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Geplanter Kaiserschnitt wegen Beckenendlage

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Als sich zum Ende meiner Schwangerschaft abzeichnete, dass sich meine Babytochter nicht mehr drehen würde, wurde mir mitgeteilt, dass mich ein Kaiserschnitt erwarten würde. Eine Spontangeburt aus Beckenendlage wurde in meinem Geburtskrankenhaus nicht durchgeführt und ich hätte das auch nicht gewollt, obwohl ich alle Frauen bewundere, die das so möchten und auch machen. Vor Operationen hatte ich noch nie sonderliche Angst gehabt, also konnte ich mich sehr schnell damit abfinden. 

„Schauen wir mal wegen einem Termin“, sagte der Arzt und da wurde mir erst so richtig klar, dass ich ab sofort den genauen Geburtstermin meiner Tochter wissen würde. Eine Woche später wurde die OP angesetzt. Das war nicht unpraktisch – ich plante die verbleibenden Tage so durch, dass wirklich alles sauber, gewaschen und erledigt war als wir dann am Vortag zu Mittag aufbrachen. Mein Mann lud mich zum Mittagessen ein und es war ein eigenartiger Gedanke, dass das unser letztes Mittagessen als Paar war. 

Im Krankenhaus wurden im Laufe des Nachmittags alle möglichen Untersuchungen gemacht und immer wieder kamen entweder Hebammen oder Ärzte um mich bis ins kleinste Detail zu informieren. Der Kaiserschnitt war am nächsten Morgen für 8 Uhr angesetzt und sollte mit Spinalanästhesie durchgeführt werden. Die Spinalanästhesie gehört zu den rückenmarksnahen Narkoseverfahren. Die Schmerzempfindung wird hier nur in einer bestimmten Körperregion betäubt. Das Narkosemittel wird in den so genannten Subarachnoidal-Raum injiziert. Dieser mit Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gefüllte Raum befindet sich zwischen dem knöchernen Wirbelkanal und dem Rückenmark. Der große Vorteil, man ist bei Bewusstsein. 

Gegen 5 Uhr habe ich noch einmal in Ruhe geduscht und gewartet bis man mich zur OP Vorbereitung abholte. Ich war noch immer nicht nervös und fragte mich wann das kommen würde…..  Nach einer nochmaligen gynäkologischen Untersuchung (das Baby hätte sich ja in letzter Sekunde noch drehen können) wurde mir ein Katheder gesetzt, das war das einzige was mir vorher Sorgen machte und stellte sich auch als harmlos heraus. Endlich durfte mein Mann zu mir, bevor ich kurz darauf schon zur Anästhesie musste. Zuerst bekam ich eine örtliche Betäubung, danach die Spinale. Beides empfand ich als kleine Stupser, jedoch wirkte sie beim ersten Versuch nicht. Der zweite klappte und meine Beine wurden warm und taub. Mein Mann durfte rein und setzte sich zu meinem Kopf.  

„Die Operation hat begonnen“ sagte der Anästhesist und zeitgleich hörte ich die Ärztin sagen „Bauchschnitt“. Mir ging es absolut gut, ich spürte nur immer wieder ein Ruckeln und als ich die ersten Schreie meines Kindes hörte, war ich einfach nur baff. Meine Kleine wurde mir kurz gezeigt und ins Gesicht gedrückt (was ich etwas eigenartig fand) und schon waren sie alle weg inklusive meinem Mann. Dann wurde mir die Zeit lang, während der Kinderarzt unsere Jana durchcheckte wurde ich genäht und fertig gemacht. Als ich endlich aus dem OP kam lag mein Mann mit der Kleinen am Bauch in einem Nebenzimmer und war schon total verzaubert. Das Gefühl als ich meine Kleine endlich bekam kann ich niemanden beschreiben und da ich ja noch voll betäubt war, spürte ich keine Schmerzen – nur Glücksgefühle. 

Zurück im Zimmer schlief die Kleine schon seelig, es wurden die Grosseltern angerufen, SMS verschickt und immer wieder gestaunt über das kleine Wunder, dass da neben uns in der Wiege lag. Am Nachmittag fing die Betäubung an nachzulassen und das war nicht mehr angenehm – mir wurde gesagt, dass ich nicht zögern sollte um nach Schmerzmittel zu fragen und das tat ich auch – so liefen in den nächsten Tagen einige Infusionen in mich hinein. Am Abend wurde mir der Katheder entfernt und ich musste aufstehen. Das erste Mal ist eine Katastrophe, da gibt es nichts zu beschönigen, aber eines muss man ganz klar sagen: es wird laufend besser und am dritten Tag ging es schon recht gut. Duschen durfte ich am nächsten Morgen.Natürlich ist es nicht schön, wenn man eine Ewigkeit braucht um aufzustehen und die ersten Tage auch immer angewiesen auf Hilfe ist um sein Kind zu versorgen, aber wenn man einen Kaiserschnitt braucht, muss man keine große Angst haben – es ist absolut auszuhalten! Was ich allerdings als sehr unangenehm empfand war, dass der Bauch für Monate taub bleibt. Erst jetzt nach 5 Monaten hab ich fast das ganze Gefühl zurück. Die Narbe ist super verheilt und erinnert mich täglich an die schöne Geburt meiner Tochter – trotz Kaiserschnitt.

 

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