Archiv für Physiotherapie Blog

Verfasst von Monika Siller am 05 Sep 2008

Wassergeburt und Dammschutz

Immer wieder wird diskutiert, welche Vorteile denn die Wassergeburt gegenüber den „Landgeburten“ haben könnte. Richtig aussagekräftige Statistiken über die Vermeidung sämtlicher Geburtsverletzungen konnte ich eigentlich nicht finden. Allerdings erzählen mir immer wieder befreundete Hebammen, dass ihre Erfahrung mit dem Damm eine sehr gute sei. Konkret heißt das, dass der Damm im Wasser von sich aus schon wesentlich weicher wird, den Frauen das warme Wasser die Möglichkeit der physischen und psychischen Entspannung gibt und der notwendige Geburtsschmerz leichter toleriert wird. Auch habe ich bei den Wassergeburten immer aktive und bis zum Schluss mobile Frauen beobachtet, die sehr selbstbestimmt, mit der Hebamme an ihrer Seite, an die Geburt heran gingen.

Dammschutz durch Wasser
Der Dammschutz wird vom Wasser selbst übernommen. Dammschnitte werden im Wasser nicht durchgeführt. Die Hebamme versucht eventuell nur die Durchtrittsgeschwindigkeit des kindlichen Köpfchens etwas zu regulieren, damit der Damm indirekt geschont wird. Die Mobilität im Wasser, das Steißbein, welches im Wasser immer beweglich bleibt und damit den Beckenboden nach allen Seiten elastisch hält, die Aufmerksamkeit der Frauen, die ihr Kind langsam und gleichmäßig aus sich herausschieben können und das Wasser an sich, helfen dem Damm intakt zu bleiben. Natürlich gibt es auch im Wasser die Möglichkeit eines Dammrisses; diese sind aber nach meinen Beobachtungen in der Nachbetreuung relativ selten.

Wassergeburt setzt stabilen Kreislauf voraus
Für die Geburt im Wasser ist es dennoch wichtig, dass die Frauen einen stabilen Kreislauf haben. Die Hebamme Ingeborg Stadelmann empfiehlt dafür einige Tropfen Rosmarienöl emulgiert ins Wasser zu geben oder die Essenz den Frauen als „Riechfläschchen“ anzubieten.

Verfasst von Monika Siller am 03 Sep 2008

Kaiserschnittnarbe brennt und ist taub

Bei Betrachtung der doch immer noch recht großen Narben als Folge eines Kaiserschnittes, wird einem erst bewusst, dass es sich bei dieser Art der Entbindung um eine richtige Bauch-Operation handelt und dass es eigentlich für die Frauen nicht wirklich die Geburtsmethode der Wahl sein kann. Manchmal ist der Kaiserschnitt allerdings lebensnotwendig und so gehört er, meiner Meinung nach, heute auch als Notfall-OP und nicht als elektiver Kaiserschnitt angewendet.

Die meisten Frauen klagen über Probleme mit ihrer Kaiserschnittnarbe
Die Hautnarben sehen zwar von außen nach einiger Zeit recht gut verheilt aus, eigentlich klagen aber die meisten Frauen über ein Ziehen, ein Brennen und eine allgemeine Übersensibilität rund um die Narbe. Sich am Waschbeckenrand beim Zähneputzen anzustoßen oder von den Kinderfüßchen während des Stillens getreten zu werden, wird immer wieder als sehr unangenehm beschrieben. Auch, dass die Frauen lange kein Gefühl oder aber dieses Brennen beim Berühren der Haut rund um die Narbe haben, spricht für eine größere Operationsnarbe, bei der auch Hautnerven durchtrennt werden.

Behandlungsmöglichkeiten für Kaischerschnittnarben
Die Behandlung der Hautnarbe versuche ich nach Nahtentfernung immer mit einem Kinesio-Tape. Auch hat sich das Bürsten der Haut rund um die Narbe mit einem weichen Baby-Bürstchen bewährt, soweit dies überhaupt toleriert wird. Dabei können die Hautnerven etwas stimuliert werden und damit unempfindlicher gegenüber Berührung werden. Weiches Bewegen mit einer APM-Salbe etwa, Lymphdrainage und energetische Arbeit an der Narbe, runden die Behandlungsmöglichkeiten ab.

Bei den Frauen nach einem Kaiserschnitt sehe ich aber noch ganz andere Probleme:
Nicht selten schleichen sich Schmerzen rund um das Becken ein. Ebenso Lendenwirbelsäulenschmerzen, die bis in die Leiste und die Beine ausstrahlen können, Gebärmuttersenkungen, tiefe innere Narbenschmerzen und Verklebungen innerer Bindegewebsschichten. Auch habe ich schon Frauen nach einem Kaiserschnitt gesehen, die Probleme hatten, die Bauchmuskulatur ökonomisch zu aktivieren.

Wenn Sie Probleme seit ihrem Kaiserschnitt haben, ein Versuch mit Physiotherapie oder Osteopathie lohnt sich immer. Nicht nur die sichtbare Hautnarbe, sondern gerade die tiefen Bindegewebsstrukturen können davon profitieren und Sie haben gute Chancen, ihre Schmerzen und Missempfindungen in den Griff zu bekommen.

Verfasst von Monika Siller am 01 Sep 2008

Zu viele Bücher für eine Schwangerschaft…

Da die Schwangerschaft bei uns Menschen „nur“ 9 Monate dauert - ein bisschen mehr, ein bisschen weniger lang - hat wohl kaum eine Schwangere die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von allen „wirklich wertvollen“ Büchern zu machen. Da ich mich beruflich seit 16 Jahren mit dem Thema: Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett auseinandersetze und lesen zu einem meiner liebsten Hobbys gehört, dachte ich mir, ich könnte mal meine Favoriten hier vorstellen….

Sie haben bestimmt auch Freude mit den wunderbaren „Leseperlen“. Hier meine ersten beiden Empfehlungen:

Die Hebammensprechstunde – Ingeborg Stadelmann
Auf den ersten Blick mag das Buch etwas „farbenarm“ erscheinen – es enthält nämlich kein einziges Foto. Der Inhalt ist aber umso berauschender. Die Autorin hat ein Werk geschaffen, das sowohl für Fachleute, die in dem Bereich arbeiten, wie auch für Schwangere eine Fundgrube darstellt. Zu jeder Fragestellung findet man hier kompetente Antworten. Antworten aus der Aromatherapie und der Homöopathie, aber auch viele Bestätigungen von einer erfahrenen Hebamme, dass jede Frau gebären kann und sich auf ihr Gefühl verlassen kann. Das Buch ist für mich die „Bibel der Schwangerschaft“, weil einfach alles drinnen steht und das noch sehr gut verständlich, auch für Laien.

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden – Michael Odent
Ein blaues, nicht allzu dickes Buch – ansprechend auf den ersten Blick. Der Autor ist französischer Geburtshelfer und weiß nur allzu gut, um die vielen Dinge, die in Kliniken nicht so ideal funktionieren während der Geburt. So ist für ihn das Gebären ein natürlicher Vorgang, der sich in den ältesten Gehirnregionen abspielt. Licht, Sprache und Beobachtung werden dabei nicht toleriert. Wer in der Geburtshilfe tätig ist, sollte das Buch gelesen haben und für Frauen in der Schwangerschaft ist es ein spannendes Buch, das die Geburt wieder weit weg von der Technik bringt. Ein Lesebuch der besonderen Art, finde ich…

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