sie die Wehen besser „verarbeiten“ kann. Das kann die Bankstellung, das anlehnende Stehen oder das Anhängen am Geburtsseil sein. In Situationen, in denen sich das Kind noch nicht ideal ins mütterliche Becken eingestellt hat, kann es allerdings notwendig sein, dass die Hebamme zu gewissen Lagerungen anleitet.

Bauchatmung trainieren
Versuchen sie doch einmal am Abend, wenn es ruhig wird und sie im Bett liegen, ihre Hand auf den Bauch zu legen und sich vorzustellen, sie atmen „zum Kind hin“. Bald werden sie bemerken, dass sie sich gut entspannen, der Bauch bei der Einatmung in ihre Hand kommt und bei der Ausatmung wieder etwas weg geht. Ganz nebenbei beginnt dann das Baby gerne zu strampeln, weil es merkt, dass da Aufmerksamkeit zu ihm kommt und es wird sanft hin und her geschaukelt. Diese Bauchatmung ist für die Wehenverarbeitung bestens geeignet: Es gilt sich immer vorzustellen, dass man dorthin atmet, wo etwas geschieht und das ist bei der Wehe in dieser Region.

Verfasst von Monika Siller am 09 Sep 2008

Vom „Tragetuch-tragen“ und „Kinderwagen-schieben“

Als Physiotherapeutin werde ich immer wieder von Müttern kleiner Kinder gefragt, wie ich denn so zum Tragen von Kindern in Tüchern stehe. Das sei doch jetzt wieder so in Mode…

Die häufigsten Fragen sind dann:

- schadet das Tragen im Tuch den Wirbelsäulen der Kinder nicht?
- wird das Kind da nicht zu sehr verwöhnt?
- Ist das nicht sehr anstrengend für den oder die Tragenden?

Meine Antworten sind dann meist Gegenfragen:

- ist die Wirbelsäule bei den Babys nicht in jedem Fall vor dem Aufrichten rund?
- Kannst du dir vorstellen, dass Nähe nicht gut ist für dein Kind?
- Schleppst du nicht auch Wäschekörbe, Mülleimer, Einkaufstaschen?

Die Gegenfragen wirken vielleicht etwas provokant. Ich denke trotzdem, dass es heute für Mütter insgesamt schwieriger ist, einfach der Intuition zu folgen – nämlich ein Kind zu tragen, zu berühren und anzunehmen, eben so, wie ein neuer Erdenbürger ist. Viel leichter ist es, sich ständig der „Welt anzupassen“, die man vorfindet, in der Hoffnung nur ja nicht als verrückt und alternativ abgestempelt zu werden.

Nähe und Geborgenheit dank Tragetuch
Nähe, Geborgenheit und Zeit – das sind die Dinge, die die kleinen Kinder brauchen. Mit einem Tragetuch kann man eigentlich alles verbinden. Der Herzschlag und die Wärme der Mutter sind für das Kind allgegenwärtig und das Schaukeln durch die Bewegungen der oder des Tragenden wirken sich äußerst positiv auf die Entwicklung des Gleichgewichtes beim Kind aus. Außerdem kann mit einem Tragetuch auch die kindliche Hüfte gut geformt werden. Ich verwende es also auch als „Therapiematerial“ für gefährdete Kinderhüften.

Lassen Sie doch einmal den Kinderwagen stehen – die schöne Herbstwanderung lässt sich mit einem Tragetuch viel einfacher und spontaner gestalten und es wird vermutlich nicht nur dem oder der „Getragenen“ gefallen!

Verfasst von Monika Siller am 06 Sep 2008

Beckenboden und Kinderwagen

Der Beckenboden, als muskulärer Abschluss des knöchernen Beckens, hat die Aufgabe, für die Stabilität der inneren Organe zu sorgen. Für die Kontinenz von Harn und Stuhl zur Verfügung zu stehen und auch als energetisches Kraftzentrum zu fungieren.

Ich als Physiotherapeutin, lege bei meinen Frauen immer großen Wert darauf, dass sie den Beckenboden in „guter“ und „schlechter“ Haltung erfahren können, worauf viele Frauen ganz spontan erstaunt sind, wie viel eine aufrechte Haltung für den Beckenboden bedeutet. Er lässt sich in aufrechter Haltung besser anspannen und hält auch dem Druck des Hustens und Niesens besser stand.

Verbesserte Körperhaltung im Alltag
Kaum versuchen wir dann, in der Rückbildungsgruppe gemeinsam zu überlegen, wie wir die verbesserte Körperhaltung im Alltag besser einsetzen können, landen wir beim Thema „Kinderwagen schieben“, welches in aufrechter Haltung nur schwer möglich ist. Ich empfehle den jungen Müttern dann immer, einmal den Versuch zu starten, den Kinderwagen ab und zu hinter sich her zu ziehen. Da ist man dann gezwungen, seine Wirbelsäule aufzurichten. Da das „Kinderwagen-Ziehen“ etwas komisch aussieht und man das Kind dann leider nicht so gut betrachten kann, empfehle ich alternativ, ganz einfach zu versuchen, die Hände mit der Handinnenfläche von unten an die Lenkstange zu legen. Das Brustbein wird dann automatisch nach vorne oben geschoben und die Haltung verbessert sich entscheidend.

Seit diesen „Wirbelsäulen-Kinderwagen-Aufrichtungs-Experimenten“ meinerseits, ist es in meiner Heimatgemeinde keine Seltenheit mehr, dass der Kinderwagen zum Beckenbodentraining mal anders herum geschoben oder gezogen wird. Die Gemeinde hat sich wohl oder übel an das Bild der „alternativ-schiebenden“ Mütter und (!) Väter gewöhnen müssen!

Verfasst von Monika Siller am 05 Sep 2008

Wassergeburt und Dammschutz

Immer wieder wird diskutiert, welche Vorteile denn die Wassergeburt gegenüber den „Landgeburten“ haben könnte. Richtig aussagekräftige Statistiken über die Vermeidung sämtlicher Geburtsverletzungen konnte ich eigentlich nicht finden. Allerdings erzählen mir immer wieder befreundete Hebammen, dass ihre Erfahrung mit dem Damm eine sehr gute sei. Konkret heißt das, dass der Damm im Wasser von sich aus schon wesentlich weicher wird, den Frauen das warme Wasser die Möglichkeit der physischen und psychischen Entspannung gibt und der notwendige Geburtsschmerz leichter toleriert wird. Auch habe ich bei den Wassergeburten immer aktive und bis zum Schluss mobile Frauen beobachtet, die sehr selbstbestimmt, mit der Hebamme an ihrer Seite, an die Geburt heran gingen.

Dammschutz durch Wasser
Der Dammschutz wird vom Wasser selbst übernommen. Dammschnitte werden im Wasser nicht durchgeführt. Die Hebamme versucht eventuell nur die Durchtrittsgeschwindigkeit des kindlichen Köpfchens etwas zu regulieren, damit der Damm indirekt geschont wird. Die Mobilität im Wasser, das Steißbein, welches im Wasser immer beweglich bleibt und damit den Beckenboden nach allen Seiten elastisch hält, die Aufmerksamkeit der Frauen, die ihr Kind langsam und gleichmäßig aus sich herausschieben können und das Wasser an sich, helfen dem Damm intakt zu bleiben. Natürlich gibt es auch im Wasser die Möglichkeit eines Dammrisses; diese sind aber nach meinen Beobachtungen in der Nachbetreuung relativ selten.

Wassergeburt setzt stabilen Kreislauf voraus
Für die Geburt im Wasser ist es dennoch wichtig, dass die Frauen einen stabilen Kreislauf haben. Die Hebamme Ingeborg Stadelmann empfiehlt dafür einige Tropfen Rosmarienöl emulgiert ins Wasser zu geben oder die Essenz den Frauen als „Riechfläschchen“ anzubieten.

Verfasst von Monika Siller am 03 Sep 2008

Kaiserschnittnarbe brennt und ist taub

Bei Betrachtung der doch immer noch recht großen Narben als Folge eines Kaiserschnittes, wird einem erst bewusst, dass es sich bei dieser Art der Entbindung um eine richtige Bauch-Operation handelt und dass es eigentlich für die Frauen nicht wirklich die Geburtsmethode der Wahl sein kann. Manchmal ist der Kaiserschnitt allerdings lebensnotwendig und so gehört er, meiner Meinung nach, heute auch als Notfall-OP und nicht als elektiver Kaiserschnitt angewendet.

Die meisten Frauen klagen über Probleme mit ihrer Kaiserschnittnarbe
Die Hautnarben sehen zwar von außen nach einiger Zeit recht gut verheilt aus, eigentlich klagen aber die meisten Frauen über ein Ziehen, ein Brennen und eine allgemeine Übersensibilität rund um die Narbe. Sich am Waschbeckenrand beim Zähneputzen anzustoßen oder von den Kinderfüßchen während des Stillens getreten zu werden, wird immer wieder als sehr unangenehm beschrieben. Auch, dass die Frauen lange kein Gefühl oder aber dieses Brennen beim Berühren der Haut rund um die Narbe haben, spricht für eine größere Operationsnarbe, bei der auch Hautnerven durchtrennt werden.

Behandlungsmöglichkeiten für Kaischerschnittnarben
Die Behandlung der Hautnarbe versuche ich nach Nahtentfernung immer mit einem Kinesio-Tape. Auch hat sich das Bürsten der Haut rund um die Narbe mit einem weichen Baby-Bürstchen bewährt, soweit dies überhaupt toleriert wird. Dabei können die Hautnerven etwas stimuliert werden und damit unempfindlicher gegenüber Berührung werden. Weiches Bewegen mit einer APM-Salbe etwa, Lymphdrainage und energetische Arbeit an der Narbe, runden die Behandlungsmöglichkeiten ab.

Bei den Frauen nach einem Kaiserschnitt sehe ich aber noch ganz andere Probleme:
Nicht selten schleichen sich Schmerzen rund um das Becken ein. Ebenso Lendenwirbelsäulenschmerzen, die bis in die Leiste und die Beine ausstrahlen können, Gebärmuttersenkungen, tiefe innere Narbenschmerzen und Verklebungen innerer Bindegewebsschichten. Auch habe ich schon Frauen nach einem Kaiserschnitt gesehen, die Probleme hatten, die Bauchmuskulatur ökonomisch zu aktivieren.

Wenn Sie Probleme seit ihrem Kaiserschnitt haben, ein Versuch mit Physiotherapie oder Osteopathie lohnt sich immer. Nicht nur die sichtbare Hautnarbe, sondern gerade die tiefen Bindegewebsstrukturen können davon profitieren und Sie haben gute Chancen, ihre Schmerzen und Missempfindungen in den Griff zu bekommen.

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